Ich weiß, unter “Neffentrick” versteht man, dass sich ein Kleingauner als Neffe von (meist betagten) Leuten ausgibt und diesen mit rührenden Geschichten Geld herauslockt. Irgendwie fällt mir das Wort aber trotzdem immer wieder ein, wenn ich an die derzeitigen Vorgänge in der ÖVP denke…
Dass der Willi Molterer von vielen in der ÖVP nicht als das Gelbe vom Ei angesehen wird, ist sicher kein Geheimnis. Aber was hätte man machen sollen, nachdem der Partei nach der unerwartet verlorenen Wahl der Schüssel so plötzlich weggenötigt worden war? Da brauchte man eben schnell einen neuen Obmann und entschied sich für Kontinuität statt Risiko. Welcher Teufel wohl die ÖVP derzeit reitet, dass sie mitten im Intensivwahlkampf eine Obmanndebatte zulässt?
Manche meinen, der säße in Niederösterreich und wolle seine Macht auf ganz Österreich ausdehnen, ohne sein Land verlassen zu müssen (wird anscheinend modern
). Der Neffe wird als Chef eingesetzt und pariert auf Zufruf. Bei Freund Michael von Wien (nur der Onkel ist da eine anderer
) hat´s mit der SPÖ ja auch so funktioniert. “Pröll & Pröll – der Onkel und der Neffe” wäre auch ein toller Roman/Filmtitel für die Zeit danach…
[...] Könnte man meinen – enn da nicht der Faymann und sein Zeitungsonkel schon im Wahlkampf dauernd gesagt hätten, dass es mit den richtigen Leuten in der ÖVP schon gehen würde. Und wenn man nicht wüsste, dass der Ober-Niederösterreicher (ÖVP) und der Ober-Wiener (SPÖ), die beide in ihren Parteien sehr mächtig sind und sich gar so gut verstehen, leidenschaftliche Großkoalitionäre sind. Ja ersterer hat dafür sogar schon seinen Neffen konditioniert… [...]
29. Sep. 2008 | #