Die ERSTE ist wirklich die erste Bank, welche die Staatshilfe in Anspruch nimmt. Man kann getrost annehmen, dass andere Banken dem Beispiel folgen werden.
Mit 2,7 Milliarden Euro wird sich der Staat an der ERSTE beteiligen. Dh, die Bank leiht sich vom Staat das Geld aus und zahlt dafür 8 % Zinsen. Dieser bekommt Anteile, welche er nicht verkaufen kann, und hat auch nichts mitzureden. Das Geld wird frühestens in 5 Jahren zurückgezahlt oder in Aktien gutgeschrieben.
Generaldirektor Treichl teilte im Brustton der Überzeugung mit, dass der ERSTE gut gehe und dass man sich in schwierigen Zeiten halt gut anziehen müsse. Es gehe nur um eine Erhöhung des Eigenkapitals. Wie man mit geborgtem Geld sein Eigenkapital erhöht, verstehe ich nicht wirklich. Ich muss das aber auch nicht, ich bin ja nur einer von den vielen, die mitfinanzieren und da wäre ein “Verstehen” eh kontraproduktiv
Kanzler Gusenbauer versteht das aber sicher besser. Er nannte die Sache ein ”gutes Geschäft“ für den Staat. Er meinte damit, dass sich der Staat das Geld für das Darlehen zwar auch ausleihen muss, von der ERSTE mit 8 Prozent aber mehr Zinsen erhalten wird, wie er selbst für das geliehene Geld zahlen muss. Einfach genial – wundersame Geldvermehrung! Warum bloß fallen mir nie so gute Geschäfte ein? Doch halt, kommt uns das nicht bekannt vor? Wurde so oder ähnlich nicht die Blase, die uns jetzt um die Ohren fliegt, gebildet? Geht etwa das gleiche Spiel – nur jetzt um ein paar Mitspielern (Staaten) erweitert – ungeniert weiter?
PS: Ein richtiges Perpetuum Pecunia hat der Gusenbauer zu unserem Wohl da erfunden. Warum die SPÖ dieses Genie abgesagelt hat, ist total unverständlich. Na ja, die besten müssen immer zuerst gehen…