Weil wir in einer Wirtschaftskrise sind, sollen Lehrer mehr arbeiten. Oder ist es doch deswegen, weil sich die Unterrichtsministerin verrechnet hat?
In den Schulen qualmts gewaltig (obwohl dort doch stricktes Rauchverbot herrscht
), die Lehrerschaft ist kurz vor dem Explodieren und droht mit Streik. Die Unterrichtsministerin hat aus heiterem Himmel über die Medien ausrichten lassen, dass die Lehrer künftig bei gleicher Bezahlung um 2 Stunden (Unterrichtseinheiten, um genau zu sein) pro Woche mehr arbeiten müssen. Einen Verhandlungsspielraum signalisierte die Ministerin von vorneherein nicht – “das wird kommen“, betonte sie. Wenn man sich dann noch anhört, wie die Ministerin die Sache begründet, muss man sich wirklich nicht mehr wundern, dass da den Lehrern gehörig der Hut hochgeht.
In Zeiten der Wirtschaftskrise, wo sehr viele ihren Job verlieren würden oder kurzarbeiten müssten, hätten natürlich auch die Lehrer ihren Beitrag zu leisten. Warum gerade die Lehrer (und zB nicht auch Kindergärtnerinnen, Krankenschwestern oder Magistratsbeamte etc) mehr arbeiten sollen, wenn das virtuell aufgeblasene Banksystem crasht und die VOEST keine Autobleche mehr verkaufen kann, erklärte die Ministerin eigentlich dann doch nicht so richtig. Ein Schelm könnte jetzt meinen, dass die Wirtschaftskrise nur vorgeschoben wurde und sie sich vielmehr beim Ausbaldowern der hochtrabenden, uraltideologiegetriebenen SPÖ-Pläne für die Gesamtschule (äh, “neue Mittelschule” natürlich…
) derart verrechnet hat, dass es sich mit ihrem (eben zugestandenen) Budget hinten und vorne nicht mehr ausgeht…
Die allerbeste Meldung ließ Ministerin Schmidt aber gestern in der ZIB2 ab. Da erdreistete sich Ingrid Thurnher doch glatt, sie zu fragen, ob sie denn selber bereit wäre, aus Solidarität bei gleichem Gehalt um 10 Prozent mehr zu arbeiten. Aber nicht doch, sie arbeite schon so viel, mehr ginge überhaupt gar nicht mehr. Frau Turnher wollte es aber genau wissen und fragte nach, ob sie denn dann wenigstens bereit wäre, bei gleicher Arbeitsleistung auf 10 % ihres Gehaltes zu verzichten. Plötzlich fühlte sich Frau Ministerin noch weniger wohl in ihrem Studiosessel. Na ja, sie hätte schon ein gutes Gehalt (ok, das wussten wir auch vorher
), aber – blabla blabla blabla. Hier muss man Claudia Schmidt aber verstehen. Der letzte Almöhi weiß nämlich auch schon ganz genau, dass es immer wesentlich leichter ist bei den anderen zu sparen. Da ist es wurscht, wie viel man selber verdient – Krise hin, Solidarität her…
PS: Hoffentlich schmeissen sie beim ORF jetzt die Frau Tunher nicht hinaus. In Krisenzeiten ist es nämlich nicht gut, live Parteifreunde in Bedrängnis zu bringen…
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