Ende letzten Jahres haben die Weißkittel schon einmal mit Streik gedroht. Damals war´s wegen der angedachten Versorgungszentren. Aus dem Streik ist dann nichts geworden, weil die verhasste Gesundheitsministerin nachgegeben hat. Jetzt passen der Ärztekammer ein paar Punkte der Gesundheitsreform nicht und deshalb wird wieder mit Streik gedroht.
Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass es diesmal wahrscheinlich auch wieder nichts werden wird. Wie sollen denn selbstständige Geschäftsleute streiken? Wenn Ärzte nicht ordinieren verdienen sie ja auch nichts und die Kosten (Angestellte, Mieten, Leasingraten etc) laufen aber weiter. Zusätzlich stehen die Ärzte – egal ob mit oder ohne Kassenvertrag – auch in Konkurrenz zueinander. Es bleibt also abzuwarten, wie viele Ärzte sich den Verlust von Stammkunden leisten wollen bzw können. Ich könnte mir ganz gut vorstellen, dass so mancher Arzt von der Streikdrohung der Ärztekammer alles andere als begeistert ist, zumal der streiksüchtige Präsident ja solche Sorgen nicht zu haben braucht. Der kommt ja auch ohne Patienten ganz gut über die Runden…
Der Hauptgrund, warum ich auch diesmal nicht an einen Ärztestreik glaube, ist aber der Eid. Ein Streik würde ja ausschließlich den Ärzten Geld kosten und die haben ja großteils den numismatischen Eid* abgelegt…
* Das ist nicht von mir, das habe ich hier aufgeschnappt…
[...] Freilich, die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Milchboykott flächendeckend kommen wird, ist genauso hoch, wie bei den Ärzten – also nahezu bei Null. Das erklärt sich ganz einfach, denn die Milchbauern sind ebenso selbstständige Geschäftsleute und somit die einzigen, die durch einen Milchstreik einen finanziellen Schaden hätten. Es wird maximal eine Krisensitzung unter Teilnahme von Regierung und Molkereien mit einem Wischiwaschi-Kompromiss geben – und gut ist. Gegen das Lebensmittelkartell sind nämlich die Molkereien macht- und die Regierung (gewollt) zahnlos… [...]
30. Mai. 2008 | #
[...] Gut, das war in Italien – bei uns ist sowas natürlich nicht möglich. Doch halt! – Sind nicht auch bei uns Ärzte großteils selbstständige Geschäftsleute, die zudem gerade auch noch von Armut und Ausbeutung bedroht sind? Und nimmt nicht die Ärztekammer Italien gerne als Vorbild – zB beim Rauchverbot ? Bitte liebe Frau Kdolsky, nehmen Sie den Primarii nicht das Letzte. Lassen Sie ihnen ihre dicken Karossen und ihre Kumpanei mit den Pharmakonzernen, damit man sich im Ernstfall weiter gefahrlos ins Krankenhaus legen kann… [...]
11. Jun. 2008 | #