Ein Finanzmann bin ich sicher nicht, aber meine Gedanken mache ich mir trotzdem. Die Iren haben damit begonnen und ganz Europa muss (?) damit nachziehen, die Spareinlagen unbegrenzt hoch zu garantieren…
Es ist ja nicht das erste Mal, dass Irland mit einem Unsinn vorprescht. Traurig ist diesmal nur, dass die anderen EU-Staaten glauben, dass sie da mit müssen, damit nicht alles Kapital nach Irland fließt. Die Briten sind schon dabei, Deutschland zieht nach und unser Finanzminister ist mittlerweile auch dafür, die Grenzen der Einlagensicherung zu erhöhen.
Man will damit erreichen, dass die Bürger ihr Geld in den Banken lassen. Vermutlich deshalb, weil die Institute es nicht auszahlen könnten. Scheinbar ist das Geld der Sparer gar nicht vorhanden, sondern nur irgendwo in einem Dschungel von Vertragsverflechtungen verschrieben. Feuer am Dach ist jetzt, weil eben diese Verträge im Zuge der Finanzkrise zunehmend nichts wert werden. Eigentlich hatten die niemals einen reellen, sondern nur einen virtuellen Wert, weil das Geld, das dort verschrieben ist, ja auch nur virtuell erzeugtes Geld war.
Für mich hat die Misere schon vor langer Zeit begonnen. Es war genau die Zeit, als es Otto-Normalverbraucher ermöglicht wurde, am Finanzmarkt teilzunehmen (vorher ging das ja nicht wirklich). Junge Aktien nannte man das damals und diese wurden, wenn ich mich richtig erinnere, sogar vom Staat beworben und ich glaube, es gab sogar Steuerbegünstigungen beim Kauf. Mein Verdacht war damals schon, dass dies einzig den Zweck hatte, auch den einfachen, in diesen Sachen unbeholfenen, Bürger der Hochfinanz zum Abzocken freizugeben.
Die Frage ist jetzt, ob eine unbegrenzte Garantie der Einlagen der Weisheit letzter Schluss ist. Wenn die Banken nichts Bares haben, wie sollen es denn dann die Regierungen haben? Ja, ja – es ist ja kein Geld nötig, es geht nur um Garantien (wieder virtuell?). Aber was, wenn die Sparer ihr Vertrauen verlieren und ihr Geld trotzdem abheben wollen? Ah, na klar – Regierungen können das Geld ja selber drucken. Wie konnte ich das nur vergessen…
PS: Aber egal wie das ausgeht, normalerweise müssten jetzt schon Sonderermittlungen mit größter Intensität und Härte laufen. Genau jetzt könnten die Europa-Regenten beweisen, dass sie nichts mit üblen Geschäften zu tun haben…
[...] kritikus.at Kritik zum Schmunzeln – nicht objektiv, dafür aber höchst subjektiv … « Garantierte Heißluft? [...]
6. Okt. 2008 | #
[...] Wie auch immer, er soll machen was er will, der Vladimir Spidla. Wenn er´s durchzieht, wird er sicher eine Zeit lang Schlagzeilen haben. Traurig ist nur, dass solche Leute letztendlich die EU-Gegner stärken, weil diesen angesichts der lobbyismusgetriebnen Verbots- und Reglementierungswut die Leute scharenweise zulaufen. Ach ja, Island ist vollkommen pleite, in der EU crasht eine Bank nach der anderen (die Billionen-Rettungspakete dürften nicht reichen), bei uns ist die Constantia schon hin, die Kommunalkredit gibt auch gerade den Löffel ab und Swarovski schmeist schon mal 840 Mitarbeiter raus. Nur gut, dass wir in der EU-Verwaltung so rührige Leute wie den Spidla haben, die kapieren, was wirklich wichtig ist… [...]
26. Okt. 2008 | #