Kürzlich gab Gesundheitsminister Stöger bei einer Diskussion in Wien kund, dass er gegen ein totales Rauchverbot in der Gastronomie sei…
Auf den ersten Blick könnte man sich freuen wenn Minister in solchen Fragen eher den Konsens suchen anstatt über eine (natürlich kleinere) Gruppe eiskalt drüberzufahren. Die Würze liegt aber im Detail und da kann man Minister Stöger wiederum nicht so recht trauen wenn er beispielsweise meint:
“Ich habe kein Problem, wenn Wirte sagen, sie sind ein Raucher-Lokal. Aber ich will sehen, wie sie mit ihrem Personal umgehen.”
Bravo, Herr Minister – schön gesprochen! Das ist nämlich genau die Linie vom Diskriminierungskommissar Spidla - besser hätte es der Vlad selber nicht ausdrücken können. Und wenn dann auch noch
“Es ist ganz einfach. Raucherbereiche müssen zurückgedrängt werden.”
gesagt wird, dann weiß man schon, worum es dem Minister wirklich geht. Das, was er da meint, hat mit Nichtraucherschutz nämlich überhaupt nichts zu tun, sondern es geht rein gegen die Raucher. Wenn die Raucherbereiche nämlich gegen 0 “zurückdrängt werden“, dann braucht man freilich kein totales Rauchverbot mehr machen, dann hat man es defacto ja eh schon.
Nur gut, dass Minister Stöger das Tabakgesetz (angeblich) nicht verschärfen will (das fordern missionierende Zwangsgesunder ja seit der Begutachtung bereits). Allerdings soll das Gesetz gegen Jahresende evaluiert werden, was für sich schon eine gefährliche Drohung darstellt. Der gelernte Österreicher weiß nämlich, dass Gesetzesevaluierungen, überhaupt wenn es da und dort mit der Einhaltung hapert und laut schreiende, extremistische “Experten” sowieso eine Verschärfung fordern, allermeistens zu härteren Regeln im Gesetz führen. Beispielsweise muss man auf österreichs Schipisten bald einen Schihelm aufsetzen, weil ein deutscher Politiker die Pistenregeln nicht beachtet hat, und die 0,5-Promille-Grenze wurde eingeführt, weil Autofahrer mit weit über 1,5 Promille Unfälle verursacht haben…
Abgesehen davon dass derzeit über ca. 80% der Bevölkerung “drüber” gefahren wird, und 90% der Wirte (die ungleich behandelt wird) steht es auch dem Gesundheitsminister gut, die faire und transparente Lösung eines generellen Rauchverbotes zu planen, um dem Zwist einhalt zu gebieten.
Da ein “totales Rauchverbot” sich eh nur auf alle Lokale – also nicht private Innenräume bezieht – darf ja überall draussen und zuHause weitergeraucht werden. Würde man die Raucher ärgern wollen würde man das rauchen verbieten, nur das will keiner. Deswegen soll lediglich das rauchen in allen Lokalen untersagt werden. Mehr nicht.
Da unter den Raucher immer eine handvoll militante Krakeleer zu finden, sollte dies nicht an einer Konsens-Lösung wie man sie bereits aus Irland oder Italien kennt, hindern. Rauchverbot drinnen, und gut ist. Da die Raucher andere Mitmenschen mit ihrer Zwängerei weiter beglücken wollen, und ein Rauchverbot in Innenräumen von Lokalen ja lediglich die Folge hätte das jeder SELBER ENTSCHEIDEN kann wo er einkehrt (raucher muss ja nicht einkehren), wäre die Selbstbestimmung gestärkt, niemand würde mehr diskriminiert, die Wirte hätten ihren Willen dass das Gesetz für alle gilt.
30. Jan. 2009 | #
Zusammengefasst:
1. Evaluiert wurde bereits über 10 Jahre,
2. Regelung MIT ausnahmen ist bereits nach 4 Wochen gescheitert
3. generelles Rauchverbot im Sinne aller (wirtschftstreibender und Gäste) steht an
30. Jan. 2009 | #
P.S.
Die Aussage “Raucherbereiche” müssen zurückgedrängt werden hat nichts diskriminatorisches, da erstens nicht Raucher sondern Raucherbereiche gemeint sind, und zweitens niemand den Anspruch oder Recht hat irgendwo einen extra Raum für seinen Drogenkonsum vorzufinden. Wäre ja auch noch schöner. Ich forderte Extra Räume für Alkoholkonsum im Bürgeramt, oder extra Räume für Droge XY in Lokalen.
30. Jan. 2009 | #
Phhuu, dass ist ganz schön viel, aber gut, der Reihe nach…
“Da ein “totales Rauchverbot” sich eh nur auf alle Lokale – also nicht private Innenräume bezieht – darf ja überall draussen und zu Hause weitergeraucht werden.”
Derweil noch, denn es gibt das totale Rauchverbot in der Gastronomie ja noch nicht überall. Sollte es allerdings einmal soweit sein, werden die Zwangsgesunder arbeitslos sein. Ich glaube nicht, dass die sich dann zurücklehnen werden und manche fordern ja jetzt schon Rauchverbote in Wohnungen, Hotelzimmern, Autos und sogar im Freien…
Eine Konsenslösung kann niemals sein, einer Gruppe total Recht zu geben und der anderen keinen Platz zu lassen. Eine Trennung in Bereiche ist möglich und wird auch dzt gemacht (Wenn sich jemand nicht daran hält, wird er bestraft – das läuft ja schon). Man bräuchte wegen ein paar Übertretungen nicht das Gesetz verteufeln, höchstens die Vollziehung. Oder geht man etwa her, den Autoverkehr zu verbieten, nur weil einige besoffen und zu schnell fahren?
Aber ich weiß schon, eine Raumtrennung ist für wackere Anti-Rauch-Krieger nicht zu tollerieren. Da würde man ja sehen, wie viele Leute tatsächlich an rauchfreien Lokalen interessiert sind. Kürzlich war ich auf einem Ball, der war erstmalig komplett rauchfrei. Für die Raucher haben sie im Hinterhof ein Zelt aufgestellt. Darin hielten sich fast immer ca die Hälfte aller Gäste auf, obwohl maximal ein Drittel Raucher waren. Das Zelt war vollkommen leer, lediglich die Temperatur wurde auf ca 15° gehalten. Ich habe den Veranstalter gefragt, warum sie denn keine Bar in das Zelt gemacht hätten. Er sagte, dass, wenn da noch eine Bar drinnen wäre, würde die Musik im Saal ganz umsonst spielen. Was lernen wir daraus? Etwa dass man die Leute zu ihrem Glück zwingen muss?
Und dass “die” Wirte ein Totalverbot wollen, halte ich für ein Gerücht. Es mag tatsächlich Wirte geben, die das wünschen. Viele können das aber nicht sein, sonst würden in den Medien nicht immer nur dieselbe Handvoll Wirte dafür vorgeführt
Dass die Zurückdrängung von Raucherbereichen diskriminierend sei, habe ich nicht geschrieben. Ich meinte nur, dass man ein totales Rauchverbot hat, wenn man die Raucherbereiche in der Gastronomie auf 0 reduziert, ohne ein solches eingeführt zu haben (sehr schlau, sogar bauern- oder oberschlau könnte man das nennen – oder man sagt gleich unehrliche Politik dazu…). Vlad Spidla ist der, der an Diskriminierung von Rauchern nichts Verwerfliches findet…
30. Jan. 2009 | #
“Eine Konsenslösung kann niemals sein, einer Gruppe total Recht zu geben und der anderen keinen Platz zu lassen. ”
Wieso, was hindert einen Raucher denn in einer rauchfreien Kneipe Platz zu nehmen? Nicht der Raucher ist verboten, sondern das rauchen, ein gewaltiger Unterschied! Oder ist es Hundebesitzern verboten ein Restaurant aufzusuchen (Hunderverbot) oder Handybesitzer verboten ins Kino zu gehen (Handyverbot)? Nein. JEDER Raucher kann jeden Ort der Welt aufsuchen da ja niemand an der Kippe hängt, und sie einfach draussen rauchen kann.
Wird ein Raucher davon ausgeschlossen einen Kinofilm zu sehen, nur weil man während des Films nicht rauchen kann? Oder soll man extra Raucherkinos einrichten? So ein Blödsinn.
In irischen Kneipen sind Raucher UND Nichtraucher, in österreichischen Kneipen in denen man rauchen darf nur Raucher. Wer wird also ausgeschlossen?
“Und dass “die” Wirte ein Totalverbot wollen, halte ich für ein Gerücht. ”
Entspricht aber der Realität. Liegt ja auch in ihrem Interesse weil sie Wettbewerbsverzerrungen verhindern wollen.
Und warum sind alleine letztes Jahr 600 Raucherbeizen Pleite gegangen? Wo warn da all die Raucher? Ist doch ganz logisch, wenn irgendwo geraucht werden darf, gehts oder geht man dort, ist das rauchen überall untersagt richtet man sich nach dem Angebot, weil die Menschen letztlich nicht in die Kneipe gehen um zu rauchen. und 99% der Raucher gehen dann lieber mit ihren nichtrauchenden Freunden in die rauchfreie Kneipe als alleine zuHause zu sitzen.
Und bzgl. der “Nachfrage” nach Raucherbereiche: warum tendiert die in Italien gen Null?
Es ist einfach schwachsinnig die Gäste in einem Cafè oder ner Kneipe zu trennen – die Menschen kommen doch dorthin um sich zu treffen. Was willst du noch alles da trennen? Frauenzimmer, Zimmer für Leute mit blonden Haaren, Zimmer für XY? Rauchverbot und gut, dann kann jeder rein, Raucher und Nichtraucher lernen sich auch mal kennen und dieses ganze Zonenblödsinn ist vorbei.
GEMEINSAM statt getrennt!
“Eine Trennung in Bereiche ist möglich und wird auch dzt gemacht (Wenn sich jemand nicht daran hält, wird er bestraft – das läuft ja schon).”
Wenn dann aber richtig machen, wie in Italien. Wo genügend Platz ist und Nachfrage können abgetrennte, größenbeschränkte Räume eingerichtet werden. Und nicht, wie jetzt in Ö, umgekehrt (man darf rauchen lassen wenn man nicht umbaun will).
Ausserdem gibt es nur 20% Raucher.
31. Jan. 2009 | #
>>Entspricht aber der Realität.< <
Wessen Ralität? Ich kenne schon mehrere Wirte persönlich und da ist keiner dabei, der ein Rauchverbot (egal in welcher Form) befürworten würde. Eigentlich habe ich da nur einen in Verdacht, dass er dabei lügt...
Die irischen und britischen Kneipen sind überhaupt so toll. Da stehen auch bei Temperaturen um die 0° 90% der noch vorhandenen Gäste auf den (CO2 hin oder her) geheizten Gehsteigen herum und die Kellner servieren sogar schon auf die Straße. Was an diesen Zuständen erstrebenswert sein soll, erschließt sich mit nicht.
>>Es ist einfach schwachsinnig die Gäste in einem Cafè oder ner Kneipe zu trennen< <
Warum? Wovor kann ein Nichtraucher da Angst haben? Es gibt eh nur um die 20% Raucher – die anderen 80% werden wohl genug Unterhaltung zusammenbringen. Und ohne Stinker ist es ja sowieso schöner und gesünder – Thirdhand Smoke lässt grüßen
31. Jan. 2009 | #
Fakt ist, die Mehrheit der Wirte ist für ein Rauchverbot unter der Bedingung das es für alle gilt. Das ein paar kleine Hardcoreraucherwirte die unter die Ausnahme fallen (!) dagegen sind, ist klar, aber man kann es eben nicht allen Recht machen. Alle die nicht unter die Ausnahmen fallen, also ca 70% sind für ein generelles Rauchverbot und sind nicht so ideologieverzogen wie ein paar Raucher.
In London standen selbst vor dem Rauchverbot viele Gäste vor der Tür – und lieber zwei Raucher vor der Tür, als eine leere Kneipe in der geraucht werden darf. Selbst die Raucher finden es ja gut weil sie da neue Kontakte knüpfen können, und in irischen oder britischen Pubs sind ab und zu ma lzwei, drei Gäste vor der Tür, na und? Sind auch ab und zu zwei, drei Gäste aufm Klo.
Es ist jedenfalls klar das die Kneipen weiterhin aussterben werden wenn man kein Rauchverbot einführt: die Raucher werden immer weniger, haben immer weniger Knete, und immer weniger Wirte können von den paar Rauchern leben. Und wenn ein rauchender Wirt einer kleinen kneipe etwas gegen das Rauchverbot sagt, dann tut er das auch Interesse seiner Sucht, nicht aus Interessse der Wirtschaftlichkeit.
und wenn schon ein Rauchverbot, dann für alle! Gilt ja auch die gleiche MwSt für alle. Wäre ja logisch das die Wirte, die nur die hälfte MwSt bezahlen müssten, dagegen wären das die anderen auch die hälfte zahlen. das gleiche gilt beim rauchverbot. Es soll lediglich die benachteiligung der großen kneipen aufgehoben werden, in dem man es in kleinen auch untersagt. easy as it is.
31. Jan. 2009 | #
>>Fakt ist…< <
Fakt ist auch, dass jeder seine eigene Wahrheit hat – überhaupt dann, wenn man damit etwas durchdrücken will.
Es mag schon stimmen, dass in London auch vor dem Rauchverbot viele Gäste draußen standen. Jetzt stehen aber bei den Pubs annähernd alle draußen. Das ist genauso, wie bei uns, wo annähernd alle sich in den kleiner werdenden Raucherbereichen aufhalten, obwohl doch nur ~20% tatsächlich Raucher sind.
Die paar Raucher müssen tatsächlich tolle Hechte sein, wenn ihnen alle nachlaufen. Vielleicht sollte die missionarische Verbotsgemeinde einmal bei den Nichtrauchern ansetzen, da gehörten wahrscheinlich die Kollaborateure ordentlich angegangen und niedergemacht. Es kann doch nicht angehen, dass sich da dauernd pc Nichtraucher mit Feind (pi Raucher) verbrüdern…
31. Jan. 2009 | #
Wer missioniert denn? Doch wohl eher die NR die anderen das atmen verbieten, und ihre eigene Zigarettenmarke aufdrücken wollen.
Kurzum gesagt: in Ö und D labert man, regt sich künstlich auf, opponiert und Irland, Italien oder Frankreich lebt man einfach zusammen im Sinne von “leben und leben lassen”. Während mir hierzulande meckert, unkt und auseinander treibt, lässt man sich dort mit Kumpels in vollen Kneipen das Bier schmecken. DAS ist der Unterschied. In dem einen Land lebt man locker (zusammen) und hat sich versöhnt, es gibt anstatt Raucherlokalen und Nichtraucherlokalen eines für alle (Irland, Italien, New York), in dem anderen hat man gerne Zwist, staubt gegen alles neue und posaunt Stammtischparolen.
31. Jan. 2009 | #
lol, ich hab mich verschrieben, ich meine
Wer missioniert denn? Doch wohl eher die Raucher die anderen das atmen verbieten, und ihre eigene Zigarettenmarke aufdrücken wollen.
31. Jan. 2009 | #
War wohl ein “Freudscher Verschreiber“ ;)
31. Jan. 2009 | #