Es nahm der Verfasser an einer Kundgebung gegen den neuen EU-Vertrag teil, um sich über die Begründungen und Ansichten für und wider die Mitgliedschaft österreichs in der Europäischen Union zu erkundigen.
“Die EU sei ein Friedensprojekt und hätte seit 1945 Kriege zwischen Deutschland und Frankreich verhindert”, hieß der Hauptgrund der EU-Befürworter.
Sonst konnte der Verfasser trotz mehrmaligem Nachfragen bei ausdrücklichen Befürwortern keinen Grund erfahren.
Nun aber war Österreich 50 Jahre nicht in der EU und hat trotzdem keinen Krieg erlitten (im Gegenteil: die einzigen Kriege führte Österreich aufgrund seiner Beteiligung in den Vereinten Nationen und eben jetzt mit der EU im Kosovo).
Deutschland ist auch nicht in “Union” mit Russland und hat dennoch seit 60 Jahren keinen Krieg mit ihm geführt (abgesehen davon, dass es immer noch keinen Friedensvertrag besitzt).
Was also die Europäische Union an Vorteilen bringen soll, bleibt schleierhaft.
Der Verfasser ersucht, sollte jemand von Vorteilen erfahren, diese ihm mitzuteilen.
Also ich bin eher ein Europa-Fan, wenngleich das bei mir auch ein Bauchgefühl sein könnte. Ich denke aber, dass wir vom EU-Beitritt wirtschaftlich schon sehr profitiert haben und die gemeinsame Währung, Reise-, Waren- und Dienstleistungsfreiheit möchte ich auch nicht mehr missen. Und das, obwohl ich sehr wenig reise und außerhalb Österreichs wenig kaufe und kaum Dienstleistungen in Anspruch nehme.
Der “schlechte Ruf”, den die EU bei den Bürgern hat, resultiert meiner Meinung nach hauptsächlich daraus, dass es keine gewachsenen EU-Politiker gibt. Momentan sind da nur von den Mitgliedstaaten zu Hause nicht zu gebrauchende und ausrangierte Politiker tätig, die sich zudem hauptsächlich in Selbstdarstellung üben. Diese Leichtgewichte können den Regierungen der Mitgliedstaaten nichts entgegensetzen und bringen somit nicht zuwege. Weil sie aber irgendeine Tätigkeit nachweisen müssen, wird halt irgendwas getan – koste es, was es wolle. So wird eine Extrembürokratie geschaffen, am Leben erhalten und laufend erweitert. Zudem werden große Teile der Bevölkerung regelmäßig mit unsinnigen Vorschriften (zB Transitunwesen und Rauchverbote
) verärgert. Und zu allem Überfluss kocht noch jede Mitgleidregierung ihre eigene Suppe…
Wie gesagt, die EU ist ein großartiges Projekt. Wirtschaftlich läuft es ja recht gut, aber es muss sich noch viel ändern, damit es wirklich eine Union werden kann.
13. Mai. 2008 | #
Solange wir europaweit so viele verschiedene Sprachen sprechen und uns gegenseitig nicht verstehen, wird es kaum ein europäisches Gemeingefühl geben.
Ein äußerer Feind könnte das aber unterstützen.
Den gibt es aber nicht, obgleich ihn uns die Amerikaner in Form der Bombenmuselmanen aufschwatzen wollen.
Ich denke, dass jedes Gesetz, dass von der EU erlassen wird, genausogut und meistens auch besser von der Bundesregierung erlassen werden könnte.
Wir brauchen nicht Mitglied zu sein, um deren Gesetze nachzubeschließen.
13. Mai. 2008 | #