Der Titel ist natürlich etwas provokant. Ein Schmäh (eigentlich wäre es ja Betrug) ist sicher bei weitem nicht alles, was als “bio” angeboten wird. Ein gutes Geschäft ist es aber allemal…
Gerade ist bekannt geworden, dass ein (geförderter) “Biobauer” aus Slowenien 5 1/2 Tonnen pestizitbelastete Birnen verkauft hat. Das es sich obendrein noch um ein EU-weit verbotenes (nur für Getreide erlaubtes) Pestizit gehandelt hat, ist sicher auch kein mildernder Umstand
. Der Mann hat mit seinen BIO-Birnen dreimal verdient – Bioförderung, höherer Preis und höherer Ertrag. Dass der slowenisch Bioschlawiner mit seiner Geschäftsidee alleine ist, scheint bei solchen Gewinnaussichten eher unwahrscheinlich zu sein.
Es ist aber trotzdem (hoffentlich) noch nicht so, dass alles, was als “bio” angeboten wird, in diese Kategorie einzureihen sein wird. Auf die Kontrolle kommt es nämlich an und das dürfte auch das eigentliche Problem sein. Kontrolle kostet bekanntlich Geld (Personal, Labor etc) und gerade öffentliche Einrichtungen (die ja dafür zuständig sein sollten) werden ja, dem Zeitgeist folgend, immer mehr zusammengespart.
Da würde sich auch gleich die Frage aufwerfen, um wieviel mehr jährlich für die Kontrolle der Bioprodukte aufgewendet wird, denn der Zuwachs an Biobauern (und somit auch an Bio-Produkten) ist enorm. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass wahrscheinlich die Ausgaben für die Biokontrolle nicht steigen werden – eher das Gegenteil wird der Fall sein. Wenn das aber bei uns schon so ist, wie wird es dann in Ländern, die eine Beamtenkultur (wie es sie bei uns noch gibt) nie hatten, wohl sein?
“Gelegenheit macht Diebe” – sagt man…