Inhaltlich ist die Ausbeute der Regierungssitzung im Tiroler Sillian mager: Zu Kernfragen der Tagespolitik schlägt die Bundesregierung nur oberflächliche Lösungen mit dem falschen Werkzeug vor, als ob man mit einer Haushaltsschere den Rasen eines Fußballplatzes mähen will (bis man durch ist, ist er anderwo schon wieder nachgewachsen).
Dafür kann man das Ausweichen mit den Regierungssitzungen in die Länder als gutes Zeichen einer Hinwendung zum Volk verstehen. Wenn die Sitzungen nur in Wien stattfinden, ist die Regierung nur von den Verhältnissen in dieser Bundeshauptstadt, die immer schon das Tor zur Welt sein wollte, geprägt. Tagen die Bundesdiener und der Kanzler aber am Land, wird ihnen stärker bewusst, für wen sie eigentlich regieren: Für den einfachen Menschen auch im Dorf, und ganz sicher nicht für das Ausland oder die weite Welt, wie Wiener Zeitungen oft unterschieben.