In Amerika sind Gratifikationen am Jahresende für Manager ein Bestandteil des Einkommens. Die Höhe derselben variiert und richtet sich nach dem Erfolg des Unternehmens. An und für sich eine gute Sache (vorausgesetzt die Manager sind redlich), denn so können Mitarbeiter in guten Zeiten des Unternehmens mitprofitieren, ohne dass das in schlechten Zeiten den Firmen schadet.
Man hätte deshalb annehmen können, es würde heuer, zumindest bei den Managern im Finanzbereich, mit den Gratifikationen düster aussehen. Die Annahme wäre aber komplett falsch gewesen, denn wie berichtet wird, sieht es bei diesen Prämien alles andere als düster aus. Angeblich werden 10 Prozent des gesamten Geldes, welches die US-Regierung als Rettungspaket flüssig gemacht hat, nur für die Managerprämien im Jahr 2008 aufgewendet. Alleine die sechs größten US-Banken wenden dafür 70 Milliarden Dollar auf. Morgan-Stanley zahlt ca 10,7 Milliarden Dollar an seine Mitarbeiter aus. Mit dem Geld hätte man das ganze Unternehmen schon kaufen können.
Man sollte meinen, die Leute, welche die Prämien festlegen, könnten nicht ganz dicht sein, dennvom Management der die Unternehmen wurden im heurigen Jahr ja auf Grund gefahren und die Verluste scheinen endlos. Wie kann man da noch Prämien (noch dazu aus Steuergeld) zahlen? Die Sache wird aber verständlicher, wenn man bedenkt, dass die Gratifikationen Firmen festgelegt werden. Die Herrschaften beschenken sich nämlich selber und wollen natürlich noch einmal ordentlich zugreifen. Sie könnten ja “gefeuert” werden – wie man in Amerika so schön sagt. Ganz gut dazu pass auch die Meldung, wonach das FBI ausgerechnet für die Aufklärung von Wirtschaftsdelikten zu wenig Geld zur Verfügung hat. Das ist aber wahrscheinlich reiner Zufall…
Wir hier in Europa brauchen aber deswegen nicht abwertend nach Amerika lächeln. Prämien und Abfertigungen für Manager gibt es bei uns auch. Man denke zB nur an den früheren ÖBB-Manager, der so “gut” gewirtschaftet hat, dass die Bahn den Hintern jetzt überhaupt nicht mehr zusammen bringt. Den Mann hat man ja auch förmlich vergoldet…