Die Gastronomie wird sich ändern müssen, denn EU-Kommissar Spidla lässt den starken Mann raushängen…
Vladimir Spidla möchte das erreichen, was der inzwischen entsorgte Neidhammel nicht geschafft hat – ein rauchfreies Europa. Dazu ist eine Richtlinie in Arbeit, wonach Arbeitsplätze künftig zwingend rauchfrei sein müssen. Der nette Herr Spidla, der nichts dabei findet, Raucher zu diskrimieren, gibt sogar zu, dass der Arbeitnehmerschutz nur vorgeschoben wird, um das Rauchen so weit wie möglich zu verbieten.
Wenn sich die Staaten diese Gängelung tatsächlich gefallen lassen, wird sich natürlich die Gastronomie total verändern. Die Anzahl der selbstständigen Wirte wird explodieren, während die Anzahl des Servierpersonals stark zurückgehen wird. Arbeitsrechtliche Vorschriften kann man nämlich ganz leicht umgehen, indem man die Angestellten minimal (ein paar Prozent) am Unternehmen beteiligt. Ruckzuck sind sie selbstständig und unterliegen nicht mehr dem Arbeitsrecht. Sehr “erfolgreich” war man mit der Methode übrigens schon bei der Umgehung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes und findige Anwälte werden auch in der Raucherfrage passende Lösungen finden.
Von der neuen Kellnerselbstständigkeit würden sowieso viele profitieren:
1) Die Wirte
Sie hätten es wesentlich leichter im Umgang mit ihren Partnern (es wären ja keine Mitarbeiter mehr). Arbeitszeitregeln und vieles mehr hätte dann keine Gültigkeit für sie. Sie würden sich auch eine Menge Geld sparen (zB Sozialversicherung) und ihre Partner wären von alleine gut motiviert (sie würden ja gewinnorientiert bezahlt).
2.) Die (ehemaligen) Mitarbeiter
So gut wie für die Wirte,wäre es für diese Grupe nicht, aber auch hier würden sich Vorteile ergeben. Sie würden ihr Geld ohne lästige Abzüge bar auf die Kralle kriegen und könnten alles Mögliche von der Steuer absetzen. Um Sozialversicherung müssten sie sich allerdings dann selber kümmern und Vertretung hätten sie wohl auch keine.
3.) Die Raucher
Für sie würden weiterhin genügend Lokale zur Verfügung stehen. Vor allem jene, die gewöhnlich mit wenig Personal auskommen (kleine Beisln, Pubs etc).
Wie auch immer, er soll machen was er will, der Vladimir Spidla. Wenn er´s durchzieht, wird er sicher eine Zeit lang Schlagzeilen haben. Traurig ist nur, dass solche Leute letztendlich die EU-Gegner stärken, weil diesen angesichts der lobbyismusgetriebnen Verbots- und Reglementierungswut die Leute scharenweise zulaufen. Ach ja, Island ist vollkommen pleite, in der EU crasht eine Bank nach der anderen (die Billionen-Rettungspakete dürften nicht reichen), bei uns ist die Constantia schon hin, die Kommunalkredit gibt auch gerade den Löffel ab und Swarovski schmeist schon mal 840 Mitarbeiter raus. Nur gut, dass wir in der EU-Verwaltung so rührige Leute wie den Spidla haben, die kapieren, was wirklich wichtig ist…
Diskriminierung von Rauchern???
WO sehen Sie die?
Raucher dürfen bei einem generellen Rauchverbot genauso wie Nichtraucher jedes Lokal IHRER WAHL besuchen! Einzig ein bestimmtes Verhalten, das Rauchen wird untersagt!
Der Schutz der Gesundheit wiegt nun einmal schwerer als die grenzenlose Freiheit einzelner! Und die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderern beginnt! Dies ist auch im Liberalismus so!
Aber ich lasse mich gerne von Ihnen überzeugen!
28. Okt. 2008 | #
Was ich sehe, ist ja nicht relevant. Ich habe nur geschrieben, dass der Spidla es als iO befunden hat, Raucher zu diskriminieren – einfach obigem Link folgen
Wenn der Schutz der Gesundheit tatsächlich schwerer wiegt, als die grenzenlose Freiheit einzelner, muss ich mich fragen, warum das ausgerechnet auf das Rauchen reduziert wird (insgeheim weiß ich ja, dass es nur ein lukratives Geschäft für die Pharmawirtschaft ist
). Würde man den Schutz der Gesundheit tatsächlich ernst meinen, dann müsste man alle ansteckend Kranken in Quarantäne stecken. Niemand kann beispielsweise sagen, wie viele Leute (Alte, Geschwächte etc) ein einziger Grippekranker umbringt, wenn er mit Öffis durch Wien fährt. Wie kommen also Alte und Geschwächte Menschen dazu, permanent in Todesgefahr zu leben, nur weil man Grippekranke frei herumlaufen lässt? Ich weiß schon, für die Meldung wird mir Zynismus vorgeworfen werden. Aber ist es wirklich zynisch, Rauchen mit Grippe zu vergleichen? Rauch ist leicht erkennbar und auch bei der bestehenden Gesetzeslage MUSS sich ihm niemand aussetzen. Grippekranke sind auf den ersten Blick aber nicht zu erkennen und die Viren sieht, riecht und schmeckt man nicht…
28. Okt. 2008 | #
Rauchen ist zwar ein Suchtverhalten für viele, wurde aber freiwillig begonnen. Es steht jedem frei, aufzuhören. Einfach mal so gesund werden geht nicht.
Zudem verbietet ein Rauchverbot den Rauch, bzw. das Rauchen an bestimmten Orten. Es hindert den Raucher nicht in seiner Bewegungsfreiheit. Wer sich dem Rauch in der Öffentlichkeit nicht aussetzen will, der MUSS zur Zeit aber eine Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit in Kauf nehmen, WEIL eben so ziemlich alle Lokale meiden muss.
Genausowenig wie man sagen kann, wie viele Alte/Schwache Grippekranke in Öffis umgebracht haben, kann man auch nicht sagen wie viele Krankheiten Rauchern ihren nichtrauchenden Mitmenschen durch Zigarettenrauch verursacht haben. Nur, der Raucher raucht prinzipiell freiwillig, auch wenns oft zur Sucht geworden ist, und kann dieses Verhalten temporär einstellen (wenn ers für die Dauer eines Lokalaufenthalts nicht mehr schafft, hat er eh ein gravierenderes Problem und ein Verbot sollte seine geringste Sorge sein), der Grippekranke hat sich den Virus nicht ausgesucht. Er ist so gesehen auch bloß “Träger”, einfangen kann man sich die Dinger in Epidemiezeiten faktisch überall. Zigaretten werden einem nicht ohne Zutun aufgezwungen
Während die meisten Grippekranken sich ohne triftigen Grund von den Öffis eher fernhalten werden und eher in den eigenen vier Wänden bleiben, frequentieren Raucher genauso wie Nichtraucher in großer Zahl Lokale. Darunter durchaus auch Alte und Schwache, und du willst mir bestimmt nicht erzählen, dass denen der Qualm gut tut, oder?
11. Nov. 2008 | #
Mir ist schon klar, dass der Vergleich mit Grippekranken eigentlich blöd ist. Aber die ganze Rauchdiskussion ist ja blöd und da sollte so ein Vergleich nicht groß stören…
Man kann es aber drehen und wenden wie man will. Es geht von einem Grippekranken (er emittiert seine Viren zwar nicht freiwillig, aber er kann sich aussuchen, wo er das macht) eine wesentlich konkretere und intensivere Gefahr aus, als von einem Raucher. Darum wundert es mich schon, dass das einfach ignoriert wird. Von jemanden, der im Namen der Gesundheit restriktive Gesetzte erlässt, wäre zu erwarten, dass er zunächst bei den größeren Gefahren ansetzt. Natürlich nur dann, wenn sein Handeln nicht auf reinem Gewinnstreben gründet…
11. Nov. 2008 | #
[...] Diese sollte sich aber auch nicht darauf ausreden, dass sie ja nur Empfehlungen geben könnte und ansonsten keine Kompetenzen hätte. Sie bräuchte ja nur zum Spidla rübergehen – der hat für alles eine Lösung… [...]
25. Nov. 2008 | #