Gerade wurde im Report über das neue Rauchergesetz hergezogen. Eine Zwangsgebührenanstalt kann natürlich nicht neutral sein, sie muss ja förmlich für die Zwangsgesunder Partei ergreifen…
Klar, dass man über ein neues Gesetz diskutieren kann. Völlig legitim auch, wenn man das macht. Dass eine (zwangs)gebührenfinanzierte, öffentlich-rechtliche Runfunkanstallt derart penetrant für eine Gruppe lobbyiert, dann ist das zwar nicht neu, aber dennoch abstoßend. Der ORF sollte ausgewogen berichten, dh die verschiedenen Meinungen so darstellen, dass es dem (dafür zahlendem) Konsumenten hilft, sich eine Meinung bilden. Dass der ORF das sehr oft nicht macht ist bekannt und wäre an und für sich keine Erwähnung mehr wert. Dass aber im heutigen Report-Beitrag in jedem Satz ganz deutlich herauszuhören war, dass die verantwortlichen Redakteure ein totales Rauchverbot fordern, ist eine neue Qualität. So offen lobbyierend habe ich den ORF noch nie wahrgenommen. Man könnte fast meinen, Rockenbauer himself hätte die Sendung gestaltet…
Das Allerbeste hat man sich aber zum Schluss aufgehoben:
“Wir meinen, ein neues Tabakgesetz muss her…”, den genauen Wortlaut danach habe ich nicht behalten, aber “ohne Murks” und “ohne Rücksichten” war dabei.
Das war deutlich – öffentlich-rechtliche Berichterstattung in “Reinkultur”! Wann findet sich endlich jemand, der solchen Meinungspenetranten, die das ganze Unternehmen in Verruf bringen, die Hammelbeine lang zieht?
PS: Mir ist schon klar, dass die Zwangsgesunder momentan nervös werden. In Bayern wird gerade, wie erwartet, das strengste Rauchverbot Deutschlands relativiert und bei uns sieht man die Zustimmung zu den Verboten schwinden. Seit 1. Jänner merken nämlich die Leute (auch jene, die nicht rauchen
) auch in der Praxis, wie die Verbote in das Zusammenleben eingreifen und man kann sich ausmalen, wie das bei einem Totalverbot aussähe…