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28. Jul. 2008

In den Managementetagen der Konzerne sind im weit überwiegenden Außmaß nur blitzgescheite Menschen anzutreffen. Wenn man Ereignisse der letzten Zeit aber betrachtet, muss man fast zur Ansicht kommen, dass es besser wäre, dort richtige Dummbolzen einzusetzen.

Die blitzgescheiten Manager unserer unter chronischem Geldmangel leidenden ÖBB haben momentan wieder große Sorgen. Die Zahlen für heuer werden nämlich noch roter ausfallen, als sie es ohnehin immer waren. Nicht genug, dass im Inntal die Baukosten expodieren und neuerliche Wertberichtigungen bei den hochriskanten Derivatgeschäften mit der Deutschen Bank anstehen, tun sich weitere finanzielle Abgründe auf. Es sind die Cross-Border-Transaktionen, welche die ÖBB in den USA unterhält. Wie viel Miese da im Zuge der US-Kreditkrise anstehen, getraut man sich bei den ÖBB gar nicht zu sagen. Es scheint nur soviel sicher, dass die Sache wieder einmal ein ordentlicher Griff ins Braune war.

Man sollte sich vielleicht auch einmal verdeutlichen, was diese Cross-Border-Transaktionen der ÖBB eigentlich beinhalten. Da wurde das Schienennetz, Lokomotiven und Waggons an US-Finanzinstitute verleast (defacto aber verscherbelt…), um sie wieder zurückzumieten. Muss von Haus aus ein tolles Geschäft gewesen sein, was die blitzgescheiten Manager da ausbaldowert haben. Wo sollte man da groß was verdienen, wenn nur noch mehr Institutionen am kargen Kuchen mitteilen? Als einziger Grund für solche Konstruktionen würde mir nur Steuerschonung einfallen. Aber das kann es wohl nicht sein, denn die ÖBB werden doch nicht für ein paar Netsch ihre gesamte Infrastruktur riskieren, nur um irgendwelchen amerikanischen Dunkelmännern bei der Steuerschonung zu helfen…

Die Bahnführung wird um Ausreden sicher nicht verlegen sein. Die US-Kreditkrise hätte ja niemand voraussehen können und es wäre ja ansonsten ein tolles Geschäft gewesen. Der Kritikus meint aber, dass jeder Dorfdepp es vorraussehen hätte können. Eine universal geltende Weisheit sagt nämlich: “Wer sich unter die Kleie mischt, wird von den Säuen gefressen.”

Die Vorgangsweise des ÖBB-Managements war bei diesen Geschäften anscheinend so derart gescheit, dass sie schon wieder blöd ist. Würde man richtige Dummschädel ins Management setzen, bestünde wenigstens die Hoffnung, dass sie so derart blöd handeln würden, dass es schon wieder gescheit wäre… :)

 

PS: Über die Frage, was die ÖBB überhaupt bei solchen Spekulationsgeschäften (mit unserem Geld) verloren haben, möchte ich nicht nachdenken. Ich habe heute keine Zeit für eine Immunisierung und weiß somit nicht, ob ich der Aufregung gewachsen wäre… :)

2 Kommentare »

  1. kritikus.at » Blog Archiv » Wie in guten, so auch in schlechten Zeiten… schreibt:

    [...] Wir hier in Europa brauchen aber deswegen nicht abwertend nach Amerika lächeln. Prämien und Abfertigungen für Manager gibt es bei uns auch. Man denke zB nur an den früheren ÖBB-Manager, der so “gut” gewirtschaftet hat, dass die Bahn den Hintern jetzt überhaupt nicht mehr  zusammen bringt. Den Mann hat man ja auch förmlich vergoldet… [...]

    19. Okt. 2008 | #

  2. kritikus.at » Blog Archiv » Friendly Bus schreibt:

    [...] es ja kein Defizit), locker mit der Bahn transportiert werden. Vielleicht wäre dann sogar deren Defizit um das eine oder andere Promille [...]

    13. Jan. 2010 | #

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