12. Sep. 2008
Nach einer Erinnerung antworten auch die Freiheitlichen (am 11.9.) auf meine Anfrage – dafür recht ausführlich.
Sehr geehrter Herr *******!
Die Muttersprache ist das Ergebnis einer biographischen und familiären Prägung. Sie ist daher die Sprache, in der man denkt, fühlt und träumt. Die jeweilige Muttersprache ist daher als Trägerin des kulturellen Ausdruckes das bestimmende Kriterium der Zuordnung zu einer größeren Kulturgemeinschaft. Da die Mehrheit der Österreicher die Staatssprache Deutsch (vgl. Art. 8 B-VG) als Muttersprache spricht, ergibt sich daraus ihre Zugehörigkeit zur deutschen Kulturgemeinschaft.
Öffentliche Einrichtungen sollen daher ganz besonders darauf achten, sich unserer Muttersprache zu bedienen. Das gilt auch für den ORF. Wir geben der Hauptsendezeit und den Kurznachrichten den Vorzug vor Prime Time und News Flash. Und ich achte auch bei meinen Stellungnahmen darauf, nicht in seichte Anglizismen zu verfallen.
Ihrem Vorschlag zur Schaffung eines Sprachschutzgesetzes kann ich beitreten und ich stelle auch klar, dass Sprachvereine eine große Bedeutung für unsere Kultur haben.
Bei Ortsnamen ist, so vorhanden, grundsätzlich der deutsche Name anzuwenden.
Das betrifft auch die Beschriftung von Straßenverkehrszeichen. (Ödenburg statt Sopron, Brünn statt Brno)
Kinder von Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft und ohne deutsche Muttersprache müssen ein Jahr vor der Einschulung einen Deutschtest bestehen. Bei Misserfolg wird in gesonderten Kindergärten ein Intensivkurs absolviert, der von den Eltern zu finanzieren ist. Bei bestandener Prüfung ist die Aufnahme in das öffentliche Schulsystem in Österreich und damit eine hervorragende Ausbildung für die Zukunft möglich.
Durch mangelnde Deutschkenntnisse eines Teils der Schüler wird auch das Bildungsniveau der einheimischen Jugendlichen beeinflusst. In Wien lag der Anteil der Volksschüler mit nichtdeutscher Muttersprache im Schuljahr
2005/2006 bei 45,6%. Dies bedeutet einen Anstieg um 2,2% gegenüber 2004/2005.
Aus einer bis dato nicht veröffentlichten Abfrage aus der Bildungsdokumentation (Statistik Austria) 2006/2007 geht hervor, dass der Anteil an Ausländern und Inländern nicht deutscher Muttersprache an allen Schulen der ersten Schulstufe in Wien (teilw. 6-Jährigen, teilw. 7-Jährige, jedenfalls ein Jahrgang) zum Stand September 2006 bereits 50,9 % betragen hat. Damit war im Schuljahr 2006/2007 erstmals die autochthone (ansässige) Bevölkerung Wiens in der Altersgruppe der Taferlklassler in der Minderheit.
Fünfzehnjähriger, dauerhafter und legaler Aufenthalt in Österreich, Unbescholtenheit sowie die ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache und der Landeskunde sind unbedingte Voraussetzung für die Verleihung der Staatsbürgerschaft.
Im Rahmen der Europäischen Union bekenne wir uns zu einem Europa, das im Inneren möglichst föderativ und dezentral organisiert ist, das die Vielfalt der Kulturen, Sprachen und Völker nicht nur bewahrt, sondern bewusst weiterentwickelt – also für ein Europa der sich ihrer Identität gewissen Völker und der miteinander verbündeten Nationalstaaten, ein Europa, das sich gegen unlebbaren Multikulturalismus, gegen Massenzuwanderung und gegen einen Schmelztigel wendet.
Sprache, Geschichte und Kultur Österreichs sind deutsch. Die überwiegende Mehrheit der Österreicher ist Teil der deutschen Volks-, Sprach- und Kulturgemeinschaft. Die Einrichtung einer deutschen Sprachakademie in Wien wird daher von mir unterstützt.