Drei sitzen schon in U-Haft und die Doping-Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren. Sportminister Darabos ist das aber noch nicht genug, jetzt will er auch den Freizeitsport kriminalisieren…
Das Anti-Doping-Gesetz 2008 sei gut für den Kampf gegen Doping, weil jetzt auch der dopende Sportler selbst unter Strafdrohung gestellt sei, meinte der Minister. Soweit bin ich mit ihm ja noch einer Meinung. Sport kann nämlich nur interessant bleiben, wenn genaue, für alle gleiche, Spielregeln existieren. Natürlich könnte man das auch erreichen, wenn man Doping ganz freigeben würde, was aber wohl massig zu Sportkrüppeln führen würde. Es wird also im Leistungssport nicht ohne genaue Regeln und Kontrollen gehen können.
Der Minister will aber noch einen Schritt weiter gehen. Er möchte nicht nur dopende Leistungssportler im Kriminal sehen, sondern auch Freizeitsportler, die das machen. Nach dem Anti-Doping-Fachmann Hans Holdhaus nehmen bis zu 30 Prozent der Hobbysportler Substanzen oder Medikamente ein, die für Spitzensportler tabu sind. Ich kann mir das schon vorstellen, denn für Spitzensportler fallen oft schon harmlose Grippemittel etc unter Doping. Es wird zwar sicher auch im Breitensport einige geben, die wirklich dopen – aber wohl viel weniger als 30 Prozent.
Nehmen wir einmal an, Minister Darabos würde sich hier tatsächlich durchsetzen. Wären dann 30 Prozent der Freizeitsportler plötzlich Kriminelle? Die Dopingkontrolleure und Labors müssten gigantisch aufgestockt werden, weil ohne Kontrolle ist kein Gesetzt was wert. Wie sollte das denn finanziert werden – etwa mit höheren Startgeldern?
Außerdem hört man laufend, dass sich immer mehr Leute für den Alltag (Arbeit, Freizeit etc) auch mit Medikamenten dopen würden. Sollte Minister Darabos die dann nicht auch gleich mit kriminalisieren? Das würde ja in einem Aufwaschen gehen und man würde sich spätere Initiativen ersparen… ![]()
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PS: Wüsste man es nicht besser, müsste man annehmen, Minister Darabos lobbyiere auch schon so wie die in Brüssel. Von der Einbeziehung des Breitensports in die Dopingszene würden nämlich nur die profitieren, die jetzt schon mit dem Doping gute Geschäfte machen – die Pharmakonzerne nämlich. Die erzeugen und verkaufen ja die leistungssteigernden Mittelchen. Und immer dann, wenn der Markt mit einem Mittelchen schon gesättigt ist (bzw man schon ein neues im Köcher hat) präsentiert man ganz plötzlich einen (natürlich längst patentierten) Dopingtest dazu und stellt ihn bereitwillig (selbstverständlich gegen Lizenzgebühren) zur Verfügung. Derweil verkauft man aber schon klammheimlich das neue Mittelchen, für das es ja (noch) keinen Test gibt. So wird zweimal verdient, allerdings nur im kleinen Rahmen (Spitzensportler gibt es ja nicht so viele). Aber vielleicht ist ja der Darabos ohnehin schon dabei, den Rahmen zu erweitern…
[...] in Sachen Doping jetzt eine IronmanIn und ein Strampler ausgepackt haben, füllen sich die Gefängnisse [...]
1. Apr. 2009 | #