4. Nov. 2008
oder wie man im Namen der Gesundheit ungesunde Geschäfte macht.
Schön langsam wird es offenkundig, das Gesundheits-Kartell. Die Pharmakonzerne sind die Oberhäupter der Familien, WHO und Ärztekammern die Consiglieri, Ärzte die Soldaten und Apotheker die Dealer…
Dass an unerwünschten Arzneimittelwirkungen eine Menge Leute sterben war ja ebenso kein Geheimnis wie die Tatsache, dass im Namen der Gesundheit monströse Geschäfte auf Kosten eben dieser gemacht werden – das blieb nur weitgehend unbeachtet. Nun dürfte sich der ORF darum kümmern und es scheint noch schlimmer zu sein, als ich gedacht habe.
Beispielsweise verdanken ca 250.000 Patienten (nur in Österreich) ihre Einlieferung ins Krankenhaus ausschließlich der Verschreibungswut der Ärzteschaft. Sie wurden nur deshalb spitalsreif, weil sie verschriebene Medikamente eingenommen haben. Weiters sollen einer Untersuchung zufolge 30% der Spitalspatienten gänzlich unbegründet eingewiesen werden. Selbst wenn man guten Willens ist und dem Kartell zubilligt, dass Fehler eben passieren können, wären derartige Zahlen mit Fehlern alleine sicher nicht erklärbar. Der Überwiegende Großteil der Patientenschädigungen wird wohl darauf Gründen, dass sich gar nicht so wenige am Gesundheitssystem unredlich bereichern und so jegliche Sorgfalt außer Acht lassen.
Das Allerbeste steht aber am Ende des ORF-Artikels:
Ein weiterer Vorwurf: Es gebe “Medizin für Aktionäre”. Mit Scheininnovationen gelinge es der Pharmaindustrie immer wieder, teure Arzneimittel auf den Markt zu drängen.
Da muss man eigentlich nichts mehr hinzufügen. Vielleicht geht jetzt doch einmal den Leuten ein Licht auf und sie erkennen, um was es bei den angeblichen Bemühungen um Gesundheit - etwa die Einschränkungen gegen Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, Propagierung diverser Impfungen (zB Gebärmutterhalskrebs) etc – wirklich geht…
Bemerkenswert ist aber auch, dass Legionen von Politikern schon eine Zeit lang das Gesundheitssystem reformieren, weil die Krankenkassen an Geldnot zu ersticken drohen. Wie kann es da sein, dass niemandem diese Missstände aufgefallen sind bzw noch immer die Böcke die Gärtner sein dürfen. Ein Schelm könnte annehmen, dass die politische Kaste mit dem Kartell kooperiert (um es vorsichtig auszudrücken
).
Und was hat die Ärztekammer derweil für Sorgen? Sie will momentan sonst nichts, als dass man die Krankenkassen gänzlich entschuldet (auf Regimentskosten natürlich). Es kann ja nicht sein, dass die noch aus lauter Geldnot auf die Idee kommen, den Selbstbedienungsladen zu hinterfragen. Nein, nein – die gehören entschuldet, damit die Knete weiter ungehindert fließen kann…