Sonst streiten sie immer, aber wenn es darum geht, durch Straferhöhungen abzucashen, sind sie sich seltsam einig, unsere Regierungsparteien. Da wird dann richtig nach oben lizitiert. Nun sind wieder die “Alkolenker” an der Reihe…
Werner Faymann, gemeiner Verkehrsminister und frisch gewordener SPÖ-Chef, schlägt vor, die bereits jetzt existenzbedrohenden Strafen für Alkoholdelikte im Straßenverkehr in etwa zu verdoppeln. Da kann die ÖVP natürlich nicht widerstehen und signalisiert Zustimmung. Dass das berüchtigte Kuratorium für Verkehrs(un)sicherheit da dafür ist, verwundert genausowenig, wie die Unterstützung von ÖAMTC und ARBÖ.
500.- € soll es künftig kosten, mit mehr als 0,5 Promille zu fahren – ab 0,8 dann 800.- € und 1200.- Öken ab 1,2 Promille. Natürlich wurde nicht vergessen, die Deppendoktor- und Fahrschullobby zu bedienen. So soll man sich jetzt schon ab 0,5 Promille einem Verkehrscoaching (was immer das sein mag) unterziehen und der Verkehrspychologe darf schon ab 0,8 Promille die Hand aufhalten.
Um zu erkennen, dass die geplanten noch monströseren Strafen die Verkehrsicherheit nicht heben werden, muss man kein Prophet sein – das zeigt sich hie und da ja ganz offen. Die Bestrafung (samt allen Folgen) von Alkolenkern ist schon jetzt existensbedrohend und trifft den Delnquenten weit schwerer, als wenn er grundlos einen x-beliebigen Passanten niedergeschlagen hätte. Derjenige, der klaren Verstandes ist, wird also auch jetzt schon die Bestimmungen einhalten. Die anderen Fahrer, die (meist sogar zurecht) daran glauben, nicht erwischt zu werden, werden auch die neuen Strafen nicht vom Saufen abhalten…
Eines werden die geplanten Monsterstrafen aber bewirken. Es wird mehr Sozialfälle (oft samt Familie) geben, denn der einfache Hackler kann das nicht mehr zahlen. Auch wird die psychologische Betreuung von Verkehrspolizisten um einiges mehr Kosten verursachen. Die Leute müssen es nämlich auch selber verarbeiten, wenn sie reihenweise ganze Familien ins Unglück stürzen.
Es kann aber natürlich auch so sein, dass die Alkolenker – zumindest in der Statistik – wirklich weniger werden. Eigentlich wäre das logisch, denn warum wohl wird gerade seit der Anhebung der Strafen für das Nichtanschnallen von Kindern in Autos diesbezüglich so wenig bestraft… :)
[...] insbesonders für Fahren unter Alkhololeinfluss, werden ja schon seit geraumer Zeit schier in unendliche Höhen lizitiert. Gerade eben ist wieder derartiges in Kraft getreten. Aber bringt das (außer einem guten [...]
6. Sep. 2009 | #