Das vermutliche SPÖ-Pendant zu Josef Pröll (als Zukunftshoffnung…), frischgebackener Beamtenstaatssekretär Andreas Schieder, fühlt sich berufen (oder wird genötigt
), die Kehrtwendung in Sachen EU-Politik der SPÖ zu erklären (Faymann und Gusenbauer dürften ihre Kraft schon beim Briefschreiben verbraucht haben…
).
Der gute Mann wird gar nicht mehr fertig, zu betonen, dass die SPÖ trotzdem eine die EU befürwortende Partei wäre. “Die Position kann man auf “Ja, aber” zusammenfassen.” steht auf seiner Homepage zu lesen.
“Ja, aber...” – halleluja! Vor langer Zeit hat ein Taktiktrainer bei Seminaren immer abwertend von den “Ja, aber – Typen” gesprochen und dass diese, obwohl überall ein Haar in der Suppe findend, meist selber nicht wissen würden, was sie eigentlich wollten. Mit diesen Leuten könne man ewig diskutieren, es sei aber gewöhnlich nicht möglich, mit ihnen zu einem Ergebnis zu kommen…
Andreas Schieder muss man aber recht geben, wenn er meint, bei der EU würde nicht alles rund laufen. Um hier etwas zu bewegen, hätte es aber nicht des sozialistischen Eiertanzes samt Bodenwurf vor einem Zeitungsherausgeber bedurft. Es hätte ausgereicht, wenn unsere Regierung bei manchen Themen energischer in Brüssel aufgetreten wäre. Beispielsweise hätte der Kanzler Zeit genug gehabt, dorthin zu fahren, um Vorschläge zu unterbreiten, wo man sich die Transit- oder Tabak-Richtlinien hinstecken könne…
[...] So gratuliert falco_2 Plassnik zu ihrem Rückgrat beim Widerstand gegen die Krone. Helge wirft der SPÖ Korruption vor (s. Bild). Comandantina Dusilova amüsiert sich über das neue Dream Team der SPÖ (s. Bild 2). Ed Wohlfahrt rechnet mit der Rache der Blogosphäre, Joachim Riedl, Österreich-Chef der “Zeit”, spricht in seinem Blog von den “Desperate Housewives in der SPÖ”. Kritikus spricht vom “sozialistischen Eiertanz samt Bodenwurf vor einem Zeitungsherausgeber“. Die Medienlese amüsiert sich über Dichands neuesten Coup. in “ZurPolitik” erfahren wir alles über “unseren Kanzler Dichand” und seine “KPÖ (Krone Partei Österreichs”. Und in Michi Mojzis Blog erfahren wir im Original des Plassnik-Briefs, wie politische Korruption in Österreich funktioniert: Im Juli 2007 haben Sie mir bei einem Besuch im Pressehaus ein aus meiner Sicht “unmoralisches Angebot” mit den Worten gemacht: “Ich weiß, wie Sie Ihre Partei und diese Regierung retten können.” Auf meine überraschte Nachfrage folgte Ihre Ergänzung: “Indem Sie für eine Volksabstimmung über den EU-Reformvertrag sind!” [...]
4. Jul. 2008 | #