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29. Jun. 2008

Bei der Krone (bald offizielles Regierungsmedium ;) ) regt man sich ganz besonders auf, weil wir bei den Nettozahlungen an die EU bereits bei 563,7 Millionen Euro angelangt sind und das fast eine Verdoppelung bedeutet.

Den diversen Zeitungsartikeln zum Thema ist zu entnehmen, dass die Summe von 563,7 Millionen € genau 0,21 Prozent des Bruttonationalprodukts bedeutet. So gesehen ist die Mitgliedschaft bei der EU aber doch eher billig, kostet doch die Vereinsmitgliedschaft bei der katholischen Kirche 1,1 Prozent… :)

Außerdem ist diese Nettozahlung gut investiertes Geld, denn es bestreitet wohl niemand, dass wir wirtschaftlich von der EU profitieren und unsere Wirtschaftsleistung eben dadurch um mehr als die 0,21 Prozent jährlich steigern. Da bräuchte man sich also nicht groß aufregen. Aufregen könnte man sich nämlich über ganz andere “Nettozahlungen”, die demnächst auf uns zukommen werden und von denen nur Geschäftemacher im fernen Ausland profitieren werden. Es sind dies die Kioto-Strafzahlungen zu denen sich unsere Naivlinge (selbstverständlich auf unser aller Kosten) verpflichtet haben, als man sie bei den Schlemmerkonferenzen über den Tisch gezogen hat…

Vielleicht sollte ich hier, wenn es schon um Zahlungen an die EU geht, auch darüber nachdenken, was mit dem Geld geschieht. Da hat man ja schon so viel gehört… – und man hört noch immer. Da ist mir ein Spiegel-Artilel untergekommen, in dem der britische EU-Abgeordnete Daniel Hannan sagt, was ihm sauer aufstößt. Das ist wirklich lesenswert – hier einige Auszüge:

“Auf witzige Weise veranschaulicht wurde Friedmans Denkspruch bei einer Debatte im EU-Parlament kurz nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien vor zwei Jahren. Ein Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP) nach dem anderen argumentierte für das Lockermachen von Millionen von Euro für die betroffenen Gebiete. Jeder nannte dabei eine höhere Summe als sein Vorredner, wohl um so ein noch größeres Mitleid als dieser an den Tag zu legen. Dann erhob sich ein freundlicher Christdemokrat aus Italien und schlug vor, wir MdEPs könnten doch – abgesehen vom Hinüberschieben des Geldes der EU-Steuerzahler – als eigenen Beitrag unser Sitzungsgeld für diesen Tag für die Tsunami-Opfer spenden. Dabei handelt es sich um die steuerfreie Summe von 290 Euro, die jeder Europaparlamentarier allein für das Erscheinen im Saal erhält, zusätzlich zu seinem Gehalt und den Reisespesen (darüber später). Schlagartig machte sich eine mürrische Stimmung breit. Dieselben MdEPs, die eben so großzügig mit den Millionen Euro anderer Leute umgegangen waren, wurden plötzlich sehr heikel bei 290 Euro aus der eigenen Tasche. Der arme Mann wurde genötigt, seinen Antrag zurückzuziehen, während seine Kolleginnen und Kollegen frohgemut 1,5 Milliarden Euro für die Katastrophenhilfe abnickten.”

Was soll man dazu noch sagen? Eigentlich nichts, außer dass ich meine Ansicht über das EU-Parlament bestätigt sehe und es gut ist, dass diese Ansammlung von in ihrer Heimat unbrauchbaren und deshalb in die edle Grundversorgung abgeschobenen Politikern nicht noch mehr zu melden hat. Aber vielleicht sind sie nur so schlecht bezahlt, dass sie auf einmal Sitzungsgeld nicht verzichten können…

“Sehen wir uns nur einmal ein paar von den Vergünstigungen an, die Europaparlamentarier genießen. Wenn wir von unseren Heimatwahlkreisen nach Brüssel fliegen, bekommen wir diese Dienstreise auf der Basis eines Erste-Klasse-Tickets erstattet, plus eine Draufzahlung, die auf der Kilometerdistanz beruht. Selbst wenn wir wirklich in der Business-Class fliegen, streichen wir immer noch einen ordentlichen Profit ein. Aber wenn wir auch mit Billigfluglinien vorlieb nehmen, können wir locker 1500 Euro pro Woche dazuverdienen – steuerfrei natürlich, denn das sind ja Spesen, kein Einkommen. Dann kriegen wir monatlich 14.000 Euro, um unser Büropersonal zu bezahlen, ohne dass irgendjemand überprüft, ob und wer da wirklich für uns arbeitet. Begreiflicherweise geben viele meiner Kollegen den Grossteil dieser Summe an ihre Ehefrauen weiter. Außerdem gibt es die schon erwähnten Sitzungsgelder sowie jeden Monat eine “allgemeine Kostenpauschale” in Höhe von weiteren 3500 Euro, die ebenfalls nie geprüft wird und die viele als eine Art steuerfreies Zusatzgehalt betrachten. Und dann genießen wir noch die zweifellos großzügigste Pensionsregelung in ganz Europa. Insofern ist es wohl durchaus verständlich, wenn die MdEPs letztendlich zaudern, wegen Fällen von Ressourcenveruntreuung allzu viel Krach zu schlagen.”

Wirklich unglaublich! Aber irgendwer muss doch zugelassen haben, dass es soweit kommen konnte. Und irgendwer muss es auch jetzt noch zulassen. Hoffentlich ist nicht das EU-Parlament selber dafür zuständig, denn dann wären ja wirklich die Böcke die Gärtner…

28. Jun. 2008

Das vermutliche SPÖ-Pendant zu Josef Pröll (als Zukunftshoffnung…), frischgebackener Beamtenstaatssekretär Andreas Schieder, fühlt sich berufen (oder wird genötigt ;) ), die Kehrtwendung in Sachen EU-Politik der SPÖ zu erklären (Faymann und Gusenbauer dürften ihre Kraft schon beim Briefschreiben verbraucht haben… :) ).

Der gute Mann wird gar nicht mehr fertig, zu betonen, dass die SPÖ trotzdem eine die EU befürwortende Partei wäre. “Die Position kann man auf “Ja, aber” zusammenfassen.” steht auf seiner Homepage zu lesen.

Ja, aber...” – halleluja! Vor langer Zeit hat ein Taktiktrainer bei Seminaren immer abwertend von den “Ja, aber – Typen” gesprochen und dass diese, obwohl überall ein Haar in der Suppe findend, meist selber nicht wissen würden, was sie eigentlich wollten. Mit diesen Leuten könne man ewig diskutieren, es sei aber gewöhnlich nicht möglich, mit ihnen zu einem Ergebnis zu kommen…

Andreas Schieder muss man aber recht geben, wenn er meint, bei der EU würde nicht alles rund laufen. Um hier etwas zu bewegen, hätte es aber nicht des sozialistischen Eiertanzes samt Bodenwurf vor einem Zeitungsherausgeber bedurft. Es hätte ausgereicht, wenn unsere Regierung bei manchen Themen energischer in Brüssel aufgetreten wäre. Beispielsweise hätte der Kanzler Zeit genug gehabt, dorthin zu fahren, um Vorschläge zu unterbreiten, wo man sich die Transit- oder Tabak-Richtlinien hinstecken könne… :)

26. Jun. 2008

Dass die SPÖ Probleme hat, ist ja kein Geheimnis mehr. Dass aber die Kacke so am Dampfen ist, hätte ich nicht gedacht.

Das zusammengekrampfte Führungsduo der Partei, Gusenbauer (Kanzler) und Faymann (Parteichef und Verkehrsminister), hat eine Kehrtwendung hingelegt. Das alleine würde an und für sich noch niemanden vom Hocker hauen, das ist seit geraumer Zeit bei der SPÖ als normal anzusehen. Bemerkenswert ist das “wobei” und das “wie“…

Die beiden SPÖ-Spitzen (einer ab-, der andere aufsteigend) haben heute erklärt, es sei nun SPÖ-Linie, neue EU-Verträge einer Volksabstimmung zu unterziehen. Warum sie da erst jetzt, nachdem der Lissabon-Vertrag im Parlament ohne Volksabstimmung ratifiziert worden ist, draufgekommen sind, haben sie nicht erklärt. Es könnte einem so vorkommen, dass für die Herrschaften (tatkräftig unterstützt vom EU-Abgeordneten Hannes Swoboda) nur die Partei (und damit ihre gut mit Macht und Geld dotierten Posten) im Vordergrund stehe und ihnen das Wohl des Landes völlig egal wäre.

Noch interessanter ist, wie die Kehrtwendung kundgemacht wurde. Sie haben es mit einem ausführlichen Brief an die Krone, die ja mit allen Mitteln für eine Volksabstimmung gekämpft hat, gemacht. Wahrscheinlich haben sie vorher dem Herrn Dichand demütig einen Entwurf zum Genehmigen zukommen lassen… ;)

Ganz überzeugt dürften die beiden SPÖ-Herren von ihrer Courage aber nicht sein. Beim ZIB-Interview sind sie heute dagestanden, als ob sie die Hosen voll hätten. Bei Gusenbauer ist das nachvollziehbar. Er wird die Sache ja bei der nächsten Zusammenkunft den anderen EU-Regierungschefs erklären müssen…

Und auch der Vizekanzler schaute etwas verwirrt drein, als er die SPÖ-Wende kommentierte. Aber auch das ist nachvollziehbar. Der gute Mann wird jetzt nicht wissen, wohin er sich wenden soll, wenn was zum Vereinbaren ansteht. Soll er nun zum Kanzler, zum Parteichef oder doch gleich zu Herrn Dichand gehen? Ich weiß es zwar auch nicht, aber bei letzterem würde er wahrscheinlich einen Haufen Zeit sparen… :)

26. Jun. 2008

Eine Sache habe ich kapiert. Das Geld der BAWAG sucht niemand. Warum das so ist, werde ich wahrscheinlich nie kapieren…

Im BAWAG-Prozess stehen die Urteile bevor, weshalb jetzt auch vermehrt die Schadenssummen, welche die einzelnen Angeklagten zu verantworten haben, kolportiert werden:

Helmut Elsner: 1720 bzw 1870 Millionen Euro

Johann Zwettler:  1630 Millionen Euro

Peter Nakowitz: 1720 Millionen Euro

Wolfgang Flöttl: 430 Millionen Euro

Beeindruckende Summen, besonders wenn man bedenkt, dass das alles Geld von kleinen Leuten war. Das gesamte Geld der Gewerkschaft wurde in den Ofen geschossen. Doch halt! – Hieß es nicht immer, das Geld wäre von Wolfgang Flöttl verspekuliert worden? Wie ist dann zu erklären, dass eben dieser Wolfgang Flöttl im Gegensatz zu den anderen eine so geringe Summe zu verantworten hat?

Mir ist natürlich schon bewusst, dass es bei den kolportierten Summen Überschneidungen gibt. Dennoch kommt mir die große Differenz merkwürdig vor. Irgendwo muss das fehlende Geld, das Flöttl nicht verzockt hat, ja trotzdem hingekommen sein…

26. Jun. 2008

In Zeiten, wo der Neid regiert, man niemandem sein hohes Einkommen gönnt und Offenlegungen fordert, mutet es merkwürdig an, dass für Fußballspieler im Nationalteam Prämien in Höhen ausgelobt werden, die ein Durchschnittsverdiener in einem ganzen Arbeitsleben nicht verdienen könnte.

Bei der Mannschaft von Kroation habe ich schon darauf hingewiesen und in meiner Naivität angenommen, das würde ein Einzelfall sein. Nun muss ich aber zur Kenntnis nehmen, dass solche Prämien auch für Nationalteams die Regel sind. Die deutsche Mannschaft streift beispielsweise für den gestrigen Sieg auch 150.000.- Euro ein und im Falle eines Finalsieges würden dann nochmal 100.000.- € dazu kommen (je Spieler – wohlgemerkt). Den Bock schießen in dieser Beziehung aber die Russen ab. Gegen deren Prämie für den Finaleinzug – 1,1 Millionen Euro (laut BILD) – nehmen sich die deutschen Zuwendungen wie hingeschmissene Brotkrümel aus.

Sicher sagt man, die BILD würde oft übertreiben, aber in dem Fall erscheint die Sache doch eher wahrscheinlich. Die Oligarchen haben Geld zum Saufüttern und Zar Putin hält nunmal viel auf sportliche Erfolge seiner Landsleute. Roman Abramowitsch wurde zB mit einem Senatorposten am Arsch der Welt (Provinz Chukotka) “belohnt” weil der Herr es nicht goutierte, dass er einen ausländischen Fußballklub (FC Chelsea) gekauft hatte… ;)

Um die ganze Dekadenz des Prämienunwesens begreifen zu können, muss man sich verdeutlichen, dass beispielsweise ein österreichischer Bundeskanzler ganze vier Jahre brauchen würde, um (brutto) zu verdienen, was sich die russischen Spieler heute in 90 Minuten erlaufen können. Gut, für unseren Gusi wird sich das gewiss nicht mehr ausgehen (der Grundstein dazu wurde allerdings schon vor der Wahl gelegt)… :)

Allgemein wird argumentiert, dass die Prämien zur Motivation der Spieler des jeweiligen Nationalteams dienen würden. Ich frage mich aber, ob es nicht schon Motivation genug sein müsste, wenn sich ein Spieler im Team unter den Augen der Welt präsentieren darf, um sich nachher besser vermarkten zu können. Mir kommen diese Prämien genauso vor, als ob jemand einen Kübel Wasser in die Donau schüttet, um dort den Wasserstand zu erhöhen. :)

 

PS: Und ich Rindvieh schau mir jedes EM-Spiel an und unterstütze diese Verschwendung von öffentlichen Geldern dadurch noch. Ich sollte wohl ernstlich in Erwägung ziehen, dieses dekadente Spektakel zu boikottieren… ;)

24. Jun. 2008

Jetzt haben wir´s amtlich! Es interessiert keine Sau, wo das Geld der BAWAG hingekommen ist bzw wer sich damit bereichert hat.

Mit “Außerdem gehe es im Verfahren darum, ob das Geld die Bawag überhaupt verlassen durfte, nicht darum, was danach damit geschah.” wird in der Wiener Zeitung die Richterin in der Endpahse des BAWAG-Prozesses wiedergegeben. Das heißt wohl im Klartext, dass Helmut Elsner und die übrigen Angeklagten die bitteren, verdorbenen Reste der Suppe, bei deren Zubereitung sie ursprünglich maßgeblich beteiligt waren und die damals, im frischen Zustand, anderen Gourmets wohl sehr gemundet haben dürfte, alleine auslöffeln werden müssen. Diese Suppengourmets werden, so wie es ausschaut, völlig ungeschoren bleiben.

Die Gewaltigen interessiert es nämlich offenbar überhaupt nicht, wer das Geld eingesteckt hat (dass alles verspielt wurde, glaubt mittlerweile nicht einmal der letzte Heubodentürldepp mehr). Anders ist es wohl nicht erklärbar, dass diesbezüglich noch überhaupt nichts aufgeklärt wurde. Die Wege von Geld sind nämlich ganz gut nachvollziehbar (wenn man nur will ;) ) – wie jeder kleine Betrüger oder Steuerhinterzieher schon zu spüren bekommen hat. Na ja, die Herrschaften werden schon wissen, warum alles so läuft, wie es läuft… :)

PS: “Titschkerl/Tatschkerl”, “Wie du mir, so ich dir”, “Eine Hand wäscht die andere”…….

22. Jun. 2008

Souverän mit drei Siegen Gruppenerster und im Viertelfinale ausgeschieden. Die Kroatische Mannschaft hat gut gespielt, das “Glück des Tüchtigen” war aber leider auf der Seite der Türken.

Das Spiel war über lange Strecken nicht so toll, dann aber an Dramatik nicht zu überbieten. Null zu null – Verlängerung – 2 Minuten vor Ende 1:0 für Kroatien und in den letzten Sekunden 1:1. Beim Elfmeterschießen gingen die Kroaten dann unter.

Tragisch, ich hätte ihnen das Viertelfinale so gegönnt – sogar die Siegesprämie von 150.000.- Euro je Spieler, die der kroatische Verband völlig unnötig (im Nationalteam spielt man nicht für Geld…) für einen Sieg ausgelobt hatte. Verloren haben sie, weil sie einerseits die alte Fußballweisheit, dass ein Spiel erst mit dem Schlusspfiff zu Ende ist, nicht beachtet haben und andererseits im Elfmeterschießen lediglich eine Effizienz von 25 Prozent aufweisen (1 Tor aus 4 Elfern) konnten, während es die Türken auf 100 Prozent brachten.

Beim Training in Bad Tatzmannsdorf am 18. Juni hat das kroatische Team ua auch Elfmeterschießen trainiert. Ich habe nicht genau mitgezählt, aber mindestens 50 Elfer wurden geschossen. Davon gingen nur 2 nicht ins Tor, was einer Ausbeute von mind. 96 Prozent entspricht (natürlich ohne Siegesdruck und ohne den Schock des unerwarteten Gegentreffers in den letzten Spielsekunden). Luca Modric (Foto – leider nur mit Handy aufgenommen…) netzte dabei etwa 5x soverän ein…

Ok, ausgeschieden! Aber schämen muss sich die kroatische Mannschaft nicht. Sie haben guten Fußball gezeigt (die Türken halt auch… ;) ), sympathisch gewirkt und von Starallüren war keine Spur. Ganz im Gegenteil, die Mannschaft hat imho sogar den Kontakt zu ihren Fans gesucht. Die Kroaten haben ihr Land besser vertreten, als es ihre Botschafter je könnten. Das kleine Land wird sicher von dieser EM profitieren, hoffentlich wir, die wir das alles zahlen, auch…

 

PS: Zu der Niederlage im Fußball scheint nun auch noch anderes Unheil auf die Kroaten zuzukommen. Im Gefolge des irischen NEINs sind einige gewichtige EU-Mitgliedsstaaten der Meinung, man könnte mit dem alten Vertrag keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen. Das würde gerade Kroatien treffen, weil das Land schon EU-reif ist. Merkwürdige Meinung, denn Kroatien sollte einfach dazugehören – meint der Kritikus… ;)

19. Jun. 2008

Sonst streiten sie immer, aber wenn es darum geht, durch Straferhöhungen abzucashen, sind sie sich seltsam einig, unsere Regierungsparteien. Da wird dann richtig nach oben lizitiert. Nun sind wieder die “Alkolenker” an der Reihe…

Werner Faymann, gemeiner Verkehrsminister und frisch gewordener SPÖ-Chef, schlägt vor, die bereits jetzt existenzbedrohenden Strafen für Alkoholdelikte im Straßenverkehr in etwa zu verdoppeln. Da kann die ÖVP natürlich nicht widerstehen und signalisiert Zustimmung. Dass das berüchtigte Kuratorium für Verkehrs(un)sicherheit da dafür ist, verwundert genausowenig, wie die Unterstützung von ÖAMTC und ARBÖ.

500.- € soll es künftig kosten, mit mehr als 0,5 Promille zu fahren – ab 0,8 dann 800.- € und 1200.- Öken ab 1,2 Promille. Natürlich wurde nicht vergessen, die Deppendoktor- und Fahrschullobby zu bedienen. So soll man sich jetzt schon ab 0,5 Promille einem Verkehrscoaching (was immer das sein mag) unterziehen und der Verkehrspychologe darf schon ab 0,8 Promille die Hand aufhalten.

Um zu erkennen, dass die geplanten noch monströseren Strafen die Verkehrsicherheit nicht heben werden, muss man kein Prophet sein – das zeigt sich hie und da ja ganz offen. Die Bestrafung (samt allen Folgen) von Alkolenkern ist schon jetzt existensbedrohend und trifft den Delnquenten weit schwerer, als wenn er grundlos einen x-beliebigen Passanten niedergeschlagen hätte. Derjenige, der klaren Verstandes ist, wird also auch jetzt schon die Bestimmungen einhalten. Die anderen Fahrer, die (meist sogar zurecht) daran glauben, nicht erwischt zu werden, werden auch die neuen Strafen nicht vom Saufen abhalten…

Eines werden die geplanten Monsterstrafen aber bewirken. Es wird mehr Sozialfälle (oft samt Familie) geben, denn der einfache Hackler kann das nicht mehr zahlen. Auch wird die psychologische Betreuung von Verkehrspolizisten um einiges mehr Kosten verursachen. Die Leute müssen es nämlich auch selber verarbeiten, wenn sie reihenweise ganze Familien ins Unglück stürzen.

Es kann aber natürlich auch so sein, dass die Alkolenker – zumindest in der Statistik – wirklich weniger werden. Eigentlich wäre das logisch, denn warum wohl wird gerade seit der Anhebung der Strafen für das Nichtanschnallen von Kindern in Autos diesbezüglich so wenig bestraft… :)

17. Jun. 2008

Die Fußball-EM ist vorbei – für uns jedenfalls! In Krimis ist der Schuldige meist der Gärtner, im Fußball aber immer der Trainer. Im Südburgenland macht aber eine Geschichte die Runde, die – wenn sie stimmt – unseren Teamtrainer in einem sympathischeren Licht erscheinen ließe…

Und so soll es sich zugetragen haben:
Josef Hickersberger fuhr mit dem Fahrrad an einer Baustelle vorbei (ihn und die Co-Trainer konnte man, zum Unterschied von den Spielern, wenigstens hin und wieder in Stegersbach sehen – weshalb die Stegersbacher wohl noch lange sauer sein werden… ;) ) und wurde von den Arbeitern angesprochen. Er blieb stehen und es wurde kurz über Fußball diskutiert. Im ZUge des Gespräches soll Hickersberger zu den Arbeitern gesagt haben: “Sagt mir jemanden, der Tore schießen kann, und ich stelle ihn auf!” Die Arbeiter konnten aber auch niemanden nennen.

Wie gesagt, so soll es sich begeben haben und ob es stimmt, weiß ich auch nicht. Stimmte es aber, so hätte unser Teamchef damit die Sache auf den Punkt gebracht. Er hat es zwar geschafft, aus einem Haufen angelernter Hilfsarbeiter eine Mannschaft von soliden Handwerkern zu machen. Es fehlen aber ein bis zwei Künstler und die kann ein Trainer nicht machen.

Mir hat die Mannschaft beim Deutschlandspiel eigentlich gut gefallen, wenngleich mir schon vorher klar war, dass wir verlieren werden (Wunder sind halt doch eher selten… :) ). Es ist leider so, dass wir mindestens 5 hundertprozentige Chancen benötigen, um ein Tor zu machen, während die Großen oft nur eine halbe dazu brauchen. Und einer alten Fußballweisheit zufolge bekommt man die Tore, die man vorne nicht schießt, hinten…

Aber egal – nach der EM ist vor der WM. Lasst den Hicke weiterarbeiten und mit etwas Glück wird der eine oder andere Handwerker zum Künstler mutieren und dann werden wir nicht nur mitspielen, sondern auch gewinnen können.

 

PS: Wir Burgenländer haben´s mit der Trauerarbeit etwas leichter. Wir haben ja noch eine sympathische Mannschaft im Rennen, mit der wir auch verbunden sind. Kroatien ist ja souverän weitergekommen… :)

17. Jun. 2008

“Der Mensch is a Sau!” – wie Helmut Qualtinger bereits früher erkannt hat…

Nova Rock 2008 ist gelaufen. Es war wieder ein beeindruckendes Fest und mein pesönliches Highlight waren die Beatsteaks (Bad Religion konnte ich mir leider nicht geben – Mist!). Erstere werden bald für eine Weile für mich im Auto spielen… ;)

Vom NovaRock gibt es Bilder zu Hauf, hier deshalb nur einige Fotos vom Kehraus am Montag:

Partyraum

Partyraum mit bereits ziemlich abgebauter Bühne (BlueStage) am Montagmorgen

 

Partyzelt

Partyraum mit Partyzelt nur ein paar Stunden nach dem Ende

 

Camping

 

Campingplatz

Das bleibt zurück. Der riesige Campingplatz sieht aus wie eine gigantische Müllhalde. Die noch stehenden Zelte wurden von den Besitzern einfach stehen gelassen. Auch sonst war allerhand brauchbares liegen geblieben und die großteils ungarischen Abfallverwerter hatten ihre Freude…

Nicht unerwähnt möchte ich aber lassen, dass – wiederum ein paar Stunden später – das Camping-Gelände nicht wiederzuerkennen war. Die Müllkolonne hatte ganze Arbeit geleistet. Der Platz war blitzsauber und es standen nur mehr volle Müllsäcke (so ca alle 10 Meter einer ;) ) zum Abtransport bereit…

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