Was wäre eine Frauenministerin, wenn sie nicht sofort wieder eine neue Quotendiskussion vom Zaun brechen würde…
Gabriele Heinisch-Hosek hat jedenfalls keine Zeit verloren und Frauenquoten gleich am Tag der Regierungserklärung gefordert, obwohl das gar nicht im Koalitionsübereinkommen steht. Aber gut, was sollte sie denn als Frauenministerin sonst tun? Etwa sich so um die Belange von Frauen kümmern, dass auch Frau Anne-Normalverbraucher etwas davon hat? Aber nicht doch, wen interessiert das denn. Quoten für Aufsichtsratssitze sind wichtig, auch wenn wahrscheinlich 99,9 Prozent der Frauen überhaupt nichts davon haben.
Bemerkenswert aber sind die diesbezüglichen Argumente der Frau Heinisch-Hosek, die sie im Kurier-Interview kundtat:
Kurier: Viele meinen, dass dann schlecht qualifizierte Frauen genommen werden müssten – nur wegen der Quote.
Das ist keine Frage des Geschlechts. Es gibt auch minderqualifizierte Männer, die manchmal in Positionen kommen, wo man sich fragt, wie das möglich ist.
Na das ist aber super! Weil einige Deppen Führungspositionen innehaben, sind gefälligst auch Deppinnen dorthin zu bringen, meint die Frau Minister hier offenbar. Da werden sich die Frauen, die es ganz ohne Quoten in Führungspositionen schaffen, aber freuen…
Kurier: Gibt es genug qualifizierte Frauen?
Es gibt sie und die Wirtschaft kann gerade in Zeiten wie diesen auf dieses Potenzial nicht verzichten. Das wäre fahrlässig.
Na was denn nun? Wenn da soviel Potenzial ist und die Wirtschaft “gerade in Zeiten wie diesen” darauf sowieso nicht verzichten kann, dann brauchen wir doch gar keine Quoten. Das wäre ja so, als ob man ein paar Kübel Wasser in die Donau schüttet, um den Wasserstand zu erhöhen. Oder ist es derzeit der Wirtschaft etwa verboten, Frauen in Führungspositionen zu nehmen? Vielleicht meint die Gute aber nur, dass die Wirtschaft ohne frisch gebackenen Frauenaktionismus untergehen würde…
PS: Wie gesagt, von Quoten steht nichts in der Regierungsvereinbarung (na gut, viel Konkretes steht dort auch so nicht drinnen
) und Minister Mitterlehner ist dagegen. Mich deucht, die neue Regierung beginnt gleich dort, wo die alte aufgehört hat…