Auf Berufung gründet es normalerweise, wenn sich Menschen für den Priesterberuf, egal in welcher Religion, entscheiden. Gertraud Knoll dürfte sich auch berufen gefühlt haben, fragt sich nur zu was…
Sie entschied sich für die evangelische Kirche, wurde 1985 die erste Pfarrerin im Burgenland und bereits 1994 zur Superintendentin (Bischöfin). Eine blendende Kirchenkarriere eigentlich, Frau Knoll reichte das aber scheinbar noch nicht. Sie zog es in die Politik, kandidierte 1998 für die Wahl des Bundespräsidenten und begab sich 2002, auf ein Ministeramt hoffend, unter die Fittiche der SPÖ. Ihre Kirchenämter musste sie da natürlich zurückgeben. Das war aber das Einzige, das hinhaute – alles andere ging gründlich in die Hose (nix Minister – nur Zukunftswerkstatt, Bundesrat und Kurzzeitnationalrat). Jetzt hat die Ex-Bischöfin einen Schlussstrich gezogen. Nein, nicht aus der SPÖ, aus der evangelischen Kirche ist sie ausgetreten. Als ob die etwas dafür könnte, dass ihre politische Karriere so mau verlaufen ist. Und das Bischofsamt hat sie ja selber einer wohl höheren Berufung wegen geopfert
Man muss sich jetzt fragen, was die Berufung der Frau Knoll damals war. Die Kirche kann es nicht gewesen sein, denn dort ist sie ja auf hohem Niveau freiwillig ab- und nun vollends ausgetreten. Die Gute wird sich wohl zur Karriere – egal wo und egal wie – berufen gefühlt haben…