Die Parteien haben auf meine Fragen geantwortet. Lediglich die Antwort vom LIF steht noch aus.
Hier eine Zusammenfassung die nach Raucherfreundlichkeit – so wie sie der kritikus sieht
- gereiht ist:
1) Die FPÖ ist eine sichere Bank für den rauchenden Wähler. Für den Platz 1 auf meiner Liste ist natürlich auch ausschlaggebend, dass die Partei stark genug ist, um nicht so leicht links liegen gelassen zu werden.
2) Dem BZÖ traue ich ebenfalls zu, Rauchhysterikern wehement entgegen zu treten. Allerdings ist die Partei momentan (noch?) nicht so stark,,,
3) Die ÖVP halte ich für einen guten Kompromiss für den gemäßigten Raucher. Einem Totalverbot wird sie meiner Meinung nach nicht so leicht zustimmen, auch wenn das Gespenst Rasinger erhalten bleiben wird…
4) Die Liste Fritz Dinkhauser würde nach den Antworten eher auf einen Spitzenplatz gehören. Es ist aber höchst ungewisse, ob sie es in den Nationalrat schafft. Deshalb nur Platz 4…
5) Die SPÖ halte ich in der Raucherfrage für gespalten. Früher hatten die missionarischen Gesundheitsapostel das Sagen, in letzter Zeit dürfte sich das aber gewandelt haben. Sogar Sabine Oberhauser hält nun des Österreichischen Weg für gut (im Wahlkampf jedenfalls…
6) Die Grünen sind das Schlusslicht auf meiner kleinen Liste, obwohl sie nun doch versöhnlichere Töne anschlagen. Das wird natürlich mit dem Wahlkampf zu tun haben, früher waren sie allerdings total restriktiv eingestellt – und da war auch Wahlkampf. Trotzdem traue ich ihnen in der Frage nicht…
Das LIF hat meine Anfrage zwar zur Kenntnis genommen, bis jetzt aber noch nicht geantwortet. Ich würde sie – weil liberal – irgendwo im Bereich um Platz 4 einreihen.
Irgendwie fällt mir auf, dass sich in der Raucherfragen eher die rechten Parteien liberaler geben. Wenn ich mich an die gute alte Zeit zurückerinnere, dann war das da anders. Stehen etwa jetzt die Linken rechts und die Rechten links? Verdammt kompliziert, da schwirrt einem ja der Kopf…
dass dir die rechten liberaler erscheinen liegt daran, dass dein liberalitätsverständnis auch jenseits von gut und böse ist
du siehst nämlich nicht, dass freies rauchen eine viel drastischere restriktion bedeutet als ein öffentliches rauchverbot.
7. Sep. 2008 | #
“Freies” Rauchen (überall und jederzeit) habe ich nie gefordert. Es freut mich zwar nicht besonders, aber die Rauchverbote in allen öffentlichen Räumen ohne Ausnahmen (nur das ist das Störende daran) gehen in Ordnung – die Öffentlichkeit (sprich Politik = Verwalter) will es offenbar so. Genauso geht es in Ordnung, wenn ein Privater ein Rauchverbot für seinen Bereich haben will. Nicht in Ordnung ist es aber, wenn die Öffentlichkeit (=Regierung) in einen privaten Bereich (zB Gastronomie
) etwas hineinzuzwingen will – das ist ganz bestimmt nicht liberal.
Im Übrigen sollte gelten: Wenn mir etwas nicht passt, dann gehe ich dort nicht hin. Das ist liberal – jeder kann entscheiden, was er will…
8. Sep. 2008 | #
Gastronomie ist kein privater Bereich. Ein Gasthaus mag zwar ein privates Unternehmen sein, der Gastbereich ist aber idR für jeden zugänglich. Der Gastwirt lebt davon, dass dieser Bereich von der Öffentlichkeit frequentiert wird und diese dort Essen und Getränke konsumiert.
Welchen Vorteil bietet es einem Wirten, wenn seine Gäste in seinem Lokal rauchen?
Dass ein Teil der Kundschaft sich und andere schleichend vergiftet und keine Rücksicht nehmen muss?
Dass Kinder und sensible Personen davon besonders betroffen sind?
Dass die Einrichtung irgendwann nach kalter Asche stinkt und helle Textilien grau werden (die man umso schneller ersetzen muss)?
Dass das Putzpersonal viel mehr zu tun hat?
Dass das Brandrisiko erhöht ist?
Dass das Personal unter widrigen Umständen arbeiten muss?
Dass Leute eine Sucht befrieden können, die andere – die auch gerne bleiben möchten – ohne deren Zustimmung in Mitleidenschaft ziehen? (Und was genau ist daran liberal, wenn die “freie Entscheidung” des Gastes darin besteht, für den Konsum von Essen und Getränken im Lokal das Einatmen toxischer Stoffe in Kauf nehmen zu müssen?)
Dass die Gäste nach dem Aufenthalt dort stinken wie ein Aschenbecher?
Erklärs mir, ich verstehs nicht.
9. Sep. 2008 | #
nein, dass die nichtraucher sich quasi eine eigene gesellschaft aufbauen müssen um ein gesellschaftliches leben zu haben – oder sich wahlweise ihre gesundheit zerstören lassen müssen (wenns es die wahl überhauptgibt, manche leiden unter rauch ja nicht nur langfristig sondern unmittelbar), dann ist das nicht liberal sondern dann ersetzen der rauch und sein verursachender raucher einfach ein gesetz und bestimmt willkürlich restriktionen.
rauch macht zonen zu no go-areas für nichtraucher. er ist höchst-exklusiderend.
ein gesetz, das hingegen das rauchen im geschlossenen raum verbietet, schließt den raucher NICHT aus. lediglich seinen rauch.
es ist daher in meinen augen deutlich liberaler, weil es nicht menschen sondern nur giftstoffe ausschließt.
10. Sep. 2008 | #
[...] Da wird das “das kleine Zumpferl” wohl recht haben. Mir sind die Antworten auf meine Raucherfragen auch teilweise merkwürdig handzahm vorgekommen – besonders bei der SPÖ und den Grünen. Wer also gegen ein totales Rauchverbot ist, muss das schon am Wahltag dokumentieren, denn nachher, wenn erstarkte Rauchhysteriker in ihren Bemühungen wie gewohnt (und gefürchtet ) fortfahren, nutzt kein Lamentieren mehr. Ich habe das ja schon immer gewusst (deshalb habe ich meine Zusammenstellung ja gemacht , trotzdem freut mich der Hinweis aus der anderen Ecke… [...]
10. Sep. 2008 | #
[...] PS: Mir können von nun an die Konfrontationen gestohlen bleiben, ich mache mir lieber meine eigenen Gedanken… [...]
12. Sep. 2008 | #