Die EU-Verordnung zum Verbot der Glühbirnen steht unmittelbar bevor und plötzlich besinnen sich unsere EU-Vertreter auf ihre ureigenste Aufgabe. Mit der bevorstehenden EU-Wahl hat der Sinneswandel natürlich überhaupt nichts zu tun…
Da lässt etwa der Umweltsprecher der ÖVP im EU-Parlament, Richard Seeber, verlauten, die EU entscheide hinter verschlossenen Türen gegen den Willen der Bürger. Sie würde mit dem Glühlampenverbot genauso “gegen die Wand laufen“, wie beim Gen-Mais-Verbot.
Die SPÖ kann da natürlich nicht nachstehen. Die Leiterin der SPÖ-Delegation im EU-Parlament, Ex-Justizministerin Maria Berger, und der Spitzenkandidat, Hannes Swoboda, sind nun ebenfalls gegen das Lampendiktat und fordern eine Verlängerung der Einspruchsfrist und eine Einführung nur mit dem EU-Parlament.
Ja, eh toll! Aber warum jetzt auf einmal? Wo waren denn die Herrschaften die letzten 5 Jahre? Haben sie brüsselweich gebettet in der Pendeluhr geschlafen? Bei der lobbyismusgegtriebenen Einführung der Sparlampen hat sich ja nichts geändert. Es war ja alles von Anfang an glasklar bekannt. Na ja, am Abend werden die faulen fleißig…
Aber so sehr sich die SPÖVP auch zwischen vorheriger Untätigkeit und nunmehrigem vorwahlbedingten Tätigkeitszwang auch windet, glauben werden ihnen die plötzlich Rührigkeit wohl nicht sehr viele. Außerdem kann der rotschwarze Krampf so sicherlich nicht mit der FPÖ mithalten. Deren Umweltsprecher, Norbert Hofer, spricht von der Industriehörigekeit der EU und davon, dass diese auf dem Weg “zur maximal denkbaren Bürgerferne” nichts auslasse. So gehören die Dinge beim Namen genannt, obwohl “Industriehörigkeit” doch etwas milde ausgedrückt scheint… ![]()
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PS: Erschreckend bei den SPÖVP-Abgeordneten ist, dass sie jetzt sicherlich nicht einer urplötzlichen Erleuchtung anheimgefallen sind, sondern immer schon wussten, dass sich das Glühbirnenverbot klar gegen den Bürgerwillen richtet. Ohne die EU-Wahl hätten sie es aber wahrscheinlich kommentarlos hingenommen. Wissentliche Begehung durch Unterlassung würde man solche Handlungsweisen wohl im Strafrecht nennen, Verarschung im Volksmund…
Etwas spät aber doch, aber Ihre Behauptung, die EU verbiete die Glühbirne, kann nicht unbeantwortet bleiben, weil dies schlichtweg die Unwahrheit ist!
Wenn Sie die Regelung gelesen hätten, dann wüssten Sie, dass die Glühbirne nicht verboten wird, sondern lediglich Mindeststandars – und das völlig zurecht – in Sachen Energieverbrauch/-effizienz gesetzt werden! Selbst wenn die Energiesparlampe nur eine Übergangslösung ist!
Ihr Kommentar auf diepresse.com unter dem Blog von Hrn Chorherr ist aber einmal mehr der Beweis, dass Sie gewisse Dinge nicht verstehen wollen (so wie beim Rauchverbot, welches einzig und allein dem Schutz der Angestellten dient und diese auf die selbe Schutzstufe stellt wie andere Arbeitnehmer)!
7. Apr. 2009 | #
Hmmm, bei CC Anleihe genommen? – hehe
Ein Märchen bleibt aber ein Märchen, egal wie viele es wiedergeben. Das ist beim Glühbirnenverbot genauso, wie bei dem Märchen, die Intention der Rauchverbotsbefürworter wäre der Nichtraucherschutz oder gar der Schutz der Angestellten (letzteren benutzte man überhaupt erst sehr spät als Keule, weil der Passivrauchschmäh nicht so gezogen hat…).
Dass man jetzt plötzlich nicht mehr “Verbot” sondern “Mindeststandards” sagen will, ist wohl auch so ein Schmäh. Nicht erfüllbare “Mindeststandards” kommen nämlich auch einem Verbot gleich, ja sind praktisch dasselbe.
Und irgendwer von den Verbotsbefürwortern sollte wirklich einmal erklären, warum man eine “Übergangstechnologie” (der Ausdruck stammt von CC) derart brachial einführen musste…
7. Apr. 2009 | #
Ich bin erst durch den Blog von Hrn Chorherr darauf aufmerksam geworden und habe mir dann aus diesem Grund die VO durchgelesen! Parallelen sind daher unabsichtlich, aber möglich!
Die Passivrauchlüge ist keine Lüge, sondern Faktum (auch wenn Sie dies wehement in Frage stellen)! Die überwiegende Mehrheit der Ärzte (von ein paar gekauften Ärzten der Tabaklobby abgesehen) stellt die schädigende Wirkung von Tabakrauch für den Passivkonsumenten nicht in Frage! Davon abgesehen geht es um den Schutz der Angestellten und der Nichtraucher! Da können Sie auch noch so gerne so viel sie wollen dagegen “anrennen”. Es ist und bleibt die Intention für ein Rauchverbot!
Ad Glühbirne: Nicht erfüllbare Mindeststandards? Die Industrie wird sich darauf einstellen und sie wird diese Regelung mehr als verkraften! Auch wird es ein Impulsschub für neue Technologien sein! Und diese Übergangslösung ist für die Umwelt noch immer weniger schädlich als die Glühbirne weiterhin als Hauptlichtquelle zu verwenden! Möglicherweise beschleunigt der Mindeststandard auch die Massenverbreitung von Led-Lampen (kann ich mir vorstellen und würde es sehr begrüßen!
8. Apr. 2009 | #
Wenn der Schutz der Angestellten wirklich die Intention war, warum wurde er dann erst so spät ins Spiel gebracht. Anfangs wurde ja immer nur damit argumentiert, “dass jeder, der mit Passivrauch in Berührung kommt, auf der Stelle tot umfällt” und erst, als das nicht mehr geglaubt wurde, kam man mit dem Mitarbeiterschutz daher…
Die Industrie wird sich sicher nicht “darauf einstellen”. Das Glühbirnenverbot wurde ja deshalb erwirkt, weil man schon ein Ersatzprodukt zur Hand hatte, aber zwischenzeitlich bemerkte, dass man auf das falsche Pferd gesetzt hatte. Das Verbot hat nur den Zweck, diesen Firmen den Arsch zu retten und ihre (Entwicklungs)kosten zu sozialisieren. Interessanterweise hat die ansonsten gar so gesundheitsbewusste EU hier keinerlei gesundheitliche Bedenken. Warner gibt es ja genug. Und eigentlich sagt einem auch schon der Hausverstand, dass da etwas nicht stimmig ist, wenn schon von Beginn an gewarnt werden muss. Näher als 1,5 m soll man ja mit dem Kopf nicht an die Lampen kommen. Da nimmt die EU beträchtliches Risiko, wenn sie so einen Müll den Leuten in die Wohnungen zwingt. Sitzt man nämlich direkt unter der Lampe an einem Tisch, ist der Kopf oft schon im Gefährdungsbereich, sicherlich aber nicht sehr weit davon entfernt. Und so gut sind die biologischen Auswirkungen von Elektrosmog ja noch nicht erforscht. Ich jedenfalls hänge mir so einen Dreck sicher nicht in die Wohnung. Im Außenbereich, Garage, Keller etc ist das ok, in Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmern sicher nicht.
Mit LED-Lampen kann man mit mir reden. Wenn sie ausgereift sind und halbwegs sichergestellt ist, dass sie keinen E-Smog produzieren, wäre mir sogar der Preis wurscht…
8. Apr. 2009 | #
[...] einig – Linke genauso, wie Rechte. Wie sähe es denn aus, wenn die Durchdrücker des Glühbirnenverbots in Philips/Osram investiert wären, oder die EU-Gesundheitsbonzen und WHO-Größen in [...]
20. Okt. 2009 | #