Eine beachtliche Wendung hat die Aufklärung der Störung einer Gedenkfeier in Ebensee durch 5 Jugendliche genommen…
Dass es sich bei den pubertierenden Vollkoffern um richtige Neonazis gehandelt hat, haben ohnehin nur Hardcorerechtsausgrenzer geglaubt. Dass einer der noch immer einsitzenden 16-jährigen (lt. ORF) sogar bei den Roten Falken und den Kinderfreunden war, wäre wahrscheinlich noch weniger Leuten eingefallen. Der, und wahrscheinlich alle anderen Beteiligten auch (sonst wäre das wohl extremberichtet worden), wird wohl als alles andere als rechtsextrem bekannt gewesen sein.
Die Ausgrenzerfraktion wird jetzt wohl etwas in Argumentationsnotstand kommen. Als Lausbubenstreich (der es – ohne verharmlosen zu wollen – wahrscheinlich auch war) wollte man die Sache ja keinesfalls abtun. Lieber lässt man pubertierende Jugendliche, die zur Tatzeit wahrscheinlich nur “cool” sein wollten und offenbar nicht die leiseste Ahnung von der Tragweite ihres Handelns hatten (warum 16-jährige wählen dürfen, ist natürlich eine andere Geschichte
), jahrelang in den Kerker werfen. Ich freu mich schon darauf, wenn die SPÖ-Granden erklären müssen, wie “Neonazis” bei roten Organisationen wie Kinderfreunden und Roten Falken unterkriechen konnten…
Aber vielleicht ist es ja nur natürlich, dass es zu solchen oder ähnlichen Vorfällen kommt. Jugend rebelliert gerne und Druck erzeugt immer Gegendruck. Wenn man mehrere Generationen nach der schrecklichen Zeit noch immer Kinder zu den Orten der Gewalt zerrt, um ihnen die Erbschuld umzuhängen, bräuchte man sich eigentlich nur wundern, dass nicht noch mehr passiert…
Ihr Zitat:
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…die zur Tatzeit wahrscheinlich nur “cool” sein wollten und offenbar nicht die leiseste Ahnung von der Tragweite ihres Handelns hatten…
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Zwischen “cool” und Schwachsinn (wenn man schon nicht das Wort Neonazi gebrauchen will) ist ein großer Unterschied. Diesen sollte auch ein 16jähriger
kennen. Das Erschreckende bei den Rechten sind eigentlich nicht primär ihre Taten oder Aussagen, sondern die Unwissenheit.
MfG
Stauni
18. Mai. 2009 | #