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29. Nov. 2008

Milliardenschäden durch Pharmariesen” titelt man auf orf.at. Anscheinend dürfte die EU-Kommission endlich aufwachen und sich auf die wirklichen Probleme besinnen…

Die Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes wirft den Pharmakonzernen vor, mit hinterfragungswürdigen Anmeldungen von Patenten die Konkurrenz (Generika) auszuschalten. So sollen auf ein Medikament ca 1300 Patente angemeldet worden sein. Der Schaden für die Gesundheitssysteme gehe in die Milliarden.

Bereits Anfang des Jahres hatte die Wettbewerbsaufsicht unangekündigt Geschäftsräume mehrerer Hersteller durchsucht, in den vergangenen Tagen soll es erneut Razzien gegeben haben.

Betroffen waren Europas Branchenführer GlaxoSmithKline, AstraZeneca und Sanofi-Aventis sowie der US-Gigant Pfizer, Merck & Co, aber auch die Generika-Tochter Sandoz des Schweizer Novartis-Konzerns und der weltgrößte Generikahersteller Teva. [Zitat orf.at]

Da muss die Kacke aber gehörig am dampfen sein, denn Hausdurchsuchungen werden schon so nicht aus Jux und Tollerei durchgeführt. Wenn es dann noch um jemanden geht, der sich gut wehren kann (Pharmakonzerne haben gewöhnlich keinen Mangel an ausgezeichneten Juristen), dann müssen wohl handfeste Beweise vorgelegen haben. Aber hoppala, da sind ja die alten Bekannten dabei, die auch mit missionarischer Zwangsgesundung (=Volksverblödung) Geschäfte machen wollen. Dass sich auch Generika-Hersteller unter den Verdächtigen befinden lässt tief blicken.

Wenn auch etwas weiter ausgeholt gehörte, ist die EU-Kommission dennoch gut auf dem Weg, das Kartell (mit angeschlossenem Selbstbedienungsladen) endlich zu erkennen und vielleicht auch zu zerschlagen – wenngleich bei zweiterem meine Zuversicht eher nicht sehr groß ist… ;)

26. Nov. 2008

Die Koalition steht und schön langsam werden die Neuen konkreter. Gut so, wenngleich einige Aussagen zwar wunderbar klingen, beim gelernten Österreicher dann aber doch Zweifel aufkommen lassen. Etwa meinte der neue Vizekanzler und Finanzminister zum Kurier:

Wir haben akkordiert: keine neuen Steuern, sondern Steuern runter. Ich habe nicht vor, neue Steuern einzuführen.

Bumm, große Ansage – da ist viel enthalten. Zunächst ist “keine neuen Steuern” eine klare Aussage und muss positiv gesehen werden. “sondern Steuern runter” wäre eigentlich noch positiver, würden sich hier nicht schon Zweifel einschleichen. Wie soll das denn gehen? Wenn man aus einem kleinen Weiher, der so schon wenig Wasser hat, bei sinkendem Grundwasserspiegel immer mehr Wasser ableitet und dann auch noch den Zufluss verringert, wird dieser früher oder später austrocknen…

Aber so eng darf man das nicht sehen, der neue Säckelwart lässt sich ja ein Hintertürl offen. “keine neuen Steuern” heißt ja nicht zwangsläufig, dass man nicht bestehende Steuern erhöhen kann. Und die gefährliche Drohung steht dann im letzten Satz des Zitates: “Ich habe nicht vor, neue Steuern einzuführen.” Hehe, er hat es also nicht vor. Wenn ihn allerdings andere dazu nötigen… – schließlich ist man ja nicht alleine in der Regierung… ;)

24. Nov. 2008

Schon seit geraumer Zeit regt sich Kritik an den Gesundheitssystemen in der EU (etwa das und das). Da konnte auch die EU-Gesundheitskommissarin nicht untätig bleiben. Jede zehnte medizinische Behandlung innerhalb der EU sei so fehlerhaft, dass Schaden entstehe, und alleine in den Krankenhäusern würden pro Jahr 15 Millionen Fehlbehandlungen passieren, vermeldete sie kürzlich.

Die Dame ist erst kurz im Amt und hat diese exorbitanten Missstände (so sie denn stimmen) sehr schnell herausbekommen. Mich würde nur interessieren, wie man das überhaupt zahlenmäßig festmachen kann, denn Statistiken werden da wohl kaum existieren und sehr auskunftsfreudig werden Ärzte und Pharmakonzerne in dieser Beziehung auch nicht sein… ;) . Gut, wahrscheinlich ist das irgendeine Hochrechnung und es werden wohl auch die unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die ja schon untersucht wurden, enthalten sein.

Und was hat der Vorgänger der Frau Vassiliou, der Ex-Raucher und nunmerige Raucher-Hasser, die ganze Zeit über getan? Hat der Ex-Gesundheitskommissar jahrelang in der Pendeluhr geschlafen? Nein, das sicher nicht – er war eh rührig. Er hatte nur mit der Nebensächlichkeit (oder war´s Lobbyarbeit?) Raucherbekämpfung so viel zu tun, dass er zu seiner ureigensten Aufgabe, sich um die Gesundheit der Europäer zu kümmern, überhaupt erst gar nicht gekommen ist… :)

Aber zurück zu der derzeitigen Gesundheitskommissarin. Der Guten fällt zu den ungeheuerlichen Zahlen sonst nichts ein, als davon zu schwafeln, dass Klagen auf Schadensersatz erleichtert werden sollen. Ja natürlich, wir sind ja vom Idealfall, dass jeder jeden jederzeit verklagen kann, noch weit entfernt. Für wen arbeitet Frau Vassiliou eigentlich? Für die Rechtsanwaltskammern und/oder die Versicherungen? Für die EU-Bürger wohl sicher nicht, denn die haben von einer erleichterten Klagsmöglichkeit eher wenig. Echte Ärztefehler werden genauso schwer zu beweisen sein, den Pharmakonzernen kommt man sowieso nicht bei und das Klagsrisiko wird bei höheren Summen auch noch höher. Leichtfertig zur Klage ermutigt kann es dem kleinen Maxi, dem die Nase schief angesetzt wurde, ganz leicht passieren, dass er zusätzlich zur schiefen Nase auch noch einen Haufen Geld zahlen muss. Und dabei wird ihm die Frau Kommissarin sicher nicht helfen.

Diese sollte sich aber auch nicht darauf ausreden, dass sie ja nur Empfehlungen geben könnte und ansonsten keine Kompetenzen hätte. Sie bräuchte ja nur zum Spidla rübergehen – der hat für alles eine Lösung:)

23. Nov. 2008

Wir haben eine neue Regierung! Die Streitparteien (äh, Partner) haben sich geeinigt – GroKo wieder, was sonst… ;)

Dass sich Rot und Schwarz einigen werden, hat man ja erwarten dürfen. Ist sich doch in dieser Beziehung die, nach Meinung gut informierter Kreise sehr verhaberte, Triade (“Die Glatze“, “Wampo” und “Onkel Hans:) ) vollkommen einig. Wozu wir dann allerdings gewählt haben, ist nicht so klar.  Die Roten hätten Gusenbauer, genauso wie die Schwarzen Molterer, gewiss auch ohne Wahl loswerden können. Ganz ohne Verlust der 2/3-Mehrheit…

Gespannt durfte man jedenfalls aber auf die neue Ressortverteilung sein. Die SPÖ – vor allem die Parteibasis – hat es Gusenbauer ja nie verziehen, dass er sich von Schüssel bei der Ressortaufteilung über den Tisch ziehen hatte lassen. Nun dürfte es so ausgegangen sein:

SPÖ – Bundeskanzler, Gesundheit, Frauen, Soziales/Arbeit, Verkehr, Unterricht/Kultur, Landesverteidigung/Sport, Staatssekretariat im Kanzleramt, Staatssekretariat im Finanzministerium

ÖVP – Vizekanzler, Finanzen, Außenpolitik, Inneres, Wirtschaft/Familien, Wissenschaft/Forschung, Justiz, Landwirtschaft, Staatssekretariat im Wirtschaftsministerium und Staatssekretariat im Finanzministerium

Na da hat der angehende Kanzler der ÖVP aber gezeigt, wo der Hammer hängt. Zu dem, was Gusenbauer Schüssel schon überlassen hat, ist es Faymann gelungen, auch noch das Justizministerium nachzuschieben. Ob des grandiosen Verhandlungsgeschickes müssen ja nun wohl auch die letzten Suderanten in der SPÖ-Basis zufrieden sein… ;)

 

PS: Natürlich wird die Faymann´sche Verhandlungstaktik eher von Bauernschläue bestimmt gewesen sein (obwohl doch Josef Pröll der Bauernbub sein soll ;) ) – aber das ist eine andere Geschichte…

21. Nov. 2008

Heute bei meinem rauchenden Rundgang durch den Garten habe ich eine schreckliche Entdeckung gemacht. Eine grässliche Mordtat muss in der Nacht stattgefunden haben.

Tatort - Garten

Wie es scheint, hat ein Vogel – offensichtlich eine Wildtaube – das Zeitliche gesegnet. Zunächst hatte ich unsere Katze in Verdacht. Doch die scheidet wohl aus, denn von dem Federvieh sind nur mehr die Federn übrig geblieben sind.

Nahaufnahme - Tatort

“Simba” aber frisst ihre Beute nämlich gewöhnlich nicht, sondern legt sie – sehr g´schmackig – auf der Terrasse ab. Wahrscheinlich will sie damit angeben… ;)

So kommen als Täter wohl nur die anderen temporären (mindestens 5 Katzen – weiß der Teufel, wem die alle gehören) und ständigen (ein Marder und ein Igel) Gartenbewohner in Frage. Ich werde das wohl nicht klären können, wäre aber schon froh, wenn mir was einfallen würde, die Federn nicht einzeln aufklauben zu müssen… :)

17. Nov. 2008

Ich habe es schon immer vermutet, dass ein Kartell aus Pharmakonzernen, Verbänden (wie zB WHO und Ärztekammer) und (prominenten) Ärzten krumme Geschäfte auf Kosten der Gesundheit macht. Nun hat Hans Weiss ein Buch darüber veröffentlicht und meine schlimmsten Befürchtungen werden anscheinend noch bei weitem übertroffen…

An entscheidenden Schaltstellen der Medizin – Unis, Fachgremien, Fortbildungsinstitutionen, Fachzeitschriften – sitzen viele Ärzte, die heimlich von der Pharmaindustrie bezahlt werden und sich als deren Lobbyisten betätigen…

Auffällig viele von der Industrie bezahlte Ärzte sitzen in Gremien, die neue Behandlungsleitlinien ausarbeiten, zum Beispiel gegen Bluthochdruck: Das europäische Leitlinien-Team umfasste 28 Mitglieder. Alle hatten engste finanzielle Verbindungen zu Pharmakonzernen, die einen wichtigen Teil ihres Umsatzes mit Medikamenten gegen Bluthochdruck erzielen. Seither gelten nur Werte bis maximal 120/80 mmHg als optimal. Durch die Verschiebung der Grenzwerte nach unten stieg auf einen Schlag alleine in Deutschland die Zahl der Hochdruck-Patienten von 20 auf 26 Millionen.

Ich habe neun Klinikchefs in Deutschland und Österreich gefragt, ob sie im Auftrag eines Konzerns Placebostudien durchführen würden: Eine Patientengruppe bekommt z. B. ein neues Antidepressivum – von dem es aber bereits vergleichbare gibt–, die andere ein Scheinpräparat. Das ist ein Verstoß gegen die Regeln des Weltärztebundes: Wenn es bereits wirksame Therapien gibt , dürfen diese auch in einer Studie Patienten nicht vorenthalten werden. Man dürfte also das neue Mittel nur mit einem anderen, nicht aber mit Placebos vergleichen. Trotzdem waren acht der neun Mediziner dazu bereit – schließlich bot ich auch großzügige persönliche Beratungshonorare an. [Hans Weiss im Kurier-Interview]

…Laut dieser Studie bezahlen große Konzerne weltweit bis zu 16.500 Ärzte dafür, dass sie auf die eine oder andere Art und Weise Firmenbotschaften verbreiten. …Laut dieser Studie bezahlen große Konzerne weltweit bis zu 16.500 Ärzte dafür, dass sie auf die eine oder andere Art und Weise Firmenbotschaften verbreiten. Und aus einer weiteren Cutting-Edge-Studie mit dem Titel „Pharmaceutical Thought Leaders 2007“ („Pharmazeutische Meinungsbildner 2007: Welchen Marktwert haben sie und wie misst man ihre Profitabilität“) geht hervor, wie viele Ärzte von internationalem Rang auf der Honorarliste großer Konzerne stehen. „Im Durchschnitt sind es pro Firma 259!…

…Große Pharmakonzerne geben für „Opinion Leader Management“ im Durchschnitt 61 Millionen Dollar im Jahr aus, die größten bis zu 300 Millionen Dollar. Etwa ein Drittel dieser Summen fließt auf die Konten ärztlicher Stars. Cutting Edge sagt auch unverblümt, was die Investition bringt: Meinungsbildner seien nützlich für das Marketing, damit beeinflusse man das Verschreibungsverhalten von Ärzten in großem Ausmaß… [Auszüge aus dem Profil]

…Ein relativ aktuelles Beispiel ist das Blutstillungsmittel Trasylol von Bayer, ein Bestseller. Schon in den 80er-Jahren gab es Hinweise, das Medikament könnte die Todesrate von Patienten erhöhen. Es blieb am Markt, wurde wahrscheinlich an fünf bis zehn Millionen Menschen angewendet und hat vermutlich 10.000 Menschen das Leben gekostet. Erst letztes Jahr wurde es vom Markt genommen. Bayer hat daran viele Milliarden verdient…[Hans Weiss im Standard-Interview]

Es erübrigt sich jeder weitere Kommentar. Man hat die Pharmawirtschaft jahrzehntelang nach belieben schalten und walten gelassen, denn sonst hätte es zu so einer zügellosen, menschenverachtenden Geschäftemacherei überhaupt nicht kommen können. Vielleicht reagiert auch einmal die Politik (nicht nur in Österreich, sondern hauptsächlich in den USA und der EU) auf diese mafiosen Zustände. Na ja, sehr viel Hoffnung habe ich da nicht. Was man nicht sehen will, sieht man gewöhnlich auch nicht… ;)

17. Nov. 2008

Es kommt nicht so oft vor, dass ich einer Messe beiwohne – freiwillig eigentlich nie. Wenn man auf dem Land lebt kommt man aber nicht umhin, das hin und wieder zu tun, wenn man zu irgendwas eingeladen wird. Bei offiziellen Anlässen ist immer der Besuch einer Messe im Programm, bei privaten meistens. Gestern war es wieder soweit – Goldene Hochzeit der Eltern. Das Evangelium war dann aber bemerkenswert:

Es ist wie mit einem Menschen, der auf Reisen ging: Er rief seine Knechte und übergab ihnen sein Vermögen. Dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seiner eigenen Fähigkeit. Dann reiste er ab.

Sogleich begann der, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf weitere dazu. Ebenso gewann der mit den zwei Talenten noch zwei weitere dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging weg, grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

Es kam auch der, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, mir ist klar geworden: Du bist ein harter Mensch. Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast. (Deshalb) hatte ich Angst, ging weg und vergrub dein Talent in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete ihm: Du bist ein böser und ängstlicher Knecht! Du wusstest doch, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und dass ich einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Du hättest mein Geld zu den Bankleuten bringen müssen, dann hätte ich mein Vermögen bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurück erhalten. Nehmt ihm also das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat!

Denn jedem, der hat, wird gegeben werden, und er wird im Überfluss haben. Wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, weggnommen werden. Und den unnützen Knecht werft hinaus in die Finsternis draußen! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

Das kann jetzt wohl nur heißen, dass diejenigen, die wir für gottlose Zocker gehalten haben, eigentlich gottesfürchtige Fromme sind, die ihr Werk vollkommen im Einklang mit der Bibel getätigt haben… :)

15. Nov. 2008

Heute Vormittag habe ich mir bei herrlichem Wetter wieder eine Immunisierung verpasst. Dabei habe ich zufällig eine Entdeckung gemacht…

Mein Pulsmessgerät hatte in den letzten Wochen Faxen gemacht und musste zweimal eingeschickt werden. Dabei haben die Polar-Leute etwas an den Einstellungen geändert und so bekam ich beim Laufen neben Pulsfrequenz und Stoppuhr auch den Kalorienverbrauch angezeigt. Ich hatte zwar gerüchteweise gehört, dass ein Pulsmesser auch den Kalorienverbrauch errechnen kann, aber einerseits trauen ich solchen Werten sowieso nicht und andererseits sind mir Gebrauchsanweisungen ein Greuel…

Heute aber fiel mir während des Laufens auf, dass da in der ersten Zeile etwas anderes angezeigt wird. Nach 1 1/2 Stunden Lauf mit einer Geschwindigkeit von etwa 5:30 Minuten pro Kilometer stand die Anzeige bei 950 Kalorien. Ich, mächtig stolz, habe das dann gleich in Bier umgerechnet. 4 Krügel und ein Pfiff wären das – und ganz ohne schlechtes Gewissen, toll ;)

Leider hat es heute bei uns Kartoffelgulyas und Grammelbogatscherl (=Kalorienbombe) gegeben. Jetzt mit vollem Bauch kommt die Erkenntnis, dass das Kalorienguthaben wahrscheinlich schon wieder weg ist. Mist, aber ein Bierli am Abend wird schon noch drinnen sein… :)

14. Nov. 2008

David gegen Goliath. Der steirische Kernölmann Richard Mandl legt sich mit dem Pharmakonzern Pfizer an.

Die Firma Mandl macht auf Kürbis und erzeugt die Lebensessenz Kernöl sowie Kürbiskerne zum Knabbern. Normalerweise fragt man sich, wie so ein Nischenbetrieb einem Pharmakonzern in die Quere kommen kann. Es wird aber ein neues Produkt, blau eingefärbte Kürbiskern-Schoko-Dragees, unter dem Namen Styriagra vermarktet. Das hat gereicht, um Pfizer giftig zu machen. Nach einer höflichen Aufforderung, die Sache doch sein zu lassen, folgte nun die Klage auf 36.000.- Öken. Und der Steirer will trotzdem kämpfen – ich hoffe, er weiß, was er da anfängt…

Ich mag Pfizer nicht, das ist kein Geheimnis. Die Geschäftsstrategie, Krankheiten zu erfinden bzw mit der aus Angst vor Krankheit erzeugten Hysterie abzuzocken (Rockefeller-System) passt mir überhaupt nicht (und das ist sicher nicht nur deshalb so, weil ich den Konzern zusammen mit GlaxoSmithKline für die Urheber der Antiraucherhysterie halte ;) ). Ich mag auch Viagra nicht, denn es ist nicht sooo lebenswichtig, jederzeit aus einem “Henkell” einen “Hochriegl” machen zu können. Trotz alldem finde ich bei dieser Sache, dass Pfizer im Recht ist. Es kommt mir nämlich so vor, als ob da ein bauernschlauer Kürbiskerner für lau auf der Viagrawelle mitschwimmen will.

Zudem schaut es so aus, als ob sich Pfizer in dieser Sache bis jetzt äußerst fair verhalten hat. Zuerst nur eine Aufforderung und dann erst die Klage, die mit 36.000.- Euro auch nicht so hoch ist, wie man es von einem Pharmariesen im Revierkampf erwarten würde. Ich an Mandls Stelle würde die blauen Kerne schneller vom Markt nehmen und die “Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung” unterschreiben, als ein Ferkel blinzeln kann. In der Bibel hat zwar David gegen Goliath gewonnen, aber die Zeiten haben sich geändert. Und außerdem hatte der David damals augenscheinlich das Recht hinter sich – auch wenn das kein Gericht festgestellt hat… :)

13. Nov. 2008

Auf Berufung gründet es normalerweise, wenn sich Menschen für den Priesterberuf, egal in welcher Religion, entscheiden. Gertraud Knoll dürfte sich auch berufen gefühlt haben, fragt sich nur zu was…

Sie entschied sich für die evangelische Kirche, wurde 1985 die erste Pfarrerin im Burgenland und bereits 1994 zur Superintendentin (Bischöfin). Eine blendende Kirchenkarriere eigentlich, Frau Knoll reichte das aber scheinbar noch nicht. Sie zog es in die Politik, kandidierte 1998 für die Wahl des Bundespräsidenten und begab sich 2002, auf ein Ministeramt hoffend, unter die Fittiche der SPÖ. Ihre Kirchenämter musste sie da natürlich zurückgeben. Das war aber das Einzige, das hinhaute – alles andere ging gründlich in die Hose (nix Minister – nur Zukunftswerkstatt, Bundesrat und Kurzzeitnationalrat). Jetzt hat die Ex-Bischöfin einen Schlussstrich gezogen. Nein, nicht aus der SPÖ, aus der evangelischen Kirche ist sie ausgetreten. Als ob die etwas dafür könnte, dass ihre politische Karriere so mau verlaufen ist. Und das Bischofsamt hat sie ja selber einer wohl höheren Berufung wegen geopfert ;)

Man muss sich jetzt fragen, was die Berufung der Frau Knoll damals war. Die Kirche kann es nicht gewesen sein, denn dort ist sie ja auf hohem Niveau freiwillig ab- und nun vollends ausgetreten. Die Gute wird sich wohl zur Karriere – egal wo und egal wie – berufen gefühlt haben…

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