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31. Jan. 2009

Fallen wir im Ösiland wirklich in eine Identitätskrise, wenn zu viele Schüler das Schifahren nicht in der Schule erlernen?

Um 100.000 ist die Teilnehmerzahl an den Schul-Schikursen gesunken. Wenn man gute Zeiten zu Grunde legt (zB fuhren 1988 noch 220.000 Schüler auf Schikurs), dann ist der Verlust enorm. Im Unterrichtsministerium betont man aber, dass die Schi-Verweigerer jetzt halt auf Schul-Sportwochen fahren würden. Es wäre egal, wo sich die Schüler bewegen würden – Hauptsache sie würden sich bewegen überhaupt bewegen.

Bei der FPÖ (zumindest für Tourismussprecher Roman Haider) läuten derweil die Alarmglocken. Angesichts der sinkenden Teilnehmerzahlen an den Schul-Skikursen drohe dem ganzen Land ein Identitätsverlust und natürlich wären die Migranten, die partout mit dem Schifahren nichts am Hut haben würden, schuld. Na wenn der Herr Haider (hmm, noch ein Haider – die gibts anscheinend wie Sand am Meer :) ) das so meint, wird er schon seine Gründe haben. Nachvollziehen kann ich das aber sicher nicht. Oder meint der Gute, unsere Identität hätte sonst nichts zu bieten, als “Zwa Brettln, a gführiger Schnee, juchee” gepaart mit ein paar Obstlern…

Abgesehen von alldem dienen Schul-Schikurse wie auch Schul-Sportwochen allein dazu, Tourismusbetrieben und die Saisonlöcher zu stopfen und die Schiindustrie zu unterstützen – selbstverständlich auf Kosten der Eltern. Wenn es da zu Verschiebungen kommt, wird es wohl nur darauf ankommen, welche Lobby gerade am längeren Ast sitzt. Entbehrlich sind beide Veranstaltungen, denn wenn es nur um Bewegung ginge, könnte man in der Schule selber, ganz ohne Kosten für die Familien, viel mehr erreichen…

31. Jan. 2009

Seltsame Blüten treibt der Katzenjammer nach dem Platzen der Weltwirtschaftsblase. Obwohl sich vom Law-and-order-Gesundheitsstaat (USA ;) ) über Europa bis zu uns alle abzumühen scheinen, kommt es mir eher so vor, als ob (milde ausgedrückt) keine Lehren aus der Misere gezogen worden wären…

Hierzulande (wie sonst auch überall) wurde ein milliardenschweres Paket zur Rettung der Banken geschnürt. Das alleine wäre schon ein Fall für das Pannoptikum, denn der Staat borgt sich Geld bei den Banken aus, um die Banken zu retten. Wie sagt man da dazu? Ah ja, “Loch auf – Loch zu Methode“. Ein Privater der mit viel Geld so arbeiten würde, würde schneller gesiebte Luft atmen, als ein Ferkel mit den Augen zwinkern kann. Aber gut, der kleine Maxl aus dem 27. Bezirk überreisst das ja nicht so, weil er durch die paar Netsch, die er durch das im gleichen Atemzug beschlossene Wirtschaftsankurbelungspaket in die Hand bekommt, geblendet wird… ;)

Natürlich beschäftigt die Krise auch unseren Sonnenkanzler. Gestern beim “Jahresauftakt der SPÖ” ging er auf das Thema ein:

„Wir Sozialdemokraten wollen eine andere Wirtschaftsordnung; eine, die Kontrolle ernst nimmt und die Solidarität zum Inhalt hat.“

Aha, eine “andere Wirtschaftsordnung” und “Kontrolle” sowie “Solidarität” müssen also her. Aber wo bleiben die Taten? Etwa im Bankenpaket, wo die Banken gedrängt werden, doppelt soviel, wie sie vom Staat erhalten, als neue Kredite auszugeben? Das schaut ja fast so aus, als ob man die geplatzte virtuelle Blase so schnell als möglich wieder (und wieder virtuell) aufgefüllen will. Das fromme Spiel beginnt also gerade von Neuem… ;)

29. Jan. 2009

Kürzlich gab Gesundheitsminister Stöger bei einer Diskussion in Wien kund, dass er gegen ein totales Rauchverbot in der Gastronomie sei…

Auf den ersten Blick könnte man sich freuen wenn Minister in solchen Fragen eher den Konsens suchen anstatt über eine (natürlich kleinere) Gruppe eiskalt drüberzufahren. Die Würze liegt aber im Detail und da kann man Minister Stöger wiederum nicht so recht trauen wenn er beispielsweise meint:

“Ich habe kein Problem, wenn Wirte sagen, sie sind ein Raucher-Lokal. Aber ich will sehen, wie sie mit ihrem Personal umgehen.”

Bravo, Herr Minister – schön gesprochen! Das ist nämlich genau die Linie vom Diskriminierungskommissar Spidla - besser hätte es der Vlad selber nicht ausdrücken können. Und wenn dann auch noch

“Es ist ganz einfach. Raucherbereiche müssen zurückgedrängt werden.”

gesagt wird, dann weiß man schon, worum es dem Minister wirklich geht. Das, was er da meint, hat mit Nichtraucherschutz nämlich überhaupt nichts zu tun, sondern es geht rein gegen die Raucher. Wenn die Raucherbereiche nämlich gegen 0 “zurückdrängt werden“, dann braucht man freilich kein totales Rauchverbot mehr machen, dann hat man es defacto ja eh schon.

Nur gut, dass Minister Stöger das Tabakgesetz (angeblich) nicht verschärfen will (das fordern missionierende Zwangsgesunder ja seit der Begutachtung bereits). Allerdings soll das Gesetz gegen Jahresende evaluiert werden, was für sich schon eine gefährliche Drohung darstellt. Der gelernte Österreicher weiß nämlich, dass Gesetzesevaluierungen, überhaupt wenn es da und dort mit der Einhaltung hapert und laut schreiende, extremistische “Experten” sowieso eine Verschärfung fordern, allermeistens zu härteren Regeln im Gesetz führen. Beispielsweise muss man auf österreichs Schipisten bald einen Schihelm aufsetzen, weil ein deutscher Politiker die Pistenregeln nicht beachtet hat, und die 0,5-Promille-Grenze wurde eingeführt, weil Autofahrer mit weit über 1,5 Promille Unfälle verursacht haben… ;)

26. Jan. 2009

Forscher der Princeton Universität in den USA haben herausgefunden, dass der regelmäßige Verzehr von Zucker tatsächlich süchtig (abhängig) machen dürfte. Die Parallelen zum Anti-Rauch-Hype sind unübersehbar, die Rundlichen können sich derweil auf was gefasst machen… :)

Die Princetown-Forscher haben mit Ratten gearbeitet und beeindruckende Ergebnisse zu Tage gebracht. Hier einige Auszüge aus dem Artikel:

…Tatsächlich entdeckten Hoebel und sein Team bei ihren Ratten auch eine konkrete Veränderung im Hirnstoffwechsel: Wenn die hungrigen Tiere Zuckerwasser tranken, wurde in der Region des Nucleus Accumbens der Botenstoff Dopamin freigesetzt. Er gilt als chemisches Signal, das zunächst Motivation und bei Wiederholung im Laufe der Zeit Sucht auslöst…

…Auch die in den Experimenten beobachteten Anzeichen von Entzugserscheinungen stehen nach Ansicht der Forscher in Zusammenhang mit dem Dopaminstoffwechsel im Gehirn: Wenn den Ratten das Zuckerwasser vorenthalten wurde, sanken die Konzentrationen des Dopamins im Gehirn stark ab und als Folge veränderte sich das Verhalten der Tiere: Ihre Zähne klapperten und…

Für mich ist das aber nichts Neues, mir war schon immer klar, dass man auf alles mögliche süchtig werden kann. Das beginnt bei lieben Gewohnheiten (zB frühes/spätes Aufstehen oder Schlafengehen, Nägelbeissen, Arbeit etc), geht über Sport/Spiel (zB Laufen, Konsolen- oder Automatenspiel, Casino etc) bis zu Nahrungs- (zB Schweinsbraten, Süßigkeiten etc), Genuss- (Tabak, Alkohol, Kaffee etc) und den klassischen Suchtmitteln (Cannabis, Kokain, Heroin und neuerdings auch Spice). Wir sind halt so gestrickt, dass wir immer das haben wollen, was uns schon einmal zugesagt hat und davon natürlich auch immer mehr.

In Wahrheit sind wir also alle Mehrfachsüchtige – und somit verachtens- oder zumindest zwanstherapiewürdig. Diejenigen, die auch auf klassische Suchtmittel stehen, sind sowieso schon öffentlich verdammt, Alkohol- und Tabakfreunde auf dem besten Weg dorthin. Gerne-Vielesser bleiben in der veröffentlichten Meinung (derweil noch – siehe oben ;) ) ungeschoren. Medikamentensüchtige brauchen sich überhaupt keine Sorgen machen, sie werden auch in aller Zukunft für gutes Krankenkassengeld von ihren Schöpfern versorgt werden und ihren Ruf wird man schon aus Geschäftsgründen nicht antasten.

Es bleibt also soweit alles beim Alten. Die Liebhaber von Süßigkeiten sollten sich aber schön langsam auf einen Abwehrkampf einstellen, denn die fanatische Zwangsgesundungsgemeinde hat sie nicht nur schon lange als Ziel auserkoren, sondern ist auch gerade dabei, die wissenschaftlichen Grundlagen für den Vernichtungsfeldzug gegen alles Rundliche zu schaffen. Lange wird die Ruhe also nicht mehr halten und dann winkt die Zwangsernährung mit Grüntee, Müsli und Tofu… :)

25. Jan. 2009

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat mit Hans-Jörg Schelling einen neuen Präsidenten bekommen. Seine Ansagen sind sehr mutig…

Hans-Jörg Schelling macht anscheinend nicht lange herum und kommt umgehend zur Sache. Er betont zwar, dass mit der Ärzteschaft eine gute Partnerschaft bestehe, will aber die Qualitätsprüfung mit Konsequenzen (bis zur Vertragsauflösung?) versehen und diese vor allem der Ärzteschaft entziehen (bis jetzt kontrollierten sich die Ärzte ja sozusagen selber):

Gleichzeitig pochte er auf Änderungen: “Bisher ist es ja so, dass die Ärztekammer ihre Qualität selbst kontrolliert”, verwies er auf die Ärztekammer-interne, 2004 per Gesetz gegründeten Agentur Gesellschaft für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Medizin GmbH (ÖQmed). “Das wäre ungefähr so, wenn die Wirtschaftskammer die Arbeitsinspektoren im eigenen Bereich hätte und dann entscheidet, wo schicken wir wen hin, was kontrollieren wir und wen strafen wir”.
[Zitat: Kurier]

Als ob das nicht schon genug starker Tobak wäre, legt der neue Präsident noch ein Schäuferl nach und möchte auch über die sogenannte “Aut idem” – Regelung, wonach Ärzte nur mehr den Wirkstoff verschreiben dürfen und die Apotheker das tatsächliche Medikament aufgrund der Wirkstoffverschreibung selber bestimmen. “Aut idem ist ja in vielen Ländern erfolgreich eingesetzt“, meinte er dazu.

Habedere, der Mann traut sich wirklich was. Den Kartellbrüdern der  Ärztekammer derart an den lukrativen Karren zu fahren grenzt ja fast schon an politischen Selbstmord. So ein Angriff auf die “Grundpfeiler der Medizin” wird die Kämmerer zwar paralysieren (sie hätten ja im Leben nicht annehmen können, dass sich so etwas jemand traut), aber das wird nicht lange halten. Und dann möge der Himmel dem Präsidenten beistehen. Die Weißkittel werden ihn so fertig machen, dass kein Hund mehr ein Stück Brot von ihm annehmen wird… :)

25. Jan. 2009

In Venedig, der versinkenden Lagunenstadt, bemüht man schon seit geraumer Zeit, nur ja keine Gelegenheit auszulassen, den angeworbenen Touristenmassen unnötige Euros aus den Taschen zu ziehen. Jetzt wird ein neuer Tagespass eingeführt…

Mit der Müllproblematik hat man schon einiges in Sachen Touristenbewirtschaftung begründet. ZB darf man auf Stufen nicht mehr sitzen und schon gar nicht etwas essen. Wo käme man da hin, wenn Touristen ihren billigen, womöglich noch selbst mitgebrachten, Fraß auf ehrwürdigen Stufen oder auf Parkbänken verzehren würden. Die sollen gefälligst ins Ristorante gehen und dort die Kassen klingeln lassen. Es ist wohl nur mehr eine Frage der Zeit, bis auch das Trinken von Mineralwasser verboten werden wird. Begründen könnte man das genau gleich – Müllproblematik (vordergründig) und Geschäft für die Gastronomie (insgeheim)… ;)

Nun ist die Stadtverwaltung von Venedig derart intellektuell niedergekommen, dass nicht einmal die “Sackerl fürs Gackerl” – Aktion aus Wien mithalten kann. Es wird eine Tageskarte für die WC-Benützung eingeführt. Für 3 Öken bekommt man dann eine Flatrate für´s Scheissen – gültig für ganz Venedig. Wenn man bedenkt, wie viele auf Ösilands Pisten gestresst up-and-down hirschen, um ja den teuren Schipass optimal zu nutzen, kann man sich vorstellen, wie es in Venedig zugehen wird. Man wird im Ernstfall erst recht nicht so leicht eine freie Kabine finden können, denn die besonders ökonomischen Allesausnutzer werden um die Wette pressen… :)

24. Jan. 2009

2008 haben mehr Radfahrer (62 gegenüber 37) den Straßentod gefunden, als im Jahr davor. Unsere erfahrene (Frau Bures hat ja schon allerhand unterschiedliche Fachgebiete bedient :) ) Verkehrsministerin kann da natürlich nicht tatenlos zuschauen…

Die Nachricht ist zwar nicht mehr gar so neu und die Sache wird immer wieder thematisiert, trotzdem schockt eine Steigerung von ca 40 Prozent bei den im Straßenverkehr getöteten Radfahrern doch einigermaßen (auf den ersten Blick jedenfalls). Als gelernter Österreicher weiß man aber, dass es einer gefährlichen Drohung gleichkommt, wenn Politiker anlassbezogen tätig werden wollen. Da haben dann die “Experten” als Einflüsterer Hochsaison und die Helmpflicht (ist ja sowieso gerade in ;) ) wird uns wohl nicht erspart bleiben. Das wird zwar das Problem der Radfahrer im Straßenverkehr keineswegs mildern, aber darum geht es ja auch gar nicht. Die Hauptsache wird eher sein, dass die Handelnden (Minister genauso, wie die “Experten“) nachher sagen können, sie hätten was getan (sonst könnte ja jemand auf die Idee kommen, ihre Gehälter zu hinterfragen… :) ).

Würde die Verkehrsministerin wirklich etwas tun wollen, müsste sie zunächst einmal nach den Ursachen der Misere sehen. Und zwar ohne die 0-km/h-Fetischisten vom KfV oder VCÖ, denn diese sind an der Misere ja beträchtlich mitschuldig. Sie waren es nämlich, die früheren Ministern und Landesräten die dämlichen Straßenrückbauten eingeredet haben. Seit geraumer Zeit werden Bundes- und Landesstraßen (genau auf diesen passierten interessanterweise die meisten schweren Unfälle mit Radfahrern) so verengt, dass oft zwei LKW oder Busse fast nicht mehr aneinander vorbeikommen können. Wie soll man denn dann bei Gegenverkehr einem Radfahrer richtig (mit ordentlichem Seitenabstand) ausweichen? Und die Mehrzweckstreifen, die sie neuerdings in den Ortsdurchfahrten für Radfahrer machen, sind überhaupt ein schlechter Witz. Die sind oft unter einem Meter breit und durch die weiße Linie, die zwischen Radstreifen und Fahrbahn ist, glaubt jeder Autofahrer, er bräuchte nicht mehr ausweichen, denn der Radfahrer hätte ja eh seinen Bereich. Da fahren dann die meisten in 20 cm Abstand an den Radfahrern vorbei. Na gut, wegen der engen Straßen geht das bei Gegenverkehr auch gar nicht anders, ohne dem Entgegenkommenden den Spiegel abzufahren… :)

Ja, ich weiß natürlich auch, dass die StVO vorschreibt, der Autofahrer müsste in solchen Situationen einfach warten. Aber wer macht das schon in unserer hektischen Zeit und was hat der in der Grube liegende Radfahrer davon, wenn man den Autofahrer danach verurteilt (so man ihm überhapt eine Verfehlung nachweisen kann…)?

23. Jan. 2009

Einen großen Wurf will die EU in Sachen religionsartig aufgezogener Klimaabzockerei anscheinend machen. 167 Milliarden Euros sollen die Mitgliedsstaaten von 2013 bis 2020 an “arme Länder” zahlen, um diese zu animieren, ihren CO2-Ausstoß zu verringern…

Ist schon klar, gegen die Summen, die als neues Spielgeld in das globale Casino gepumpt werden, sind die 167 Milliarden ein Lercherlschas. Dass das Geld aber mit wenig Wirkung verpuffen würde, sollte den EU-Schlaumaiern schon klar sein. Nur zu oft reissen sich Schurkenregierungen EU-Gelder unter die korrupten Fingernägel und es soll auch schon vorgekommen sein, dass sie in Waffenkäufe gesteckt wurden. Und dass ausgerechnet China als “armes” Empfängerland genannt wird, ist wohl der Gipfel der Naivität. Wird doch dieses Land in Bälde der größte Konkurrent der EU (Wirtschaft, Energie etc) sein und die Chinesen sind wohl nicht gerade dafür bekannt, dass sie sich von irgendjemanden irgendetwas dreinreden zu lassen (egal, wie viel Geld man ihnen dafür vorher gegeben hat… ;)

Man sollte sich auch verdeutlichen, was man in Sachen Energie innerhalb der EU selber mit dem Geld machen könnte. Mein Taschenrechner sagt beispielsweise, dass mit 167 Milliarden Öken ca 46,3 Millionen KW/p Fotovoltaikanlagen errichten werden könnten. Das würde ca 11,5 Millionen Einfamilienhäuser krisensicher mit Strom versorgen und etwa 23 Millionen Tonnen CO2 einsparen (jährlich). Ja, ich weiß, so viel ist das auch nicht. Aber es wäre ein Anfang, um vielleicht doch etwas von den fossilen Energieträgern wegzukommen. An´s eigene Volk denkt man aber derzeit in der EU eher nicht so sehr (Brainstorming in Sachen Bürgerbevormundung natürlich ausgenommen… :) ).

20. Jan. 2009

Gerade wurde im Report über das neue Rauchergesetz hergezogen. Eine Zwangsgebührenanstalt kann natürlich nicht neutral sein, sie muss ja förmlich für die Zwangsgesunder Partei ergreifen…

Klar, dass man über ein neues Gesetz diskutieren kann. Völlig legitim auch, wenn man das macht. Dass eine (zwangs)gebührenfinanzierte, öffentlich-rechtliche Runfunkanstallt derart penetrant für eine Gruppe lobbyiert, dann ist das zwar nicht neu, aber dennoch abstoßend. Der ORF sollte ausgewogen berichten, dh die verschiedenen Meinungen so darstellen, dass es dem (dafür zahlendem) Konsumenten hilft, sich eine Meinung bilden. Dass der ORF das sehr oft nicht macht ist bekannt und wäre an und für sich keine Erwähnung mehr wert. Dass aber im heutigen Report-Beitrag in jedem Satz ganz deutlich herauszuhören war, dass die verantwortlichen Redakteure ein totales Rauchverbot fordern, ist eine neue Qualität. So offen lobbyierend habe ich den ORF noch nie wahrgenommen. Man könnte fast meinen, Rockenbauer himself hätte die Sendung gestaltet… ;)

Das Allerbeste hat man sich aber zum Schluss aufgehoben:

Wir meinen, ein neues Tabakgesetz muss her…”, den genauen Wortlaut danach habe ich nicht behalten, aber  “ohne Murks” und “ohne Rücksichten” war dabei.

Das war deutlich – öffentlich-rechtliche Berichterstattung in “Reinkultur”! Wann findet sich endlich jemand, der solchen Meinungspenetranten, die das ganze Unternehmen in Verruf bringen, die Hammelbeine lang zieht? ;)

 

PS: Mir ist schon klar, dass die Zwangsgesunder momentan nervös werden. In Bayern wird gerade, wie erwartet, das strengste Rauchverbot Deutschlands relativiert und bei uns sieht man die Zustimmung zu den Verboten schwinden. Seit 1. Jänner merken nämlich die Leute (auch jene, die nicht rauchen ;) ) auch in der Praxis, wie die Verbote in das Zusammenleben eingreifen und man kann sich ausmalen, wie das bei einem Totalverbot aussähe…

17. Jan. 2009

ein Totalverbot muss her“, so oder ähnlich schreien es die selbsternannten Zwangsgesundheitsapostel durch die Foren der Online-Medien und fordern (als ob sie vorher was anderes getan hätten… ;) ) ein totales Rauchverbot. In Wien und Graz sollen bereits 150 Anzeigen nach dem Tabakgesetz erstattet worden sein, österreichweit werden es wohl einige hundert sein…

Ein wenig Tunnelblick haben da die Kreuzritter des Guten aber schon (gut, ist auch nichts Neues… :) ). Das Gesetz ist noch neu und es dürfte noch etwas zu früh sein, eine Beurteilung abzugeben – auch wenn manche sich dazu nur 8 Tage gönnen wollen ;) . Ein paar Wochen Schonfrist wird in Österreich ja gewöhnlich sogar von der Polizei bei der Überwachung neuer Vorschriften (zB bei Gurtenpflicht und Handyverbot im Fahrzeug war das so) gewährt.

Außerdem sollten die selbsternannten Weltverbesserer vielleicht auch einmal etwas nachdenken, bevor sie wegen ein paar hundert Anzeigen schon ein Totalverbot fordern. Mit dem selben Argument müssten sie ein Verbot des gesamten Autoverkehrs fordern, denn wegen übertretungen der StVO sind heuer gewiss schon zigtausende Leute angezeigt worden. Sogar ein Ausgehverbot Samstag abends ließe sich so argumentieren. Da werden nämlich auch hunderte angezeigt, sogar nach dem Strafrecht (zB wegen vorsätzlicher Körperverletzungen)…

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