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	<title>Kommentare zu: Erwin Buchinger Ende ohne Gl&#252;ck</title>
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	<description>Kritik zum Schmunzeln - nicht objektiv, dafür aber höchst subjektiv ...</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 19:20:54 +0200</lastBuildDate>
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		<title>Von: Kallypso</title>
		<link>http://www.kritikus.at/2008/08/02/erwin-buchinger-ende-ohne-glueck/comment-page-1/#comment-3451</link>
		<dc:creator>Kallypso</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Feb 2009 10:26:45 +0000</pubDate>
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		<description>Erwin Buchinger ist Sozialminister; und ich hab eine Geschichte &#252;ber AMS geschrieben.

F&#252;r das Ausma&#223; der nicht registrierten Prostitution liegen keine  bundesweiten Sch&#228;tzungen vor. F&#252;r Wien gibt es jedoch eine Dunkelziffersch&#228;tzung, wonach den insgesamt 1.506 registriert arbeitenden Sexdienstleisterinnen ca. 3.000 nicht registriert arbeitende Sexdienstleisterinnen gegen&#252;ber stehen. 
(Prostitution in &#214;sterreich, Wien, 2008, Bundeskanzleramt)
In &#214;sterreich sind nach Sch&#228;tzungen von NGOs etwa 5.000 bis 7.000 Frauen in der Prostitution t&#228;tig. Der Gro&#223;teil sind Migrantinnen
(Sexworker News)

Der Tag einer arbeitslosen Frau, oder wie man Schmetterlinge besch&#228;ftigt


Fr&#252;h am Morgen ging ich in die Bezirkstelle des Arbeitsamtes, um mich routinem&#228;&#223;ig zu melden als eine von 287.150 &#246;sterreichischen Arbeitslosen und reihte mich in die gewohnte Warteschlange vor den B&#252;ros ein. Die Gesichter aller, die da entlang der Wand warteten, aufgerufen zu werden, dr&#252;ckten die gleiche Ausweglosigkeit und Besorgnis aus. In diesem Emotionsspektrum waren ihre Augen zu Spiegel der Anpassung an offensichtlich unab&#228;nderliche Verh&#228;ltnisse geworden und ihre Kleidung trug die un&#252;bersehbaren Spuren anhaltender Kargheit. In dieser Szenerie leuchtete pl&#246;tzlich ein gelbes Hemd mit der Aufschrift „BOSS“ heraus, das vielleicht aus dem Depot einer karitativen Organisation stammte, aber sich aufs&#228;ssig gegen die tr&#252;be Stimmung im Raum auflehnte, gegen den abgetragenen Designeranzug neben ihm und die Windjacke, die ihre beste Zeit vor Jahrzehnten gehabt hatte.
Ich wusste ja, dass solche Termine weder gute Nachrichten, noch  attraktive Job-Angebote bringen, daf&#252;r aber den Lebensmut betr&#228;chtlich senken k&#246;nnen. Wie eine Schafherde werden Arbeitslose zwangsweise, bedroht durch die m&#246;gliche Einstellung der Notstandshilfe, in verschiedene Selbstfindungskurse geleitet, die sich vor allem durch Zwangsdisziplin und formelle Sachlichkeit auszeichnen. 
Angesteckt von der allgemeinen Nervosit&#228;t begannen meine Knie zu zittern und kalter Schwei&#223; lief meinen R&#252;cken hinunter. Am H&#246;hepunkt dieser Spannung kam von dem Mann im gelben Hemd pl&#246;tzlich ein deutlich vernehmliches Schluckauf und alle anderen starrten mit einem Mal regungslos ins Leere.
Da erschien Tanya. Sie war ein blondes M&#228;dchen von etwas mehr als 27 Jahren und trug einen silbrig schimmernden Pelzmantel. Ich Gesicht strahlte ein bezauberndes L&#228;cheln und fiel dadurch auf im allgemeinen Tr&#252;bsinn. Ihre fr&#246;hliche und freundliche Ausstrahlung passte in diese Atmosph&#228;re wie ein Paradiesvogel in einen U-Bahn-Tunnel. Ihr leichter Akzent lie&#223; erraten, dass sie der zweiten oder dritten Generation osteurop&#228;ischer Einwanderer entstammte. 
Nach kurzer Befragung und trotz meiner sch&#252;chternen Einw&#228;nde sandte mich meine Beraterin streng dreinblickend in den n&#228;chsten sinnlosen Kurs.
Dann empfing mich der kalte Wintertag. Unter der Br&#252;cke fuhren die Garnituren der U-Bahn. Ich sah betr&#252;bt hinunter auf die Z&#252;ge und stellte mir vor, sie k&#246;nnten mich zu an Orte bringen, wo nur Gl&#252;ck und Sonnenschein herrscht.
Da schlug Tanya wie eine Bombe in meine Tr&#228;umereien ein. Als Leidensgef&#228;hrtinnen beschlossen wir, zusammen eine Tasse Tee zu trinken und fanden dabei schnell zu vertrautem Gespr&#228;ch.
Trotz drohenden Entzugs der Notstandshilfe besuchte sie ihren Kurs nur selten und versuchte mit einer kleinen Bestechung die Dinge wieder ins Lot zu bringen.
„Wei&#223;t du, dass die Angestellten des AMS Tag und Nacht vor Angst bibbern, ihren Job zu verlieren und sich pl&#246;tzlich unter uns wieder zu finden? Mein Berater weigert sich, irgendetwas von mir anzunehmen, obwohl er nur eineinhalb Tausender im Monat verdient.“
So unglaubw&#252;rdig erschien ihr ihre eigene Aussage, dass sie verwirrt innehielt. Dann verga&#223; sie die das eben Erz&#228;hlte und begann von ihren Shopping-Absichten zu schw&#228;rmen, w&#228;hrend ihre gro&#223;en goldenen Ohrringe vor Aufregung wild um die Ohrl&#228;ppchen schwangen. Ihre Stimmung stieg in einem Moment zu einem Hochgef&#252;hl und fiel im anderen in ein Tief, als m&#252;sste sie immer wieder einen dunklen Teich voll Bitterkeit durchtauchen. Dann dr&#252;ckte sie ver&#228;rgert ihre Zigarette aus, stie&#223; irritiert den letzten Rauch aus und verlie&#223; mich.
Mit der U-Bahn fuhr ich in die Stadt, um auf der Stra&#223;e zu fotografieren. Ich wollte mein Portfolio erweitern. Es ergab sich aber, dass ich nach kurzer Zeit einen meiner alten Bekannten aus Graz traf. Er wollte sein Herz aussch&#252;tten.
Warum wollen das alle bei mir?
Franz’ Ex-Freundin war kokains&#252;chtig und hatte versucht, auch ihn in diese Welt zu ziehen.
„Beamte und Angestellte auf h&#246;chster Ebene sind in den Handel mit diesem Zeug verstrickt, weil es viel, viel Geld bringt.
Meine Freundin war fr&#252;her eine vern&#252;nftige Frau, aber jetzt ist sie verr&#252;ckt, total verr&#252;ckt. Ich hab’s immer geahnt, dass Kokain das Hirn zerst&#246;rt.“
Wir sa&#223;en noch eine Weile in dem fast leeren Cafe, dann lie&#223; ich Franz mit seinem Kokain-Kummer alleine und ging in die Bibliothek am G&#252;rtel, um den Nachmittag mit der Auswahl von DVDs und B&#252;chern zu verbringen.  Als ich mich schlie&#223;lich nach meinem Zuhause zu sehnen begann, nach warmen Hausschuhen und einen Teller hei&#223;er Suppe, rief mich Hansi an.
Hansi ist ein st&#228;ndig arbeitsloser Tr&#228;umer von 50 Jahren. St&#228;ndig tr&#228;gt er Ideen &#252;ber neue Fotoprojekte mit sich herum, die normalerweise nichts bringen. Er lebt alleine in einer winzigen, schrecklich schmutzigen Wohnung, in welcher enorm gro&#223;e Kakteen in der Ecke stehen.
Er wollte mich um Unterst&#252;tzung bitten beim Fotografieren von Nachtschmetterlingen, den Freudenm&#228;dchen um den G&#252;rtel, ein Projekt das vom Million&#228;r Lugner gef&#246;rdert wird. Mit Kamera und Stativ und in K&#228;lte und Finsternis begannen wir unsere Tour nahe der U-Bahnstation Thaliastra&#223;e, kamen an einigen Bars und Nachtclubs vorbei und landeten schlie&#223;lich vor einem Lokal mit Auslagenscheiben &#252;ber die volle Stra&#223;enfront. Wie mechanische Puppen sa&#223;en die Frauen darin, wie in einer Spielzeugkiste, aus welcher man sich nach Lust und Lauen ein St&#252;ck herausgreift, um eine Zeitlang damit zu spielen. Ich bin Barbie zum Ausleihen, komm und spiel mit mir! Gar nicht puppenhaft waren aber die Gesichter der Frauen — sie zeigten Spuren von Emotion und menschlicher Unvollkommenheit. Eine Dunkelh&#228;utige lag in Embrionalstellung in einer Ecke und schlief, vom langen Warten ersch&#246;pft oder einfach nur stoned. Andere unterhielten sich oder sahen beim Fenster hinaus. Niemand las ein Buch oder strickte — keine Ablenkung von der Hauptsache. Ihre Gesichter waren abgeh&#228;rmt und unwirklich anzusehen im blauen Licht der Neonr&#246;hren. Weiter unten in der Stra&#223;e standen unsere Schmetterlinge in Nerzm&#228;ntel an den Eing&#228;ngen der Bars.
Wir wagten es nicht, die Sexarbeiterinnen heimlich zu fotografieren. Das ist ethisch nicht vertretbar und k&#246;nnte den Erfolg des gesamten Projekts gef&#228;hrden. Stattdessen wollten wir eine der Frauen fragen, ob wir sie aus der Entfernung fotografieren d&#252;rfen. Gerade kam eine aus dem Restaurant und spielte mit einer Zigarette unter der Stra&#223;enlampe, hellblond und in einem silbrigen Nerzmantel.
Ich erkannte sie augenblicklich und erstarrte zur Salzs&#228;ule. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf es mich und augenblicklich fanden sich die wirr durcheinander geworfenen Teile eines Puzzles zu einem klaren Bild zusammen. Im Moment wollte ich nur in ein Mauseloch kriechen. Aber Hansi, der alle Zeit der Welt zu haben schien, redete schon auf Tanya ein. Sie blieb ganz unger&#252;hrt, auch als sie mich erkannte. Und schlie&#223;lich antwortete sie, dass sie &#252;berhaupt nicht gerne fotografiert werde. In ihrer dunklen Stimme schwang Feindschaft und Drohung mit.
Schwindel hatte mich erfasst, als wir schlie&#223;lich weitergingen.
In der n&#228;chsten Bar sa&#223;en ziemlich junge M&#228;dchen in geselligen Gruppen im Fenster. Ihre kurzen R&#246;cke verbargen nicht allzu viel.  Ihre Gesten, die sie gegen die Vor&#252;bergehenden richteten, sollten wohl verf&#252;hrerisch sein und einladend, aber an diesem sch&#228;bigen und unfreundlichen Ort wirkten sie grotesk und abschreckend — zumindest in meinen weiblichen Augen. Aus meinen verwirrten Gedanken emportauchend sah ich, wie Hansi kicherte und den aufdringlichsten unter ihnen K&#252;sschen schickte.
Wir &#252;berquerten eine Stra&#223;e und gingen nach rechts, wo schon in der Dunkelheit einige M&#228;dchen in erotischem Outfit standen und Autofahrer ansprachen. Nach Hansis Bericht, zogen besonders die z&#246;libat&#228;r Lebenden spezielle Befriedigung aus solchen Gespr&#228;chen mit Frauen. Die Preise f&#252;r ein Quickie sanken hier von 90 auf 30 Euro.
Einige Tage sp&#228;ter rief mich Tanya an.
Wir trafen uns in einem Cafe und eine Zeitlang fiel fast kein Wort. Dann begann sie leise zu weinen, sie war ein wenig betrunken. Seit einigen Jahren schon sei sie in diesem Gesch&#228;ft. Der Erl&#246;s daraus sei manchmal hoch und manchmal niedrig, aber nie weniger als dreitausend im Monat. Sie sei mit 18 nach Wien gekommen als Ehefrau eines ziemlich wohlhabenden Mannes, der sie aber sehr bald ohne jede Unterst&#252;tzung sitzen lie&#223;.
Weit verbreitet ist das Vorurteil, dass k&#228;ufliche Frauen wesenhaft s&#252;ndig seien, dass sie sich zur Unmenschlichkeit degradieren, weil sie faul, gierig und dumm seien und so wenig Empfindungen h&#228;tten wie eine Sexmaschine aus Stahl. Das Leben lehrt aber, dass der schnell zum Opfer wird, der eine Verfehlung begeht — und wie ein D&#228;mon h&#252;llt ihn die Verfehlung ein in ihre schwarzen Fl&#252;gel voll Entbehrung und Armut. Hunger regiert die Welt. Die Verzweiflung trieb Tanya hierhin und dorthin, bis sie auf der erfolglosen Suche nach einer L&#246;sung in die H&#228;nde eines Begleitservices geriet. Dort wurde ihr angedeutet, dass sie bei M&#228;nnern auch Geld machen k&#246;nne, ohne mit ihnen zu schlafen, wenn sie es nicht wollte. Doch sie hat sich nie geweigert, auch die letzte Erf&#252;llung zu geben. Jede Weigerung h&#228;tte auch weniger Geld gebracht.
Stress, Arbeits&#252;berlastung, Sorge und Langeweile zehren an der Libido vieler Frauen. Daher ist bezahlter Sex Realit&#228;t des Alltags in Wien. Escort-Services gibt es viele und sie werden immer st&#228;rker nachgefragt. Speziell wohlhabende M&#228;nner nehmen die Dienste dieser Services h&#228;ufig und regelm&#228;&#223;ig in Anspruch.  
Sex aus Liebe kann man nicht f&#252;r Geld anbieten, Sex zur blo&#223;en Befriedigung aber sehr wohl. Als ich Tanya fragte, was sie &#252;ber M&#228;nner denke, die f&#252;r Sex bezahlen, meinte sie, dass es f&#252;r viele M&#228;nner der einzige Weg sei, das zu bekommen, was sie brauchen. Die M&#228;dchen sind bereit, M&#228;nnerfantasien wahr zu machen und werden f&#252;r diese Leistung bezahlt. F&#252;r die M&#228;dchen ist die Bezahlung die Erregung daran. Tanya sagte, dass es ein Netz von Escort-Services &#252;ber ganz Europa g&#228;be und dass nach ihrer Einsch&#228;tzung fast jedes M&#228;dchen hier in Wien, welches Pelz tr&#228;gt, mit osteurop&#228;ischen oder russischen Akzent spricht und in Boutiquen einkauft, mehr oder minder in diesem Gesch&#228;ft ist. Manche arbeiten wohl der Form halber in Buchhaltungen und Sekretariaten, ohne sich aber ernsthaft auf  diese Berufe einzulassen. Hier ist Disziplin und st&#228;ndiges Bem&#252;hen gefragt. Und im Vergleich zu den 10 Tausendern, die eine erfolgreiche Kurtisane im Monat leicht lukrieren kann, sind diese Berufe &#228;u&#223;erst schlecht bezahlt. Manche M&#228;dchen, die Probleme bekommen mit ihren Dealern und Zuh&#228;ltern, versuchen zwar den Ausstieg und die R&#252;ckkehr in ein normales Leben, aber sie halten es &#252;blicherweise nicht lange aus — ohne Alkohol, Kokain, Geld, Flirt und der Fleischeslust vieler M&#228;nner.
Escort-Unternehmungen haben eigene, strenge Gesetze, und eine eigene Hierarchie unter den Mitarbeiterinnen. Auf der untersten Stufe, die am meisten gef&#228;hrdet ist, stehen die M&#228;dchen am Stra&#223;enrand und verdienen so viel wie Kellnerinnen. Auf der h&#246;chsten Stufe der Diven spricht man mehrere Fremdsprachen, ist von bet&#246;render Attraktivit&#228;t und hat die angeborene F&#228;higkeit, die Launen wohlhabender M&#228;nner zu erraten und zu befriedigen. Mit der Promiskuit&#228;t geht allerdings auch die Frische der M&#228;dchen verloren und damit beginnt der Abstieg auf der Karriereleiter. 
Ich wollte von Tanya wissen, welcher Qualit&#228;ten es f&#252;r eine solch bizarre Besch&#228;ftigung bedarf. Die M&#228;dchen, meinte sie, m&#252;ssen wahre Psychologinnen sein und sie m&#252;ssen erfassen, was M&#228;nner wirklich brauchen. Sie selbst hat 5 bis 7 M&#228;nner pro Nacht, sie muss sie erdulden, sich ihren W&#252;nschen anpassen und f&#252;r sie attraktiv und sexuell stimulierend sein. Das ist nicht leicht. 
Am Heimweg erinnerte ich an die Worte eines AMS-Trainers, ein erfolgreicher Mann in den Vierzigern, verheiratet und damit besch&#228;ftigt, Arbeitslose gegen ihren Willen zu unterrichten. Arbeitslose waren f&#252;r ihn jene, die nur einfach nicht arbeiten wollen.
Stellen wir uns doch vor, was es bedeutet: Arbeitswillig oder nicht.
Alle Menschen haben Gehirn und Muskeln, alle wollen essen, schlafen und sich bet&#228;tigen. Alle ohne Ausnahme haben kreatives Potenzial. Der Drang, aktiv zu sein ist fundamental. Instinktiv wollen wir aber auch Best&#228;tigung und Gl&#252;ck aus dem gewinnen, was wir tun. F&#252;r wen es befriedigend ist, in einem schlecht bezahlten Job Papiere zu sortieren, f&#252;r den wird es immer so weitergehen.  Derjenige aber, dem eine solche Besch&#228;ftigung nicht die Erf&#252;llung bringt, dessen physisches &#220;berleben dennoch von einem solchen Job abh&#228;ngt, der wird sich im Elend, in der Frustration und im Zwang abqu&#228;len. Er muss den formalen Status, besch&#228;ftigt zu sein, &#252;ber seine inneren Bed&#252;rfnisse stellen — aber aus einem solchen Emotionsfeld kann er keine Leistung von Wert erbringen, die der Gesellschaft nicht von Nutzen ist. Warum wird es daher als Luxus und als Privileg einer Elite angesehen, an seiner Arbeit auch Freude zu finden? 
Deepak Chopra, ein bekannter Motivationsautor, sagt dazu Folgendes: „Wir arbeiten nicht f&#252;r uns selbst, sondern sind st&#228;ndig an die Interessen Anderer gebunden.
In den Unternehmensleitungen werden Abl&#228;ufe und Termine vorgeschrieben, Anforderungsprofile und Aufgaben erstellt und die Macht der Entscheidung wird in den H&#228;nden einer kleinen Gruppe Privilegierter gehalten.“
Die Unm&#246;glichkeit, die Realit&#228;t nach eigenen Vorstellungen zu schaffen und zu gestalten, belastet den Menschen schwer und f&#252;hrt zu vorzeitigem Altern, unheilbarer Krankheit und Tod. Ganz bewusst m&#252;ssen wir uns werden dar&#252;ber, was wir tun und warum wir es tun.     
Als in der Dunkelheit die Gestalt eines Nachtschmetterlings am Rand der Stra&#223;e auftauchte, erinnerte ich mich an Tanyas Worte, dass jeder den Job tut, den er kann.
Politiker reden.
Arbeiter arbeiten.
Arbeitslose bilden das Gegengewicht zur B&#252;rokratie und geben einer Armee von B&#252;roangestellten Besch&#228;ftigung.
Gesch&#228;fte verkaufen Waren.
Schmetterlinge verkaufen Illusionen an jene, die solcher bed&#252;rfen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Erwin Buchinger ist Sozialminister; und ich hab eine Geschichte &#252;ber AMS geschrieben.</p>
<p>F&#252;r das Ausma&#223; der nicht registrierten Prostitution liegen keine  bundesweiten Sch&#228;tzungen vor. F&#252;r Wien gibt es jedoch eine Dunkelziffersch&#228;tzung, wonach den insgesamt 1.506 registriert arbeitenden Sexdienstleisterinnen ca. 3.000 nicht registriert arbeitende Sexdienstleisterinnen gegen&#252;ber stehen.<br />
(Prostitution in &#214;sterreich, Wien, 2008, Bundeskanzleramt)<br />
In &#214;sterreich sind nach Sch&#228;tzungen von NGOs etwa 5.000 bis 7.000 Frauen in der Prostitution t&#228;tig. Der Gro&#223;teil sind Migrantinnen<br />
(Sexworker News)</p>
<p>Der Tag einer arbeitslosen Frau, oder wie man Schmetterlinge besch&#228;ftigt</p>
<p>Fr&#252;h am Morgen ging ich in die Bezirkstelle des Arbeitsamtes, um mich routinem&#228;&#223;ig zu melden als eine von 287.150 &#246;sterreichischen Arbeitslosen und reihte mich in die gewohnte Warteschlange vor den B&#252;ros ein. Die Gesichter aller, die da entlang der Wand warteten, aufgerufen zu werden, dr&#252;ckten die gleiche Ausweglosigkeit und Besorgnis aus. In diesem Emotionsspektrum waren ihre Augen zu Spiegel der Anpassung an offensichtlich unab&#228;nderliche Verh&#228;ltnisse geworden und ihre Kleidung trug die un&#252;bersehbaren Spuren anhaltender Kargheit. In dieser Szenerie leuchtete pl&#246;tzlich ein gelbes Hemd mit der Aufschrift „BOSS“ heraus, das vielleicht aus dem Depot einer karitativen Organisation stammte, aber sich aufs&#228;ssig gegen die tr&#252;be Stimmung im Raum auflehnte, gegen den abgetragenen Designeranzug neben ihm und die Windjacke, die ihre beste Zeit vor Jahrzehnten gehabt hatte.<br />
Ich wusste ja, dass solche Termine weder gute Nachrichten, noch  attraktive Job-Angebote bringen, daf&#252;r aber den Lebensmut betr&#228;chtlich senken k&#246;nnen. Wie eine Schafherde werden Arbeitslose zwangsweise, bedroht durch die m&#246;gliche Einstellung der Notstandshilfe, in verschiedene Selbstfindungskurse geleitet, die sich vor allem durch Zwangsdisziplin und formelle Sachlichkeit auszeichnen.<br />
Angesteckt von der allgemeinen Nervosit&#228;t begannen meine Knie zu zittern und kalter Schwei&#223; lief meinen R&#252;cken hinunter. Am H&#246;hepunkt dieser Spannung kam von dem Mann im gelben Hemd pl&#246;tzlich ein deutlich vernehmliches Schluckauf und alle anderen starrten mit einem Mal regungslos ins Leere.<br />
Da erschien Tanya. Sie war ein blondes M&#228;dchen von etwas mehr als 27 Jahren und trug einen silbrig schimmernden Pelzmantel. Ich Gesicht strahlte ein bezauberndes L&#228;cheln und fiel dadurch auf im allgemeinen Tr&#252;bsinn. Ihre fr&#246;hliche und freundliche Ausstrahlung passte in diese Atmosph&#228;re wie ein Paradiesvogel in einen U-Bahn-Tunnel. Ihr leichter Akzent lie&#223; erraten, dass sie der zweiten oder dritten Generation osteurop&#228;ischer Einwanderer entstammte.<br />
Nach kurzer Befragung und trotz meiner sch&#252;chternen Einw&#228;nde sandte mich meine Beraterin streng dreinblickend in den n&#228;chsten sinnlosen Kurs.<br />
Dann empfing mich der kalte Wintertag. Unter der Br&#252;cke fuhren die Garnituren der U-Bahn. Ich sah betr&#252;bt hinunter auf die Z&#252;ge und stellte mir vor, sie k&#246;nnten mich zu an Orte bringen, wo nur Gl&#252;ck und Sonnenschein herrscht.<br />
Da schlug Tanya wie eine Bombe in meine Tr&#228;umereien ein. Als Leidensgef&#228;hrtinnen beschlossen wir, zusammen eine Tasse Tee zu trinken und fanden dabei schnell zu vertrautem Gespr&#228;ch.<br />
Trotz drohenden Entzugs der Notstandshilfe besuchte sie ihren Kurs nur selten und versuchte mit einer kleinen Bestechung die Dinge wieder ins Lot zu bringen.<br />
„Wei&#223;t du, dass die Angestellten des AMS Tag und Nacht vor Angst bibbern, ihren Job zu verlieren und sich pl&#246;tzlich unter uns wieder zu finden? Mein Berater weigert sich, irgendetwas von mir anzunehmen, obwohl er nur eineinhalb Tausender im Monat verdient.“<br />
So unglaubw&#252;rdig erschien ihr ihre eigene Aussage, dass sie verwirrt innehielt. Dann verga&#223; sie die das eben Erz&#228;hlte und begann von ihren Shopping-Absichten zu schw&#228;rmen, w&#228;hrend ihre gro&#223;en goldenen Ohrringe vor Aufregung wild um die Ohrl&#228;ppchen schwangen. Ihre Stimmung stieg in einem Moment zu einem Hochgef&#252;hl und fiel im anderen in ein Tief, als m&#252;sste sie immer wieder einen dunklen Teich voll Bitterkeit durchtauchen. Dann dr&#252;ckte sie ver&#228;rgert ihre Zigarette aus, stie&#223; irritiert den letzten Rauch aus und verlie&#223; mich.<br />
Mit der U-Bahn fuhr ich in die Stadt, um auf der Stra&#223;e zu fotografieren. Ich wollte mein Portfolio erweitern. Es ergab sich aber, dass ich nach kurzer Zeit einen meiner alten Bekannten aus Graz traf. Er wollte sein Herz aussch&#252;tten.<br />
Warum wollen das alle bei mir?<br />
Franz’ Ex-Freundin war kokains&#252;chtig und hatte versucht, auch ihn in diese Welt zu ziehen.<br />
„Beamte und Angestellte auf h&#246;chster Ebene sind in den Handel mit diesem Zeug verstrickt, weil es viel, viel Geld bringt.<br />
Meine Freundin war fr&#252;her eine vern&#252;nftige Frau, aber jetzt ist sie verr&#252;ckt, total verr&#252;ckt. Ich hab’s immer geahnt, dass Kokain das Hirn zerst&#246;rt.“<br />
Wir sa&#223;en noch eine Weile in dem fast leeren Cafe, dann lie&#223; ich Franz mit seinem Kokain-Kummer alleine und ging in die Bibliothek am G&#252;rtel, um den Nachmittag mit der Auswahl von DVDs und B&#252;chern zu verbringen.  Als ich mich schlie&#223;lich nach meinem Zuhause zu sehnen begann, nach warmen Hausschuhen und einen Teller hei&#223;er Suppe, rief mich Hansi an.<br />
Hansi ist ein st&#228;ndig arbeitsloser Tr&#228;umer von 50 Jahren. St&#228;ndig tr&#228;gt er Ideen &#252;ber neue Fotoprojekte mit sich herum, die normalerweise nichts bringen. Er lebt alleine in einer winzigen, schrecklich schmutzigen Wohnung, in welcher enorm gro&#223;e Kakteen in der Ecke stehen.<br />
Er wollte mich um Unterst&#252;tzung bitten beim Fotografieren von Nachtschmetterlingen, den Freudenm&#228;dchen um den G&#252;rtel, ein Projekt das vom Million&#228;r Lugner gef&#246;rdert wird. Mit Kamera und Stativ und in K&#228;lte und Finsternis begannen wir unsere Tour nahe der U-Bahnstation Thaliastra&#223;e, kamen an einigen Bars und Nachtclubs vorbei und landeten schlie&#223;lich vor einem Lokal mit Auslagenscheiben &#252;ber die volle Stra&#223;enfront. Wie mechanische Puppen sa&#223;en die Frauen darin, wie in einer Spielzeugkiste, aus welcher man sich nach Lust und Lauen ein St&#252;ck herausgreift, um eine Zeitlang damit zu spielen. Ich bin Barbie zum Ausleihen, komm und spiel mit mir! Gar nicht puppenhaft waren aber die Gesichter der Frauen — sie zeigten Spuren von Emotion und menschlicher Unvollkommenheit. Eine Dunkelh&#228;utige lag in Embrionalstellung in einer Ecke und schlief, vom langen Warten ersch&#246;pft oder einfach nur stoned. Andere unterhielten sich oder sahen beim Fenster hinaus. Niemand las ein Buch oder strickte — keine Ablenkung von der Hauptsache. Ihre Gesichter waren abgeh&#228;rmt und unwirklich anzusehen im blauen Licht der Neonr&#246;hren. Weiter unten in der Stra&#223;e standen unsere Schmetterlinge in Nerzm&#228;ntel an den Eing&#228;ngen der Bars.<br />
Wir wagten es nicht, die Sexarbeiterinnen heimlich zu fotografieren. Das ist ethisch nicht vertretbar und k&#246;nnte den Erfolg des gesamten Projekts gef&#228;hrden. Stattdessen wollten wir eine der Frauen fragen, ob wir sie aus der Entfernung fotografieren d&#252;rfen. Gerade kam eine aus dem Restaurant und spielte mit einer Zigarette unter der Stra&#223;enlampe, hellblond und in einem silbrigen Nerzmantel.<br />
Ich erkannte sie augenblicklich und erstarrte zur Salzs&#228;ule. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf es mich und augenblicklich fanden sich die wirr durcheinander geworfenen Teile eines Puzzles zu einem klaren Bild zusammen. Im Moment wollte ich nur in ein Mauseloch kriechen. Aber Hansi, der alle Zeit der Welt zu haben schien, redete schon auf Tanya ein. Sie blieb ganz unger&#252;hrt, auch als sie mich erkannte. Und schlie&#223;lich antwortete sie, dass sie &#252;berhaupt nicht gerne fotografiert werde. In ihrer dunklen Stimme schwang Feindschaft und Drohung mit.<br />
Schwindel hatte mich erfasst, als wir schlie&#223;lich weitergingen.<br />
In der n&#228;chsten Bar sa&#223;en ziemlich junge M&#228;dchen in geselligen Gruppen im Fenster. Ihre kurzen R&#246;cke verbargen nicht allzu viel.  Ihre Gesten, die sie gegen die Vor&#252;bergehenden richteten, sollten wohl verf&#252;hrerisch sein und einladend, aber an diesem sch&#228;bigen und unfreundlichen Ort wirkten sie grotesk und abschreckend — zumindest in meinen weiblichen Augen. Aus meinen verwirrten Gedanken emportauchend sah ich, wie Hansi kicherte und den aufdringlichsten unter ihnen K&#252;sschen schickte.<br />
Wir &#252;berquerten eine Stra&#223;e und gingen nach rechts, wo schon in der Dunkelheit einige M&#228;dchen in erotischem Outfit standen und Autofahrer ansprachen. Nach Hansis Bericht, zogen besonders die z&#246;libat&#228;r Lebenden spezielle Befriedigung aus solchen Gespr&#228;chen mit Frauen. Die Preise f&#252;r ein Quickie sanken hier von 90 auf 30 Euro.<br />
Einige Tage sp&#228;ter rief mich Tanya an.<br />
Wir trafen uns in einem Cafe und eine Zeitlang fiel fast kein Wort. Dann begann sie leise zu weinen, sie war ein wenig betrunken. Seit einigen Jahren schon sei sie in diesem Gesch&#228;ft. Der Erl&#246;s daraus sei manchmal hoch und manchmal niedrig, aber nie weniger als dreitausend im Monat. Sie sei mit 18 nach Wien gekommen als Ehefrau eines ziemlich wohlhabenden Mannes, der sie aber sehr bald ohne jede Unterst&#252;tzung sitzen lie&#223;.<br />
Weit verbreitet ist das Vorurteil, dass k&#228;ufliche Frauen wesenhaft s&#252;ndig seien, dass sie sich zur Unmenschlichkeit degradieren, weil sie faul, gierig und dumm seien und so wenig Empfindungen h&#228;tten wie eine Sexmaschine aus Stahl. Das Leben lehrt aber, dass der schnell zum Opfer wird, der eine Verfehlung begeht — und wie ein D&#228;mon h&#252;llt ihn die Verfehlung ein in ihre schwarzen Fl&#252;gel voll Entbehrung und Armut. Hunger regiert die Welt. Die Verzweiflung trieb Tanya hierhin und dorthin, bis sie auf der erfolglosen Suche nach einer L&#246;sung in die H&#228;nde eines Begleitservices geriet. Dort wurde ihr angedeutet, dass sie bei M&#228;nnern auch Geld machen k&#246;nne, ohne mit ihnen zu schlafen, wenn sie es nicht wollte. Doch sie hat sich nie geweigert, auch die letzte Erf&#252;llung zu geben. Jede Weigerung h&#228;tte auch weniger Geld gebracht.<br />
Stress, Arbeits&#252;berlastung, Sorge und Langeweile zehren an der Libido vieler Frauen. Daher ist bezahlter Sex Realit&#228;t des Alltags in Wien. Escort-Services gibt es viele und sie werden immer st&#228;rker nachgefragt. Speziell wohlhabende M&#228;nner nehmen die Dienste dieser Services h&#228;ufig und regelm&#228;&#223;ig in Anspruch.<br />
Sex aus Liebe kann man nicht f&#252;r Geld anbieten, Sex zur blo&#223;en Befriedigung aber sehr wohl. Als ich Tanya fragte, was sie &#252;ber M&#228;nner denke, die f&#252;r Sex bezahlen, meinte sie, dass es f&#252;r viele M&#228;nner der einzige Weg sei, das zu bekommen, was sie brauchen. Die M&#228;dchen sind bereit, M&#228;nnerfantasien wahr zu machen und werden f&#252;r diese Leistung bezahlt. F&#252;r die M&#228;dchen ist die Bezahlung die Erregung daran. Tanya sagte, dass es ein Netz von Escort-Services &#252;ber ganz Europa g&#228;be und dass nach ihrer Einsch&#228;tzung fast jedes M&#228;dchen hier in Wien, welches Pelz tr&#228;gt, mit osteurop&#228;ischen oder russischen Akzent spricht und in Boutiquen einkauft, mehr oder minder in diesem Gesch&#228;ft ist. Manche arbeiten wohl der Form halber in Buchhaltungen und Sekretariaten, ohne sich aber ernsthaft auf  diese Berufe einzulassen. Hier ist Disziplin und st&#228;ndiges Bem&#252;hen gefragt. Und im Vergleich zu den 10 Tausendern, die eine erfolgreiche Kurtisane im Monat leicht lukrieren kann, sind diese Berufe &#228;u&#223;erst schlecht bezahlt. Manche M&#228;dchen, die Probleme bekommen mit ihren Dealern und Zuh&#228;ltern, versuchen zwar den Ausstieg und die R&#252;ckkehr in ein normales Leben, aber sie halten es &#252;blicherweise nicht lange aus — ohne Alkohol, Kokain, Geld, Flirt und der Fleischeslust vieler M&#228;nner.<br />
Escort-Unternehmungen haben eigene, strenge Gesetze, und eine eigene Hierarchie unter den Mitarbeiterinnen. Auf der untersten Stufe, die am meisten gef&#228;hrdet ist, stehen die M&#228;dchen am Stra&#223;enrand und verdienen so viel wie Kellnerinnen. Auf der h&#246;chsten Stufe der Diven spricht man mehrere Fremdsprachen, ist von bet&#246;render Attraktivit&#228;t und hat die angeborene F&#228;higkeit, die Launen wohlhabender M&#228;nner zu erraten und zu befriedigen. Mit der Promiskuit&#228;t geht allerdings auch die Frische der M&#228;dchen verloren und damit beginnt der Abstieg auf der Karriereleiter.<br />
Ich wollte von Tanya wissen, welcher Qualit&#228;ten es f&#252;r eine solch bizarre Besch&#228;ftigung bedarf. Die M&#228;dchen, meinte sie, m&#252;ssen wahre Psychologinnen sein und sie m&#252;ssen erfassen, was M&#228;nner wirklich brauchen. Sie selbst hat 5 bis 7 M&#228;nner pro Nacht, sie muss sie erdulden, sich ihren W&#252;nschen anpassen und f&#252;r sie attraktiv und sexuell stimulierend sein. Das ist nicht leicht.<br />
Am Heimweg erinnerte ich an die Worte eines AMS-Trainers, ein erfolgreicher Mann in den Vierzigern, verheiratet und damit besch&#228;ftigt, Arbeitslose gegen ihren Willen zu unterrichten. Arbeitslose waren f&#252;r ihn jene, die nur einfach nicht arbeiten wollen.<br />
Stellen wir uns doch vor, was es bedeutet: Arbeitswillig oder nicht.<br />
Alle Menschen haben Gehirn und Muskeln, alle wollen essen, schlafen und sich bet&#228;tigen. Alle ohne Ausnahme haben kreatives Potenzial. Der Drang, aktiv zu sein ist fundamental. Instinktiv wollen wir aber auch Best&#228;tigung und Gl&#252;ck aus dem gewinnen, was wir tun. F&#252;r wen es befriedigend ist, in einem schlecht bezahlten Job Papiere zu sortieren, f&#252;r den wird es immer so weitergehen.  Derjenige aber, dem eine solche Besch&#228;ftigung nicht die Erf&#252;llung bringt, dessen physisches &#220;berleben dennoch von einem solchen Job abh&#228;ngt, der wird sich im Elend, in der Frustration und im Zwang abqu&#228;len. Er muss den formalen Status, besch&#228;ftigt zu sein, &#252;ber seine inneren Bed&#252;rfnisse stellen — aber aus einem solchen Emotionsfeld kann er keine Leistung von Wert erbringen, die der Gesellschaft nicht von Nutzen ist. Warum wird es daher als Luxus und als Privileg einer Elite angesehen, an seiner Arbeit auch Freude zu finden?<br />
Deepak Chopra, ein bekannter Motivationsautor, sagt dazu Folgendes: „Wir arbeiten nicht f&#252;r uns selbst, sondern sind st&#228;ndig an die Interessen Anderer gebunden.<br />
In den Unternehmensleitungen werden Abl&#228;ufe und Termine vorgeschrieben, Anforderungsprofile und Aufgaben erstellt und die Macht der Entscheidung wird in den H&#228;nden einer kleinen Gruppe Privilegierter gehalten.“<br />
Die Unm&#246;glichkeit, die Realit&#228;t nach eigenen Vorstellungen zu schaffen und zu gestalten, belastet den Menschen schwer und f&#252;hrt zu vorzeitigem Altern, unheilbarer Krankheit und Tod. Ganz bewusst m&#252;ssen wir uns werden dar&#252;ber, was wir tun und warum wir es tun.<br />
Als in der Dunkelheit die Gestalt eines Nachtschmetterlings am Rand der Stra&#223;e auftauchte, erinnerte ich mich an Tanyas Worte, dass jeder den Job tut, den er kann.<br />
Politiker reden.<br />
Arbeiter arbeiten.<br />
Arbeitslose bilden das Gegengewicht zur B&#252;rokratie und geben einer Armee von B&#252;roangestellten Besch&#228;ftigung.<br />
Gesch&#228;fte verkaufen Waren.<br />
Schmetterlinge verkaufen Illusionen an jene, die solcher bed&#252;rfen.</p>
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