Eine Studie behauptet, Raucher seien für den Staat billiger als Nichtraucher, eine andere behauptet glatt das Gegenteil. Da soll sich einer auskennen…
Zuerst errechnete das nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt in den Niederlanden, dass Raucher aufgrund der geringeren Lebenserwartung der öffentlichen Hand um durchschnittlich 60.000.- Euro billiger kommen würden. Das, was die Holländer da nachgerechnet haben, wusste man in der Versicherungswirtschaft in Großbritannien schon länger. Da gibt es bei den privaten Krankenversicherungen schon niedrigere Prämien für Raucher. Aber auch in Holland denkt man jetzt über eine Raucherversicherung nach.
Jetzt taucht plötzlich eine Studie des IHS auf, die für Österreich das genaue Gegenteil behauptet. 500 Millionen Euro würden die Raucher dem Staate Österreich jährlich kosten. Hmmm??? – Unterscheiden wir uns wirklich so stark von den Holländern?
Auf den ersten Blick fällt mir auf, dass die Studie des IHS genau von dem Pharma-Konzern in Auftrag gegeben wurde, der sich mit Anti-Rauch-Kaugummi und Anti-Rauch-Pille krumm und bucklig verdient. Könnte es nicht sein, dass dieser Konzern mit den Anti-Rauch-Produkten noch mehr verdienen will und sich deshalb eine Studie gekauft hat? Kann sicher nicht so sein, denn dann würde das IHS ja “wissenschaftliches” Lobbying betreiben…
PS: Irgendwie scheine ich mich jetzt zu erinnern, dass gerade das IHS auch sehr oft davon spricht, wie unsicher unser Pensionssystem ist. Vielleicht sollte jemand dort mal nachfragen, wer diese Studien alle in Auftrag gegeben hat. Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn es immer die Versicherungswirtschaft gewesen wäre. Die verdienen nämlich, wenn die Leute in private Pensionsversicherungen getrieben werden…
und es is ja auch undenkbar, dass die tabakindustrie als eine der mächtigsten der welt in kombination mit der mächtigen pharmaindustrie die an den folgen des rauchens milliarden verdient vielleicht ein bisserl lobbyismus betreibt? glaubst du ernsthaft, dass die anti-rauch-pflaster/kaugummis/pillen lukrativer sind als krebsbehandlungen, asthmamedikamente und zigarettenverkauf? dass die ärzte mehr lobby haben als diese gewaltigen industriekomplexe?
ob diese studien nun auftragsarbeiten von x oder y sind ist doch egal. das wesentliche hast du bereits selbst impliziert: raucher sterben früher, nichtraucher erkranken am rauch. alle daraus resultierenden schlussfolgerungen und reaktionen ergeben sich ganz ohne weitere studien und ohne lobbys von selbst. es sei denn, man lässt die süchtigen selbst bestimmen.
13. Apr. 2008 | #
An eine Symbiose zwischen Tabak- und Pharmaindustrie habe ich auch schon gedacht. Das wäre genial und würde das Abzocken von uns Blödbolzen sicherlich erleichtern…
Bedenke aber, dass Pfitzner bei Antinikotinprodukten Weltmarktführer und bei anderen Arzneien (Krebstherapie, Asthmamedikamente etc) nur ein Player von vielen ist. Die haben schon ein gewaltiges Interesse daran, den Antiraucherhype am kochen zu halten.
Dass die Tabakindustrie an den Rauchern verdient, ist ja wohl klar. Sinn jedes Unternehmens ist es grundsätzlich, Gewinn zu machen. Das spreche ich auch der Pharmaindustrie nicht ab, aber es kommt auf das “wie” an. Wenn man zB erst einen Bedarf weckt (erfindet) und dann (zufällig) das richtige Produkt zur Hand hat, mag das bei LifeStyle-Sachen als Geschäftsstrategie ok sein, auf dem Gesundheitssektor aber sicher nicht.
Wenn Pharmaindustrie und auch die Ärzteschaft vorgeben, sie wollten die Volksgesundheit heben, dann sind sie entweder grunddämliche Geschäftsleute oder sie lügen. Beide leben von unseren Krankheiten und können kein Interesse daran haben, dass es diese einmal nicht mehr gibt. Je mehr Kranke es gibt (und natürlich je mehr Gesunde man überzeugen kann, sie seien krank ;) ), desto höher sind die Profite…
13. Apr. 2008 | #
War eh klar, dass Sie die neues IHS Studie in Frage stellen, weil sie nun mal ganz und gar nicht in das “Weltbild” von Rauchern passt!
Das Rauchverbot wird in Österreich mit ein paar Jahren Verzögerung kommen, weil es bei uns (fast) keine Politiker gibt, die nicht dem Populismus verwallen! Ich habe nur mehr Hoffnung, dass die EU endlich für rauchfreie Lokale sorgt, von “unseren” Politikern erwarte ich mir nichts mehr!
Ein User (Dr. Kürsten) auf diepresse.com hat die derzeitige Situation in Österreich mit der seit Jahren dauernden Situation sehr gut analysiert! Ich erlaube mir daher, dieses Posting zu zitieren:
“Verraten und verkauft werden derzeit die Angestellten der Gastronomie durch ihre Interessensvertretung. Passivrauch tötet wie Regen nass macht. Die Politik diskutiert endlos darüber, wieviele Löcher der Regenschirm haben darf, den sie zum Schutz ihrer Bürger aufspannt. Nur ein absolutes Rauchverbot schützt. Sich dieses um regelmäßige Gesundheits-Untersuchungen des Personals abkaufen zu lassen, wie es die Gewerkschaft fordert ist nicht nur dumm sondern auch zynisch. Was hat der Kellner davon, seinen Lungenkrebs kostenfrei diagnostiziert zu bekommen, wenn ein Rauchverbot ihn davor geschützt hätte, überhaupt krank zu werden. Die Doppelmoral zeigt sich, wenn die Gewerkschaft in Österreich faule Kompromisse schließt und sich gleichzeitig auf EU-Ebene für strenge Rauchverbote einsetzen möchte. Die Arbeiterkammer hat sich aus der öffentlichen Diskussion überhaupt abgemeldet, ihre Forderung für Rauchverbote verstaubt in Schubladen. Frage an die Politik: Wieviele Tote ist Ihnen die Wahlfreiheit wert?”
Dem kann ich nichts mehr hinzufügen!
16. Apr. 2008 | #
Raucherweltbild hin oder her – die Schieflage dieser Studie ist jedenfalls offensichtlich
Vielleicht kommt tatsächlich einmal ein totales Rauchverbot mit allem, was dazugehört - Privatclubs und so…. ;)
Und die Raucherclubs kommen so sicher, wie das Amen im Gebet. Man wird natürlich auch ein Verbot von Raucherclubs fordern, was nichts nützen wird, weil im Vereinsrecht immer was gehen wird. Man könnte natürlich dann auch noch Vereine generell verbieten…
Die Meinung von Dr Kürsten ist mir natürlich bekannt. Unlängst habe ich ihn im TV in einer Diskussion mit Dr Ainedter gesehen. Die Diskussion interessierte mich nicht besonders, weil ich die Positionen sowieso kenne. Ich habe mir deshalb einfach die beiden Herren angesehen und mir dabei vorgestellt, mit welchem von beiden ich wohl lieber in einer Bar ein nettes Gespräch führen würde. Meine Entscheidung fiel schnell und eindeutig…
Dr Kürsten mag auf seinem Gebiet eine Kapazität sein, er kommt mir aber sehr fixiert und engstirnig vor. Rauchen mag zwar Menschen krank machen, unzählige andere Dinge aber auch – an und für sich macht das ganz Leben krank. Ein Medizinmann sollte die Gesamtheit sehen und nicht fanatisch religiös auf eine Sache fixiert sein. Er sollte wissen, dass Krankheit in erster Linie im Kopf entsteht.
“Krankheit ist weder Grausamkeit noch Strafe, sondern einzig und allein ein Korrektiv; ein Werkzeug, dessen sich unsere Seele bedient, um uns auf unsere Fehler hinzuweisen und uns auf dem Weg der Wahrheit zurückzubringen.” Dr Edward Bach
16. Apr. 2008 | #