Für den Gesetzesvorschlag von Justizministerin Berger bezüglich neuer Anzeigepflichten bei Kindesmissbrauch/-misshandlung sieht es momentan nicht sehr gut aus. Ob das gut oder schlecht ist, weiß ich nicht…
Ich bin mir nämlich auch nicht sicher. Einerseits scheint die Unversehrtheit von Kindern durch mimosenhafte, egoistische und überforderte Eltern, deren es immer mehr gibt, gefährdet, was eine Anzeigepflicht sicher rechtfertigen würde. Andererseits widerstreben mir als eher liberalen Geist aber gerade solche Systeme, weil sie zu Denunziantentum führen und wahrscheinlich auch bei nichtigen Anlässen (zB kleiner Kratzer bei einem Kind, wie er alltäglich vorkommen kann) Eltern zwangsläufig in Gefahr der Kriminalisierung bringen würden. Ich bin also ganz froh, dass ich da nicht entscheiden muss
Anders ist da die Ärztekammer. Die mischt sich ja gerne aus Geschäftsinteressen in die Politik ein. Die Kammer der Weißkittel ist wehement gegen eine Anzeigepflicht, weil diese die Eltern betroffener Kinder davon abhalten würde, im Fall des Falles ärztliche Behandlung in Anspruch zu nehmen. Ob da was dran ist, weiß ich nicht und die Ärztekammer wird es wohl auch nicht wissen…
Trotzdem kann der Präsident der Ärztekammer, Walter Dorner, gar nicht anders, als gegen eine Anzeigepflicht zu sein. Das ist eine reine Geschäftssache und hat mit ärztlicher Hilfeleistung für gequälte Kinder nicht das Geringste zu tun. Jeder Patient der nicht kommt, schmälert nämlich Umsatz und vor allem Gewinn. Und schließlich haben die Ärzte ja den numismatischen Eid geleistet…