Jetzt kann sich unsere stets gut geschminkte eiserne Lady plötzlich eine Befristung für die Lehrermehrarbeit vorstellen. Zwei Jahre sind genug, um ein neues Dienstrecht auszuverhandeln, tönt es nun aus dem recht günstig neu eingerichteten Ministerbüro…
Na bitte, geht doch. Frau Hochwohlgeboren lässt sich doch dazu herab, mit der Gewerkschaft zu verandeln. Und dabei haben gestern Strahlemann Werner und der Bundesheinzi ihre Kanonenboot-Politik, der Ministerrat könne notfalls auch ohne Zustimmung der Gewerkschaft etwas beschließen, ausdrücklich gebilligt. Das hat aber scheinbar nichts genutzt, Frau Ministerin dürfte in ihrem schönen neuen Büro trotzdem die Hosen gestrichen voll haben…
Irgendetwas ist aber trotz der plötzlichen Harmoniebestrebungen merkwürdig. Frau Schmied hat abwechseln (je nach Laune?) immer behauptet, die 2 Stunden mehr für die Lehrer wären lediglich für die Reform notwendig, hätten nichts mit Sparmaßnahmen zu tun, wären notwendig, weil der (böse) Finanzminister kein Geld herausrücke, dass kein Lehrerposten gestrichen werden würde und wären der von den Lehrern zu fordernde Beitrag zur Bewältigung der Wirtschaftskrise. Dass sich die Argumente großteils widersprechen dürfte ihr gar nicht so aufgefallen sein.
Nun aber in Zeiten höchster Not (jeder weiß, was es heißt, wenn die Parteispitze demonstrativ für einen strauchelnden Kollegen auftritt…
) dürfte Frau Ministerin endgültig den Faden verloren haben (so sie denn überhaupt einen hatte
). Mit einer zweijährigen Befristung hätte sie nämlich rein gar nichts erreicht. Sie würde mit ihrem Budget trotzdem nicht auskommen (durch die Mehrarbeit lässt sich ja nur Geld sparen, wenn man mit der gewonnenen Zeit Stellen abbaut) und nach zwei Jahren würde das bis dahin ausverhandelte neue Dienstrecht (höheres Anfangsgehalt und flachere Kurve) erst recht ins Geld gehen. Oder?
Oder die Frau Schmied ist noch schlimmer, als ohnehin schon angenommen. In der Presse wird sie nämlich ua zitiert:
Sie würde dann “sogar noch einen Schritt weiter gehen”, meinte die Ministerin und eine solche Befristung an ein neues neues Dienst- und Besoldungsrecht ankoppeln. Letzteres solle “uns auch ein bisschen wegbringt von dem Denken in Stunden und Minuten”.
Und das allerbeste ist, dass sie das auch noch “durchaus” als “Angebot an die Standesvertretung der Lehrer” versteht. Na, so ein tolles Angebot aber auch – ein Sklavendienstrecht! Damit könnte sie dann locker die Hälfte der Lehrer hinausschmeißen und die andere Hälfte doppelt so lange arbeiten lassen. Wahrscheinlich meint sie auch noch, die Lehrergewerkschaft hätte sich nichts sehnlicher gewünscht und würde ihr darob gleich um den Hals fallen. Schön langsam frage ich mich, wie die Gute im wirklichen Leben so lange schadlos überdauern konnte…