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6. Okt. 2008

Wenn man über die immer penetranter zu Tage tretenden Geldsorgen nachdenkt und sieht, wie Regierungen zu unhaltbaren Garantien gezwungen werden, kommen einem merkwürdige Vergleiche.

Mir sind da die Hütchenspieler, jene Kleinbetrüger, die sich, mit 3 Nussschalen oder Zündholzschachteln bewaffnet, gerne auf Jahrmärkten und dgl herumtreiben, eingefallen. Mittlerweile weiß jeder Volldepp schon, dass man bei denen nichts gewinnen kann. Sie verschieben die gewinnbringende Kugel so schnell, dass man, wenn der Spieler nicht will, unmöglich feststellen kann, in welchem der 3 Behältnisse sie sich befindet. Soweit wäre es ja noch einfach, die Chancen stünden ja auch beim bloßem Raten noch 3:1 – also gar nicht so schlecht. Die Hütchenspieler sind aber so geschickt, dass sie es bei den Entscheidenden Spielen schaffen, einem vorzugauckeln, die Kugel wäre in einem bestimmten (natürlich leeren) Behältnis. Darauf setzen dann die Volldeppen, die es noch nicht begriffen haben, viel Geld, denn man ist sich ja vollkommen sicher…

Wenn wir jetzt wieder zu unseren Finanzjongleuren zurückkommen, stellt sich die Frage, was denn (abgesehen von der Höhe der Einsätze) der Unterschied zwischen diesen und den Hütchenspielern ist. Bei beiden ist man über Gewinn und Verlust nur soweit informiert, wie sie selber es zulassen. Und bei beiden kann man, wie wir jetzt wissen, nur verlieren… ;)

 

PS: Wenn es mir nicht so schwerfallen würde, müsste ich uns, die wir Geld ins Finanzcasino getragen haben, auch als Volldeppen, die nichts begriffen haben, bezeichnen… :)

10 Kommentare »

  1. kritikus.at » Blog Archiv » Es bewegt sich ja doch… schreibt:

    [...] Ich war wahrscheinlich zu ungeduldig und man weiß ja, dass die Mühlen des Gesetzes langsam, dafür aber stetig mahlen. Nun lese ich gerade, dass bei Hypo Real Estate diverse Verdachtsmomente (”fehlerhaften Kapitalmarktinformationen, Verstößen gegen das Verbot der Marktmanipulation und Betrugsverdacht” – Zitat Reuters Deutschland) im Raum stünden und auch in Sachen Immofinanz eine Anzeige bei Staatsanwalt eingelangt sein soll. Ein Anfang ist also gemacht und das ist gut so. Hoffentlich bleiben das keine Einzelfälle, denn es gehörten alle Fälle angeschaut – in ganz Europa. Wir, die wir für das Desaster bürgen, haben ein Recht darauf, zu wissen, wer uns das eingebrockt und wer davon profitiert hat. [...]

    14. Okt. 2008 | #

  2. kritikus.at » Blog Archiv » “Ein gutes Geschäft” schreibt:

    [...] Kanzler Gusenbauer versteht das aber sicher. Er nannte die Sache ein ”gutes Geschäft”  für den Staat. Er meinte damit, dass sich der Staat das Geld für das Darlehen zwar auch ausleihen muss, von der ERSTE mit 8 Prozent aber mehr Zinsen erhalten wird, wie er selbst für das geliehene Geld zahlen muss. Genial – wundersame Geldvermehrung! Warum bloß fallen mir nie so gute Geschäfte ein? Doch halt, kommt uns das nicht bekannt vor? Wurde so oder ähnlich nicht die Blase, die uns jetzt um die Ohren fliegt, gebildet? Geht etwa das gleiche Spiel – nur jetzt um ein paar Mitspielern (Staaten) erweitert – ungeniert weiter? [...]

    30. Okt. 2008 | #

  3. kritikus.at » Blog Archiv » Das Evangelium der Zocker schreibt:

    [...] Das kann jetzt wohl nur heißen, dass diejenigen, die wir für gottlosee Zocker gehalten haben, eigentlich gottesfürchtige Fromme sind, die ihr Werk vollkommen im Einklang mit der Bibel getätigt haben… [...]

    17. Nov. 2008 | #

  4. kritikus.at » Blog Archiv » Die Sache mit den Zinsen schreibt:

    [...] Wenn dann die Leute mit billigen Krediten ordentlich angefüttert sind, wird der Zahltag näherrücken – spätestens dann, wenn sich die Wirtschaft wieder erholt haben wird. Die staatlichen Füllhörner werden wirklich schmerzenden Sparpaketen Platz machen (selbst ein Staat kann nicht unenedlich wesentlich mehr ausgeben, als er einnimmt) und die Zinsen werden schnell wieder steigen. Eng wird´s für viele werden, wenn Banken beginnen, sich um die angefütterten Fische in ihren Teichen zu kümmern. Da werden dann sehr viele der gierig gewordenen Fischlein in den Netzen zappeln - dh, sie werden schwer zahlen oder, wenn sie das nicht mehr können, alles verlieren. Aber es hilft nichts, die Pegelstände der Geldspeicher gehören nunmal erhöht, von irgendwas müssen die Magnaten ja schließlich auch leben… [...]

    14. Jan. 2009 | #

  5. kritikus.at » Blog Archiv » Geldvernichter schreibt:

    [...] Ist schon klar, gegen die Summen, die als neues Spielgeld in das globale Casino gepumpt werden, sind die 167 Milliarden ein Lercherlschas. Dass das Geld aber mit wenig Wirkung verpuffen würde, sollte den EU-Schlaumaiern schon klar sein. Nur zu oft reissen sich Schurkenregierungen EU-Gelder unter die korrupten Fingernägel und es soll auch schon vorgekommen sein, dass sie in Waffenkäufe gesteckt werden. Und dass ausgerechnet China als Empfängerland genannt wird, ist wohl der Gipfel der Naivität. Wird doch dieses Land in Bälde der größte Konkurrent der EU (Wirtschaft, Energie etc) sein und die Chinesen sind wohl nicht gerade dafür bekannt, dass sie sich von irgendjemand dreinreden zu lassen (egal, wie viel Geld man ihnen dafür vorher gegeben hat… [...]

    23. Jan. 2009 | #

  6. kritikus.at » Blog Archiv » Paintball/Gotcha Verbot schreibt:

    [...] wollte, hätte er wahrhaft viel zu tun. Anfangen würde ich an seiner Stelle bei den Bankstern. Und wenn es der CDU mit einem Simulationsverbot für das Töten Ernst wäre, [...]

    10. Mai. 2009 | #

  7. kritikus.at » Blog Archiv » Ausgezockt - oder doch nicht? schreibt:

    [...] Hütchenspieler dürften kurz davor stehen, eine neue, noch gewaltigere Runde im globalen Spiel [...]

    13. Mai. 2009 | #

  8. kritikus.at » Blog Archiv » Krise II.? schreibt:

    [...] lange haben sie nicht gebraucht, die Hütchenspieler. Die öffentlichen Gelder sind eingesackt und schon ist das globale Casino wieder wie gehabt am [...]

    10. Jul. 2009 | #

  9. kritikus.at » Betrüger - Kritik zum Schmunzeln – nicht objektiv, dafür aber höchst subjektiv … schreibt:

    [...] Hütchenspieler habe ich im Zusammenhang mit der Krise schon mehrmals geschrieben. Dabei habe ich, wie es meine Art [...]

    30. Aug. 2010 | #

  10. kritikus.at » Bahn in Irrland - Kritik zum Schmunzeln – nicht objektiv, dafür aber höchst subjektiv … schreibt:

    [...] Zittern angesagt. Es ist unvorstellbar, wieviel Geld (anderer) auf der grünen Insel von der globalen Casinogemeinschaft verbraten wurde. Deutschland hängt zB mit 138 Milliarden Euro in Irland fest und die [...]

    19. Nov. 2010 | #

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