Den Namen Sebastian Kurz kannte ich nicht und ohne der Überschrift “VP-Jugend: In bestehende Pensionen eingreifen? Ja!” in ”DiePresse” wäre er mir wahrscheinlich noch eine Weile unbekannt geblieben. Wenngleich ich dem, was der Mann zu sagen hat, großteils nicht uneingeschränkt zustimmen möchte, hat er doch mit seinem “Ja” recht.
Es heißt immer, in bestehende Verträge könne man nicht eingreifen. Besonders in Sachen Pensionen wird das immer als wahres Sakrileg dargestellt, obwohl defacto bei jeder Pensionsreform in bestehende Verträge eingegriffen wird. Es ist doch wohl so, dass bei Eintritt ins Arbeitsleben das Ausmaß der in weiter Ferne zu erwartenden, von der Allgemeinheit in Aussicht gestellten Pension akzeptiert wird. Ansonsten müsste man die Pensionsbeiträge ja als Steuer oder gar als Geschenk des Einzelnen an die Allgemeinheit ansehen…
Wenn nun die Allgemeinheit draufkommt, dass zu wenig Geld für die Pensionen da ist, dann werden immer die zu erwartenden Einkünfte der Noch-nicht-Pensionisten gekürzt, während jene der Schon-Pensionisten bis zum St.Nimmerleinstag ungeschoren bleiben. Das ist eigentlich eine bodenlose Sauerei, denn es kann dadurch passieren, dass zwei Leute, die gleich lang im gleichen Job gearbeitet und gleich viel einbezahlt haben, auf ewig wesentlich unterschiedliche Pensionen erhalten. Und das nur deshalb, weil einer von beiden um ein Jahr älter ist. Das kann doch wohl nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Würde man bei Pensionsreformen auch bestehende Pensionen einbeziehen, wären die Einschnitte, weil von allen Pensionisten getragen, gewiss verträglicher und es würde wahrscheinlich auch mehr Akzeptanz für die Maßnahmen geben. Natürlich müsste gleichzeitig mit der Halsabschneiderei, Pensionen gar nicht bzw nur unter der Inflationsrate zu erhöhen, Schluss sein. Die ultimative Gerechtigkeit wäre dadurch wohl auch nicht zu erreichen (das Leben ist nunmal hart, aber ungerecht… :) ), aber die Sache wäre damit etwas gerechter ungerecht…
PS: Irgendwann wird das sowieso kommen, weil es gar nicht anders gehen wird. Der Herr Kurz wird aber derweil von seinen Parteifreunden kräftig eins auf die Mütze bekommen, weil er ausgerechnet im Wahlkampf mit sowas daherkommt…