Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat mit Hans-Jörg Schelling einen neuen Präsidenten bekommen. Seine Ansagen sind sehr mutig…
Hans-Jörg Schelling macht anscheinend nicht lange herum und kommt umgehend zur Sache. Er betont zwar, dass mit der Ärzteschaft eine gute Partnerschaft bestehe, will aber die Qualitätsprüfung mit Konsequenzen (bis zur Vertragsauflösung?) versehen und diese vor allem der Ärzteschaft entziehen (bis jetzt kontrollierten sich die Ärzte ja sozusagen selber):
Gleichzeitig pochte er auf Änderungen: “Bisher ist es ja so, dass die Ärztekammer ihre Qualität selbst kontrolliert”, verwies er auf die Ärztekammer-interne, 2004 per Gesetz gegründeten Agentur Gesellschaft für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Medizin GmbH (ÖQmed). “Das wäre ungefähr so, wenn die Wirtschaftskammer die Arbeitsinspektoren im eigenen Bereich hätte und dann entscheidet, wo schicken wir wen hin, was kontrollieren wir und wen strafen wir”.
[Zitat: Kurier]
Als ob das nicht schon genug starker Tobak wäre, legt der neue Präsident noch ein Schäuferl nach und möchte auch über die sogenannte “Aut idem” – Regelung, wonach Ärzte nur mehr den Wirkstoff verschreiben dürfen und die Apotheker das tatsächliche Medikament aufgrund der Wirkstoffverschreibung selber bestimmen. “Aut idem ist ja in vielen Ländern erfolgreich eingesetzt“, meinte er dazu.
Habedere, der Mann traut sich wirklich was. Den Kartellbrüdern der Ärztekammer derart an den lukrativen Karren zu fahren grenzt ja fast schon an politischen Selbstmord. So ein Angriff auf die “Grundpfeiler der Medizin” wird die Kämmerer zwar paralysieren (sie hätten ja im Leben nicht annehmen können, dass sich so etwas jemand traut), aber das wird nicht lange halten. Und dann möge der Himmel dem Präsidenten beistehen. Die Weißkittel werden ihn so fertig machen, dass kein Hund mehr ein Stück Brot von ihm annehmen wird…