Diese Frage war beim Greisler früher gefürchtet, denn dadurch kaufte man immer liebevoll etwas mehr, als man eigentlich haben wollte. Greisler gibt´s keine mehr, aber es scheint so, als würde die Frage anderorts aktuell bleiben…
Beim Internationalen Währungsfonds (IWF) dürften die Experten bei der Erstellung des „Global Financial Stability Report 2009“ diese Frage ebenfalls im Hinterkopf gehabt haben. Den Report mussten sie jetzt überarbeiten, weil anscheinend maßlos übertrieben worden ist. Es ging dabei um die Auslandsverschuldung der Ostländer in Bezug auf deren Währungsreserven. Etwa für die Tschechische Republik wurde ursprünglich ein Wert von 236 Prozent ermittelt und nun auf 89 Prozent korrigiert (Estland von 210 auf 132 und die Ukraine von 208 auf 116 Prozent).
Beim IWF bedauert man die „Konfusion“ und nennt als Ursache „Doppelzählungen und Eingabefehler“. „Doppelzählungen und Eingabefehler“ dort, wo nur Experten rechnen? Und da kommt niemand vor der Veröffentlichung drauf? Wissen diese Koffer überhaupt, was sie mit ihren willkürlich scheinenden Expertisen für einen Schaden anrichten können? Den Betroffenen (wir wurden deshalb auch als Pleiterepublik in Grund und Boden geschrieben – sogar Paul Krugman hat sich hinreissen lassen) wird es nicht viel helfen, wenn man jetzt im IWF betont, man hätte “die Lektion gelernt”.
Die betroffenen Länder haben zweifellos Schaden erlitten, werden dies aber vermutlich verdauen können. Richtig dauerhauft beschädigt wurde durch diese grenzenlose Dummheit (so es denn eine war, aber das wäre eine ganz andere Geschichte
) lediglich der IWF selber. Er geht mit diesen “Doppelzählungen und Eingabefehlern” vollkommen in der Menge der Ratingagenturen, die durch die Krise traurige Bekanntheit erlangt haben, auf und viele werden sich nun (berechtigt?) fragen, ob die Veröffentlichung der Institution überhaupt das Druckpapier wert sind…
[...] kritikus.at Kritik zum Schmunzeln – nicht objektiv, dafür aber höchst subjektiv … « “Darf´s a Bisserl mehr sein?” [...]
10. Mai. 2009 | #