Gegen richtige Piraten geht man mit mehr oder weniger (meistens eher weniger) Erfolg am Horn von Afrika vor. Gründlicher ist man im ach so sauberen (rauchfreien) Skandinavien. Die Wikinger machen sogar vermeinliche Piraten fix und fertig…
In Schweden wurden eben vier junge Leute zu je einem Jahr Haft und Schadenersatzzahlungen in der Höhe von 2,74 Millionen Euro verurteilt, weil sie mit ihrer Website PirateBay angeblich viele Menschen ermutigt haben, urheberrechtlich geschützte Daten aus dem Netz zu laden. Dabei haben die Pirate-Bay-Betreiber nicht einmal geschütztes Material zur Verfügung gestellt, sondern lediglich entsprechende Verbindungen (Hyperlinks) vermittelt.
Das alleine reichte Richter Tomas Norström schon, um die vier “Piraten” einzubuchten und den Nebenklägern (das Who-is-Who der Unterhaltungshalsabschneider
) einen monströsen Schadenersatz (2,74 Millionen für 20 Musikstücke, 9 Filme und 4 Computerspiele ?!?) zuzuschanzen. Der Richter, der während der Verhandlung angeblich nicht gerade vor Sachverstand strotzte, wird durch das Urteil sicher als Negativbeispiel in die Internetgeschichte eingehen. Aber irgendwie sind Gottfrid Svartholm Warg, Peter Sunde, Fredrik Neij und Carl Lundström auch selber schuld an dem Malheur. Hätten sie sich für ihre Plattform einen anderen, positiver besetzten Namen ausgesucht (etwa SocialNet, Lovely-Exchange, Fair-Deal etc) hätte sie der ahnungslose Richter gewiss nicht verurteilt. Aber gegen Piraten muss man ja was tun…
Die Frage, die sich jetzt stellt, ist eine generelle. Müsste man nicht auch gegen Suchmaschinen allgemein vorgehen? Auch hier werden Verbindungen (Links) vermittelt und sehr oft auch auf illegale Sachen (die meisten Gaunereien im Netz könnten ohne Suchmaschinen nur in sehr begrenztem Umfang stattfinden). Und wenn nun schon im Privatrecht (Urheberrecht) wegen Beihilfe derart hart verurteilt wird, könnte ich ja jedes Mal, wenn ich im Internet verarscht werde, beleidigt Google, Yahoo, Live etc anzeigen und ohne den Finger krumm machen zu müssen, einen Haufen Geld verdienen. Sollte also dieses haarsträubende Urteil Schule machen, können die Suchmaschinen zusperren, denn sie werden dann vor lauter Strafverfahren (samt Schadenersatzansprüchen) nicht mehr fertig werden (Beleidigte gibt´s ja genug…
). Mit solch ahnungslosen Richtern wie Thomas Norström kann das Ende des Internets, so wie wir es kennen, schneller kommen, als man das gemeinhin erwartet hätte…
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PS: Wenn der gute Richter schon beim bloßen Herstellen von Verbindungen verurteilt, dann müsste er auch einen Großteil der Lobbyistenbande einbuchten. Auch die tun sonst nichts, als Verbindungen herstellen und ohne die nötigen Connections funktioniert wohl Korruption nicht…