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12. Nov. 2008

Scheiß Internet” sagte der Programmdirektor des ORF, Wolfgang Lorenz letzten Freitag bei einer Podiumsdiskussion in Graz, bei der es um die immer weniger werdenden jugendlichen Seher ging.

Na, der drückt sich aber gewählt aus, der Herr Programmdirektor. Es ist zwar verständlich, dass man bei der ORF-Führung ärgerlich über die Konkurrenz Internet ist, aber hätte es nicht gerade der Programmdirektor in der Hand, gegenzusteuern? Soll er halt ein gutes Programm machen, dann werden ihm eventuell weniger Junge davonlaufen. Sich den Werbespruch “Sind sie zu stark, bis du zu schwach” hinter die Ohren zu schreiben, würde Direktor Lorenz vielleicht mehr bringen, als deftige Sprüche abzulassen.

Auch ist es verwunderlich, dass in Zeiten wie diesen der ORF selber zu so deftig poltert. Gerade dort sollte man angesichts der 100 Millionen Miese (ein Gutteil davon verzockt), welche das Unternehmen heuer einfahren wird, jetzt eher ruhig und ganz still sein. Sonst könnten nämlich auch die Kunden, die Zwangsgebührenzahler, zu deftigen Worten greifen – “Scheiß ORF” udgl könnte da doch glatt jemanden einfallen… :)

11. Nov. 2008

Bei den ÖBB ist es schon alltäglich und die Post mistet auch gerade aus, da darf natürlich die Telekom nicht fehlen. Zu viele Mitarbeiter und natürlich sind die Beamten schuld…

1250 Mitarbeiter sollen bei der Telekom bis 2009 gehen und weitere 1250 spätestens bis Ende 2011. Als Grund nannte der Chef, Boris Nemsic, dass der Telekom die Festnetzkunden (das sind jene, die jahrelang ungeniert abgetiktakert wurden) abhanden kommen würden und so natürlich in diesem Bereich zu viel Personal da wäre. Auf die Idee, dass die monopolbegründete TikTak-Grundgebühr eine Kundenvertreibungsaktion war und dass man die Modernisierung des Netzes im sanften Monopolbett verschlafen hat (jetzt können sie nicht einmal ihr zweifellos gutes AON-TV verkaufen, weil es nicht durch die alten Leitungen geht…), kommt der Herr Nemsic überhaupt nicht.

Wie auch immer, Humor hat er aber. Pünktlich zum Faschingsbeginn lässt er den Witz des Tages los:

Nemsic wünscht sich eine Beamtenagentur, über die Mitarbeiter an andere staatsnahe Unternehmen vermittelt werden können – etwa an die ÖBB [Zitat ORF-Teletext - 11.11.2008, 15.00 Uhr]

Eine geniale Idee! Die ÖBB würden sich ganz bestimmt über noch mehr Beamte freuen, die haben ja selber noch nicht genug. Warum aber zur ÖBB und nicht gleich zur Post verschieben (äh, vermitteln)?. Dort könnten sie die Neuzugänge gleich mitentsorgen, wo sie doch schon dabei sind…

9. Nov. 2008

Ich konnte es kaum glauben, aber es schaut so aus, als ob die EU-Extrembürokratie erstmalig beabsichtigen würde, über ihren Schatten zu springen. Wahrscheinlich schaut es aber nur so aus…

Den Extrembürokraten der EU-Kommission ging angeblich die Kritik (“Überregulierung”, “bürokratischer Wahnsinn” etc) schon so auf den Sender, dass nun allen Ernstes 26 der 36 Regelungen über die Beschaffenheit von Obst- und Gemüsesorten abgeschafft werden sollen. Darunter soll auch die Vorschrift über die symbolträchtige Gurkenkrümmung sein.

Eigentlich könnte man sich freuen, dass die EU endlich einen Schritt in die richtige Richtung (schlankere, durchschaubarere Verwaltung im Sinne der Bürger) setzt. Ja wirklich, man könnte sich freuen, wenn man noch Vertrauen in die lobbyismuszerfressene EU-Verwaltung hätte. Die Motivation für den an und für sich richtigen Schritt wird nämlich nicht sein, die Bürokratie zurückzudrängen, sondern es wird sich wieder um handfeste Geschäftsinteressen handeln, welche das Lobbyistenpack der anfälligen Bürokratenarmee reingedrückt hat. Am Ende wird einigen Firmen das Abzocken leichter fallen, was wahrscheinlich von Anfang an Sinn und Zweck der Übung gewesen ist.

Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass auch diesmal wieder die EU-Bürger die Verlierer sind. Alle größeren Firmen und Konzerne haben nämlich Lobbyisten, die mit viel Geld ausgestattet alles korrumpieren, was ihnen (dh ihren Auftraggebern) im Wege steht. Dazu müssen sie nicht einmal Gesetze übertreten, denn Regeln gibt es für diesen Bereich in der EU überhaupt nicht. Nur die Bürger, die haben keine Lobbyisten. Deren Lobby wären eigentlich die Politiker, aber gerade die wurden ja schon von den Geschäftemachern umgedreht, und stehen schon auf deren Seite.

Wie es aussieht, ist in Brüssel gegen den korrumpierenden Lobbyismus kein Kraut gewachsen. Es scheint fast so, als ob der Lobbyismus die EU schon vollkommen unterwandert hätte, denn nahezu bei jeder Tätigkeit dort schimmert bei näherer Betrachtung dieses Gespenst durch. Die derzeitigen Politiker der einzelnen Staaten dürften (mit sehr wenigen Ausnahmen) mit dem Zustand aber ganz zufrieden sein, denn Widerstand gibt keinen. Wie es aussieht, kann dieses ekelerregend schleimende Lobbyistenpack nur mehr von einem “starken Mann” (oder – gender – einer “eisernen Lady;) ), der/die mit dem Eisenbesen auskehrt, aus Brüssel gejagt werden. Und dann werden alle belämmert dreinschauen und fragen, wie es soweit kommen konnte…

7. Nov. 2008

Barack Obama hat die Wahl zum US-Präsidenten (wie ich meine verdient) gewonnen. Dass sich in Amerika viele darüber sehr freuen, ist klar. Dass aber ganz Europa im Obamafieber liegt, ist schon weniger verständlich. Wenn man schaut, was sich diesbezüglich in den Medien abspielt, möchte man fast meinen, der Messias sei niedergekommen…

Nun ist aber bei uns im Ösiland die Obamania etwas gestört worden. Einerseits hat sich in einer ORF-Sendung Klaus Emmerich, ein pensionierter Reporter, arg daneben benommen (“Ich möchte mich nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen” sagte er ua) und andererseits der Duce von Italien einen blöden Scherz gemacht.

Mit dem alten Reporter, Klaus Emmerich ist um die 80, soll sich gefälligst der ORF selber auseinandersetzen. Man weiß ja, dass alte Leute durch die Alterssturheit oft unberechenbar sind. Wenn der ORF glaubte, das riskieren zu müssen, dann soll er die Sache auch ausbaden – hätten sie den Gast halt vorher ordentlich briefen sollen :) Außerdem wird´s schon nicht so wild kommen, werden doch diejenigen, welche die Sache am meisten kritisieren, ansonsten von der ORF-Berichterstattung sehr gut bedient.

Silvio Berlusconi hat sich hinreissen lassen, Obama „stattlich, gut aussehend und sonnengebräunt“ zu bezeichnen. Skandal – Rassismus! Klar, wer über den heiligen Obama einen (wenn auch dummen) Scherz macht kann nur Rassist, Faschist, Mörder oder Raucher sein. Wahrscheinlich frisst so jemand sogar kleine Kinder. Ich mag Berlusconi auch nicht, aber aus anderen Gründen. Es gibt weiß Gott massig gewichtigere Anlässe, auf ihn mit dem Finger zu zeigen.

Ob der neue Messias von Amerika wirklich ein solcher ist, wird sich zeigen. Erste Anzeichen deuten wohl eher nicht darauf hin. Wenn nämlich jemand, vor allem in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation, ernsthaft in Erwägung zieht, Warren Buffet (einen der größten Finanzmagnaten der Welt) als Finanzminister zu berufen, dann weiß man im Allgemeinen, in welche Richtung es geht. Die Böcke stehen bereit, wieder Gärtner zu werden… :)

 

PS: Weil es so gut dazu passt: Die Sache mit dem Rassismus bringt ”Ich bin so frei“ sehr gut auf den Punkt.

4. Nov. 2008

oder wie man im Namen der Gesundheit ungesunde Geschäfte macht.

Schön langsam wird es offenkundig, das Gesundheits-Kartell. Die Pharmakonzerne sind die Oberhäupter der Familien, WHO und Ärztekammern die Consiglieri, Ärzte die Soldaten und Apotheker die Dealer… ;)

Dass an unerwünschten Arzneimittelwirkungen eine Menge Leute sterben war ja ebenso kein Geheimnis wie die Tatsache, dass im Namen der Gesundheit monströse Geschäfte auf Kosten eben dieser gemacht werden – das blieb nur weitgehend unbeachtet. Nun dürfte sich der ORF darum kümmern und es scheint noch schlimmer zu sein, als ich gedacht habe.

Beispielsweise verdanken ca 250.000 Patienten (nur in Österreich) ihre Einlieferung ins Krankenhaus ausschließlich der Verschreibungswut der Ärzteschaft. Sie wurden nur deshalb spitalsreif, weil sie verschriebene Medikamente eingenommen haben. Weiters sollen einer Untersuchung zufolge 30% der Spitalspatienten gänzlich unbegründet eingewiesen werden. Selbst wenn man guten Willens ist und dem Kartell zubilligt, dass Fehler eben passieren können, wären derartige Zahlen mit Fehlern alleine sicher nicht erklärbar. Der Überwiegende Großteil der Patientenschädigungen wird wohl darauf Gründen, dass sich gar nicht so wenige am Gesundheitssystem unredlich bereichern und so jegliche Sorgfalt außer Acht lassen.

Das Allerbeste steht aber am Ende des ORF-Artikels:

Ein weiterer Vorwurf: Es gebe “Medizin für Aktionäre”. Mit Scheininnovationen gelinge es der Pharmaindustrie immer wieder, teure Arzneimittel auf den Markt zu drängen.

Da muss man eigentlich nichts mehr hinzufügen. Vielleicht geht jetzt doch einmal den Leuten ein Licht auf und sie erkennen, um was es bei den angeblichen Bemühungen um Gesundheit - etwa die Einschränkungen gegen Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, Propagierung diverser Impfungen (zB Gebärmutterhalskrebs) etc – wirklich geht…

Bemerkenswert ist aber auch, dass Legionen von Politikern schon eine Zeit lang das Gesundheitssystem reformieren, weil die Krankenkassen an Geldnot zu ersticken drohen. Wie kann es da sein, dass niemandem diese Missstände aufgefallen sind bzw noch immer die Böcke die Gärtner sein dürfen. Ein Schelm könnte annehmen, dass die politische Kaste mit dem Kartell kooperiert (um es vorsichtig auszudrücken ;) ).

Und was hat die Ärztekammer derweil für Sorgen? Sie will momentan sonst nichts, als dass man die Krankenkassen gänzlich entschuldet (auf Regimentskosten natürlich). Es kann ja nicht sein, dass die noch aus lauter Geldnot auf die Idee kommen, den Selbstbedienungsladen zu hinterfragen. Nein, nein – die gehören entschuldet, damit die Knete weiter ungehindert fließen kann… :)

3. Nov. 2008

Der Kampf zwischen GUT und BÖSE ist so alt wie die Menschheit selber – wahrscheinlich sogar noch älter. Einfache Geister reduzieren darauf, vollkommen ohne zu differenzieren, ihr ganzes Leben…

Im amerikanischen Wahlkampf ist Barack Obama der Gute und John McCain der Böse. Wie es in den USA gesehen wird, weiß ich natürlich nicht, aber bei uns in Europa ist das die veröffentlichte Meinung. Nun ist die Peinlichkeit mit der Tante in die Medien gekommen und im Zuge dessen sah sich Obama genötigt, sich für die Ausweisung (in letzter Konsequenz Abschiebung) seiner illegal (vor 4 Jahren ist ihr Asylantrag abgelehnt worden) in den USA lebenden Tante auszusprechen. Und das, obwohl die Tante nach mehr als 4 Jahren sicherlich schon gut integriert ist.

Man sollte nun annehmen, dass Obama aufgrund der herzlosen Aussage bei den Guten in Europa (Linksparteien, NGOs, Medien etc) arg in Ungnade fallen müsste. Wenn man bedenkt, welches Ekel Parteien, die sich in Wahlkämpfen befürwortend über Abschiebungen nach dem Fremdenrecht äußern (zB FPÖ und BZÖ), in den Reihen der PC-Liga hervorrufen, müsste ihm sofort die Unerstützung (von der er eh nie was hatte ;) ) entzogen bzw er bekämpft werden. Nichts von alldem ist der Fall. Die herzlose, menschenverachtende und was weiß ich noch was Aussage Obama´s kratzt die Gutgemeinde scheinbar überhaupt nicht – keine einzige negative Reaktion. Einmal als GUT befunden ist man anscheinend immer GUT, komme was wolle..

2. Nov. 2008

Eine merkwürdige Untersuchung hat DER STANDARD gemacht. Wenn man nicht wüsste, dass die Zeitung den Dingen neutral gegenüber steht, könnte man fast an Lobbying denken… ;)

Der rauchende Arzt ist ausgestorben” steht gleich im ersten Satz des Artikels (wenn auch nachher mit “zumindest auf den ersten Blick” eingeschränkt). Es wurde vom Standard “untersucht“, ob und wie viele Ärzte es noch gibt, die rauchen. Dazu wurden in Krankenhäusern einfach Ärzte befragt. Selbstverständlich wurden nahezu keine Raucher unter ihnen gefunden. Lediglich ein Lungenfacharzt (ausgerechnet ;) ), der anonym bleiben will (no-na-net ;) ), gab zu, Raucher zu sein.

Was haben denn die Standardleute gedacht? Natürlich werden Raucher unter den Ärzten das nicht öffentlich zugeben, wenn ihnen ihre Karriere lieb ist. Selbst wenn sie ihrem Primar eine reinhauen würden wäre das für ihr Fortkommen weit weniger schädlich, als sich als Raucher zu outen. Genausogut hätten die Standardleute Polizisten fragen können, ob sie dauernd besoffen und zu schnell mit dem Auto fahren würden, oder Pfarrer, ob sie regelmäßig Sex hätten…

Was aber genau die Aussage des zweifelhaften Artikels sein soll, ist nicht wirklich leicht erkennbar. Eigentlich kann nur gemeint sein, Rauchen sei so verwerflich, dass es nicht einmal Ärzte machen… :)

2. Nov. 2008

Der US-Wahlkampf spitzt sich zu und nun müssen sogar alte Tanten herhalten. Die Nation “rätselt”, wer die Tante von Barack Obama wohl ins Spiel gebracht haben könnte. Ich war´s jedenfalls nicht, denn mir ist es wurscht, wer in Amerika Präsident wird… :)

Irgendwer hat jedenfalls herausgefunden, dass eine alte Tante von Barack Obama nach der Ablehnung ihres Asylansuchens seit 4 jahren illegal in den USA lebt. Und jetzt, drei Tage vor der Wahl, ist natürlich Feuer am Dach. Obama wird sich da aber sicher herausreden können, denn der vernunftbegabte Mensch sollte erkennen können, dass ihm hiebei nichts vorzuwerfen ist. Er kann doch nicht alle seine Verwandten regelmäßig überprüfen lassen. Und selbst das könnte ihn nicht davor bewahren, dass zB ein Cousin 2. Grades eingesperrt wird, weil er mit 58 mp/h am Highway erwischt wurde… :)

Andererseits aber tauchen im Zuge der Affaire doch Fragen auf, die zwar mit der Tante wenig zu tun haben, aber ein Licht auf den Wahlkampf bzw dessen Finanzierung werfen. Präsidentschaftskandidaten dürfen in den USA keine Spenden von Ausländern bzw Leuten ohne dauerhafte Aufenthaltsbewilligung annehmen. Obama´s Tante hat aber insgesamt rund 260 USD gespendet und nun beeilt man sich im Obama-Lager das Geld so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Man will ja nicht in den Geruch von illegalen Wahlspenden kommen. Komisch ist nur, dass geschätzte 10 Millionen Menschen illegal in den USA leben und wahrscheinlich niemand weiß, wie viele von denen auch gespendet haben. Das kratzt aber offenbar überhaupt niemanden. Na ja, “Augen zu und durch” bzw “was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“… :)

Nur die alte Tante dürfte so heiß geworden sein, dass man ihre sauer abgesparten paar Kröten nicht einmal mit der Feuerzange anfassen will. Mich würde interessieren, ob die Spenden von den zahlreichen Pleitefirmen (Banken, Investmenthäusern etc), die mit Unsummen an Steuergeld gerettet werden müssen, auch so nobel zurückgezahlt wurden oder werden. Die zu behalten wäre nämlich weit verwerflicher, als die paar Netsch von Auntie Zeituni… ;)

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