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14. Jan. 2009

Die Leitzinsen sinken weiter. In den USA und in Japan ist man praktisch schon bei 0% angekommen, die Schweiz steht bei 0,5% und in Großbritannien verlangt man bei fallender Tendenz 1,5%. Im Euroraum steht eine deutliche Senkung unmittelbar bevor und man spricht bereits davon, dass bis zum Sommer auch hier der Leitzinssatz bei 1,0% stehen soll. Ein Schelm, der dabei Böses denkt…

Glasklar bei der Sache ist, dass man von den hohen Sparbuchzinsen bald nur mehr träumen wird können. Die Kreditnehmer könnte die Tendenz freuen. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten, denn die Banken werden den Zinsvorteil sicher nicht so mir-nichts-dir-nichts für bestehende Kredite weitergeben. Das ist wahrscheinlich so wie bei den Ölkonzernen. Die verdienen ja bei heftigen Preisschwankungen auch am besten.

Ich würde gerne wissen, was hinter alldem wirklich steckt. Es kann doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, dass man jemanden, dem man Geld borgt, noch was draufzahlt – dh, dass der weniger Geld zurückzahlen muss, als er sich ausgeborgt hat (in den USA spricht man tatsächlich schon von der Möglichkeit von Minuszinsen). Da wäre es doch weit günstiger, das Geld im Sparstrumpf unter dem Bett (so dort soviel Platz ist :) ) liegen zu lassen.

Aber die Herrschaften der Hochfinanz wissen im allgemeinen, was sie tun. Sie müssen ja die gefallenen Pegelstände in ihren Geldspeichern irgendwann wieder erhöhen und nicht mehr wahrnehmbare Zinsen passen da sehr gut in die Strategie. Ebenso passt dazu das unendlich scheinende Füllhorn der Staaten, womit den Bürgern fälschlicherweise langfristig finanzielle Erleichterung suggeriert wird.

Freilich dienen diese Maßnahmen der Ankurbelung der lahmenden Wirtschaft. Ich denke, das wird auch funktionieren, denn wenn die Bürger mehr Geld haben, geben sie auch mehr aus. Aufheben bringt ja ohnehin nichts, wird doch das Geld selbst auch am Sparbuch weniger wert werden. Auch Nullzinsenkredite werden weggehen, wie die warmen Semmeln, wenngleich die sowieso nur jemand mit Bonität erhalten wird.  Habenichtse werden überhaupt keinen Kredit bekommen, denn bei denen ist außer Risiko sowieso nichts zu holen.

Wenn dann die Leute mit billigen Krediten ordentlich angefüttert sind, wird der Zahltag näherrücken – spätestens dann, wenn sich die Wirtschaft wieder erholt haben wird. Die staatlichen Füllhörner werden wirklich schmerzenden Sparpaketen Platz machen (selbst ein Staat kann nicht unenedlich wesentlich mehr ausgeben, als er einnimmt) und die Zinsen werden schnell wieder steigen. Eng wird´s für viele werden, wenn Banken beginnen, sich um die angefütterten Fische in ihren Teichen zu kümmern. Da werden dann sehr viele der gierig gewordenen Fischlein in den Netzen zappeln - dh, sie werden schwer zahlen oder, wenn sie das nicht mehr können, alles verlieren. Aber es hilft nichts, die Pegelstände der Geldspeicher gehören nunmal erhöht, von irgendwas müssen die Magnaten ja schließlich auch leben… :)

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