ist keine Schande. Selbiges passierte anscheinend auch Walter Dorner, Chef der Ärztekammer. Er tritt bei der Rauchverbotsdebatte plötzlich für die Wahlfreiheit der Wirte (Lokale >75 m²) ein.
“Walter Dorner hatte sich in der gestrigen „Presse“ für die Wahlfreiheit kleiner Gastwirte ausgesprochen: In Lokalen unter 75 Quadratmetern sollte der Besitzer selbst entscheiden dürfen, ob er das Rauchen gestatten will. Mit dem Zusatz, dass Raucher-Lokale auch als solche gekennzeichnet werden müssten, ähnlich den Warnungen auf Zigarettenschachteln.” (Zitat: “Die Presse”).
An und für sich eine ganz vernünftige Einstellung, die (zufällig?) auch ganz genau jener von Gesundheitsministerin Kdolsky entspricht. Da muss man sich natürlich fragen, was denn das “Gscheiter werden” (ist ja eigentlich eine 180°Kehrtwendung) herbeigeführt haben könnte. Handelt es sich hier etwa um eine Einschleimungsaktion gegenüber der Ministerin, die ja gerade mit der Krankenkassenreform beschäftigt ist? Da geht es ja auch um Geld für die Ärzte und gute Stimmung schadet sicher nicht…
Wie auch immer, mich freut der Sinneswandel des Präsidenten (er wird mir doch nicht etwa gar noch sympathisch werden
), zeigt er doch, dass in der Ärzteschaft nicht alle Zwangsgesunder sind. Vielmehr muss es dort wohl, entgegen der veröffentlichten Meinung, eine Menge grundvernünftiger Menschen geben. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass das ein völliger Alleingang des Präsidenten war.
Ihn selber sehe ich aber schweren Zeiten entgegengehen. Die missionarisch religiöse Verbotsliga wetzt sicher schon die Messer und der Präsident wird bereits aus den eigenen Reihen massiv angegriffen. Man kann ihm nur viel Glück wünschen, er wird es brauchen…
In Lokalen unter 75 Quadratmetern sollte der Besitzer selbst entscheiden dürfen, ob er das Rauchen gestatten will. Was wäre eigentlich daran verwerflich, die Sache direkt anzusprechen: Rauchfreie Zonen müssen nur in Lokalen über 75 Quadratmetern eingeführt werden. Ach ja, da hat bestimmt irgendein Spin-Doctor einen Einwand: Erster Satz erlaubt etwas, zweiter Satz verbietet etwas. Und Wahlfreiheit hat ja immer eine positive Konotation.
17. Apr. 2008 | #
Die bislang bekannten Punkte aus dem Sozialpartnerpapiert zum Nichtraucherschutz sind eine Frechheit!
Was nützen Angestellten der Gastronomie gratis Lungenuntersuchungen im 2-Jahres Rhythmus bei den ihnen mitgeteilt wird, dass sie an Lungenkrebs erkrankt sind! Davon kann er/sie sich sehr viel drum kaufen! *kopfschüttel*
Absolut blödsinniger Vorschlag!
Dass generelle Rauchverbot wird aber ohnehin seitens der EU kommen, das steht außer Frage. Dies hat die neue EU-Kommissarin Andreaoula Vassiliou nun wieder bekräftigt. Sie orientiert sich an Regelungen wie sie in Irland, Frankreich, Schweden oder Malta existieren. (siehe Wirtschaftsblatt, Ausgabe vom 17.04.08). DANKE, Frau Kommissarin!
Ich hoffe es stimmt, dass der Chef der Ärztekammer für dessen Wortmeldungen massiv angegriffen wird, weil diese eines Vertreters der Ärztekammer nicht würdig ist!
18. Apr. 2008 | #
@Christoph
Ich habe mir den Kommentar jetzt schon mehrmals durchgelesen, muss aber gestehen, richtig verstanden habe ich ihn noch nicht. Ich werde es aber weiter versuchen…
@Pflanze
Sie klingen schon wie unser Politiker. Wenn denen etwas nicht passt, berufen sie sich auch gerne auf die EU, welche dann als Buhmann dasteht. Ich würde mir endlich einmal wünschen, dass die “EU-Regierung” richtig gewählt wird. Dann wäre es nämlich sehr rasch damit vorbei, gegen das Volk zu regieren…
18. Apr. 2008 | #
@Pflanze: Das EU-Parlament wird direkt gewählt und das EU-Parlament war es, dass mit 90%-iger Zustimmung die Kommission aufgefordert hat, eine strikte Rauchverbotsregelung zu erlassen!
Und es ist keine Politik gegen die Bevölkerung, sondern es ist eine Politik für die Bevölkerung! Dass man mit (fast) allen Rauchern nicht auf rationaler Ebene diskutieren kann, ist mittlerweile klar. Zum Glück hat sich in fast jedem anderen EU-Land und dessen Vertretern im Parlament die Auffassung durchgesetzt, dass ein Rauchverbot zum Schutz von Angestellten und von Nichtrauchern unerlässlich ist. Sie dürfen eben nicht von den österreichischen Politikern auf die Politiker anderer Länder schließen. Die europäischen Politiker ist offensichtlich der Schutz der Bevölkerung eben wichtiger als es der Kdolsky, AK, vida usw ist!
22. Apr. 2008 | #
Da hat sich wohl der Fehlerteufel eingeschlichen! Das soll natürlich @Kritikus heißen!
22. Apr. 2008 | #
Aber geh! Das Parlament wird schon gewählt, die Regierung (Kommission) aber nicht. Und wer wird denn für das EU-Parlament kandidiert? Doch nur jene Loser, die die Parteien aus den jeweiligen Ländern entsorgen wollen, damit sie keinen Schaden mehr anrichten können. Aus diesem Material dürfen wir dann das EU-Parlament wählen (zugegeben, es interessiert leider sowieso nicht viele). Müssen wir uns da über die “Arbeitsergebnisse” dieses eitlen Haufens (wo ein sehr großer Teil noch nicht einmal die eigenen Spesen richtig abrechnen kann – ist noch gelinde ausgedrückt
) wirklich noch wundern?
Ein EU-Befürworter bin und bleibe ich trotzdem, weil es keine Alternativen gibt. Es muss sich aber noch viel ändern…
22. Apr. 2008 | #
Weil weiter oben von den “Angestellten der Gastronomie” die Rede war: Wurde in der Beziehung etwa auch viel gelogen?
Möglich, dass es doch keine Einschleimaktion des Kammerpräsidenten war, sondern er sich nur eingehender mit der Thematik befasst hat….
22. Apr. 2008 | #
[...] Jetzt muss die Sache nur mehr durch Ministerrat und Parlament. Aber die Minister Kdolsky und Buchinger werden ja nicht so mauern und die Mehrheit im Parlament sollte auch reichen (auch wenn die Oberhauserin und der Rasinger nicht mitstimmen sollten . Und die, wie “Die Presse” schreibt, “Revolte in der Ärzteschaft” wird ja wohl der Präsident in den Griff kriegen… [...]
25. Apr. 2008 | #
Im Gesetz muss ich nicht unbedingt die Wahlfreiheit für kleine Lokale festschreiben. Die gibt es jetzt auch schon.
10. Jun. 2008 | #
[...] Trotzdem kann der Präsident der Ärztekammer, Walter Dorner, gar nicht anders, als gegen eine Anzeigepflicht zu sein. Das ist eine reine Geschäftssache und hat mit ärztlicher Hilfeleistung für gequälte Kinder nicht das Geringste zu tun. Jeder Patient der nicht kommt, schmälert nämlich Umsatz und vor allem Gewinn. Und schließlich haben die Ärzte ja den numismatischen Eid geleistet… [...]
31. Jul. 2008 | #