Schon seit geraumer Zeit regt sich Kritik an den Gesundheitssystemen in der EU (etwa das und das). Da konnte auch die EU-Gesundheitskommissarin nicht untätig bleiben. Jede zehnte medizinische Behandlung innerhalb der EU sei so fehlerhaft, dass Schaden entstehe, und alleine in den Krankenhäusern würden pro Jahr 15 Millionen Fehlbehandlungen passieren, vermeldete sie kürzlich.
Die Dame ist erst kurz im Amt und hat diese exorbitanten Missstände (so sie denn stimmen) sehr schnell herausbekommen. Mich würde nur interessieren, wie man das überhaupt zahlenmäßig festmachen kann, denn Statistiken werden da wohl kaum existieren und sehr auskunftsfreudig werden Ärzte und Pharmakonzerne in dieser Beziehung auch nicht sein…
. Gut, wahrscheinlich ist das irgendeine Hochrechnung und es werden wohl auch die unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die ja schon untersucht wurden, enthalten sein.
Und was hat der Vorgänger der Frau Vassiliou, der Ex-Raucher und nunmerige Raucher-Hasser, die ganze Zeit über getan? Hat der Ex-Gesundheitskommissar jahrelang in der Pendeluhr geschlafen? Nein, das sicher nicht – er war eh rührig. Er hatte nur mit der Nebensächlichkeit (oder war´s Lobbyarbeit?) Raucherbekämpfung so viel zu tun, dass er zu seiner ureigensten Aufgabe, sich um die Gesundheit der Europäer zu kümmern, überhaupt erst gar nicht gekommen ist…
Aber zurück zu der derzeitigen Gesundheitskommissarin. Der Guten fällt zu den ungeheuerlichen Zahlen sonst nichts ein, als davon zu schwafeln, dass Klagen auf Schadensersatz erleichtert werden sollen. Ja natürlich, wir sind ja vom Idealfall, dass jeder jeden jederzeit verklagen kann, noch weit entfernt. Für wen arbeitet Frau Vassiliou eigentlich? Für die Rechtsanwaltskammern und/oder die Versicherungen? Für die EU-Bürger wohl sicher nicht, denn die haben von einer erleichterten Klagsmöglichkeit eher wenig. Echte Ärztefehler werden genauso schwer zu beweisen sein, den Pharmakonzernen kommt man sowieso nicht bei und das Klagsrisiko wird bei höheren Summen auch noch höher. Leichtfertig zur Klage ermutigt kann es dem kleinen Maxi, dem die Nase schief angesetzt wurde, ganz leicht passieren, dass er zusätzlich zur schiefen Nase auch noch einen Haufen Geld zahlen muss. Und dabei wird ihm die Frau Kommissarin sicher nicht helfen.
Diese sollte sich aber auch nicht darauf ausreden, dass sie ja nur Empfehlungen geben könnte und ansonsten keine Kompetenzen hätte. Sie bräuchte ja nur zum Spidla rübergehen – der hat für alles eine Lösung…