“Milliardenschäden durch Pharmariesen” titelt man auf orf.at. Anscheinend dürfte die EU-Kommission endlich aufwachen und sich auf die wirklichen Probleme besinnen…
Die Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes wirft den Pharmakonzernen vor, mit hinterfragungswürdigen Anmeldungen von Patenten die Konkurrenz (Generika) auszuschalten. So sollen auf ein Medikament ca 1300 Patente angemeldet worden sein. Der Schaden für die Gesundheitssysteme gehe in die Milliarden.
Bereits Anfang des Jahres hatte die Wettbewerbsaufsicht unangekündigt Geschäftsräume mehrerer Hersteller durchsucht, in den vergangenen Tagen soll es erneut Razzien gegeben haben.
Betroffen waren Europas Branchenführer GlaxoSmithKline, AstraZeneca und Sanofi-Aventis sowie der US-Gigant Pfizer, Merck & Co, aber auch die Generika-Tochter Sandoz des Schweizer Novartis-Konzerns und der weltgrößte Generikahersteller Teva. [Zitat orf.at]
Da muss die Kacke aber gehörig am dampfen sein, denn Hausdurchsuchungen werden schon so nicht aus Jux und Tollerei durchgeführt. Wenn es dann noch um jemanden geht, der sich gut wehren kann (Pharmakonzerne haben gewöhnlich keinen Mangel an ausgezeichneten Juristen), dann müssen wohl handfeste Beweise vorgelegen haben. Aber hoppala, da sind ja die alten Bekannten dabei, die auch mit missionarischer Zwangsgesundung (=Volksverblödung) Geschäfte machen wollen. Dass sich auch Generika-Hersteller unter den Verdächtigen befinden lässt tief blicken.
Wenn auch etwas weiter ausgeholt gehörte, ist die EU-Kommission dennoch gut auf dem Weg, das Kartell (mit angeschlossenem Selbstbedienungsladen) endlich zu erkennen und vielleicht auch zu zerschlagen – wenngleich bei zweiterem meine Zuversicht eher nicht sehr groß ist…

