2008 haben mehr Radfahrer (62 gegenüber 37) den Straßentod gefunden, als im Jahr davor. Unsere erfahrene (Frau Bures hat ja schon allerhand unterschiedliche Fachgebiete bedient
) Verkehrsministerin kann da natürlich nicht tatenlos zuschauen…
Die Nachricht ist zwar nicht mehr gar so neu und die Sache wird immer wieder thematisiert, trotzdem schockt eine Steigerung von ca 40 Prozent bei den im Straßenverkehr getöteten Radfahrern doch einigermaßen (auf den ersten Blick jedenfalls). Als gelernter Österreicher weiß man aber, dass es einer gefährlichen Drohung gleichkommt, wenn Politiker anlassbezogen tätig werden wollen. Da haben dann die “Experten” als Einflüsterer Hochsaison und die Helmpflicht (ist ja sowieso gerade in
) wird uns wohl nicht erspart bleiben. Das wird zwar das Problem der Radfahrer im Straßenverkehr keineswegs mildern, aber darum geht es ja auch gar nicht. Die Hauptsache wird eher sein, dass die Handelnden (Minister genauso, wie die “Experten“) nachher sagen können, sie hätten was getan (sonst könnte ja jemand auf die Idee kommen, ihre Gehälter zu hinterfragen…
).
Würde die Verkehrsministerin wirklich etwas tun wollen, müsste sie zunächst einmal nach den Ursachen der Misere sehen. Und zwar ohne die 0-km/h-Fetischisten vom KfV oder VCÖ, denn diese sind an der Misere ja beträchtlich mitschuldig. Sie waren es nämlich, die früheren Ministern und Landesräten die dämlichen Straßenrückbauten eingeredet haben. Seit geraumer Zeit werden Bundes- und Landesstraßen (genau auf diesen passierten interessanterweise die meisten schweren Unfälle mit Radfahrern) so verengt, dass oft zwei LKW oder Busse fast nicht mehr aneinander vorbeikommen können. Wie soll man denn dann bei Gegenverkehr einem Radfahrer richtig (mit ordentlichem Seitenabstand) ausweichen? Und die Mehrzweckstreifen, die sie neuerdings in den Ortsdurchfahrten für Radfahrer machen, sind überhaupt ein schlechter Witz. Die sind oft unter einem Meter breit und durch die weiße Linie, die zwischen Radstreifen und Fahrbahn ist, glaubt jeder Autofahrer, er bräuchte nicht mehr ausweichen, denn der Radfahrer hätte ja eh seinen Bereich. Da fahren dann die meisten in 20 cm Abstand an den Radfahrern vorbei. Na gut, wegen der engen Straßen geht das bei Gegenverkehr auch gar nicht anders, ohne dem Entgegenkommenden den Spiegel abzufahren…
Ja, ich weiß natürlich auch, dass die StVO vorschreibt, der Autofahrer müsste in solchen Situationen einfach warten. Aber wer macht das schon in unserer hektischen Zeit und was hat der in der Grube liegende Radfahrer davon, wenn man den Autofahrer danach verurteilt (so man ihm überhapt eine Verfehlung nachweisen kann…)?