Die EU-Wahl steht in einer guten Woche an und ich weiß genau, dass ich wählen gehen werde. Das ist allerdings das Einzige, was ich weiß…
Da ist die SPÖ, deren #1 man fünf Jahre nicht viel hörte und die jetzt dafür umso rühriger ist. Sie nennen sich das A-Team (ob der Name passend ist, weiß ich auch nicht so genau
) und representieren in der EU genau das, was ich nicht so mag. Einem europaweiten Total-Rauchverbot, dem Glühbirnenverbot oder Three Strikes Out werden die ganz bestimmt nichts entgegen halten…
Die ÖVP geht unmittelbar vor der Wahl her und degradiert ihre zwar farblose, aber sachverständige und halbwegs bekannte #1 zugunsten eines offenbar in der Privatwirtschaft gescheiterten (das Einkommen der Spitzen dort ist ja wohl um ein Vielfaches höher, als jenes eines kleinen EU-Abgeordneten) Ex-Politpensionärs. Das ist wirklich ein Zeichen. Daran erkennt man sehr gut, welchen Stellenwert hier dem EU-Abgeordnetenmandat zugemessen wird, wenn es so offensichtlich zur Endversorgung missbraucht wird. Die holprigen Versuche der neuen ÖVP-#1, bei den Sympathisanten des dritten Lagers zu wildern, wirken eher peinlich, als glaubwürdig.
Auch die Grünen sind “schlau” genug, unmittelbar vor der Wahl mit großem Aufwand ihre zwar nur mäßig sympathische, dafür aber mit besten EU-Kenntnissen ausgestattete #1 nicht nur zurückzustellen, sondern überhaupt gleich hinauszuschmeissen. Was soll man da (außer Massiv-Gendering vielleicht
) überhaupt erwarten?
Die FPÖ geht mit dem “faulsten” (ok, man sagt das, ob es stimmt, weiß ich natürlich nicht) EU-Abgeordneten als #1 ins Rennen und der Parteichef schwingt derweil ein Kreuz. Letzteres wird wohl ein (sehr mäßiger) Gag gewesen sein, lässt aber doch einiges erkennen. Wenigstens aber tritt diese Partei gegen das auf, was auch mir an der EU nicht gefällt.
HPM, der Rebell, packt´s mit gewohnter Kritik (das meiste daran teile ich) an EU-Machenschaften an. Wäre also sympathisch, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass dieselbe Kritik die letzten 5 Jahre überhaupt nichts bewirkt hat. Eine Option ist HPM aber dennoch.
Das BZÖ geht mit dem (sehr kleinen) Vorteil in den EU-Wahlkampf, dass es bisher in der EU nichts falsch machen konnte (sie wahren ja noch nicht drinnen). Das, was die Partei verspricht, wirkt auf mich gar nicht so verkehrt. Allerdings ist mir bange, dass die Stimme verloren sein könnte, wenn es die Partei nicht schafft.
Bei JuLis geht es mir in etwas genau so, wie beim BZÖ…
Der ganze Wahlkampf kommt mir überhaupt recht komisch vor. Es wird auf das, was das Volk hören will, überhaupt nicht eingegangen. Wir wissen selber, dass die Krise ohne EU noch größer geworden wäre. Das brauchen sie uns nicht vorbeten. Uns würden ehrliche Antworten interessieren, wie die EU läuft und was unsere Abgeordneten wirklich bewirken können. Auch wäre es an der Zeit, die Wähler zu informieren, was aus den offenbar die Mehrheit der EU-Abgeordneten betreffenden Betrugsvorwürfen geworden ist. Ich persönlich frage mich auch ganz besonders, warum nicht einmal jetzt im Wahlkampf jemand imstande ist, den Lissabonvertrag allgemein verständlich zu erklären. Muss es wirklich sein, dass alleine Vaclav Klaus dies schafft? Verstehen die Wahlwerber etwa den Vertrag selber nicht oder trauen sie sich die Wahrheit nicht zu sagen?
„Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“
„Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“
Mit diesem Dilemma stehen Sie wahrscheinlich nicht allein da.
Da keine der angebotenen Optionen für mich wirklich vertrauenserweckend sind, habe ich für meine Person beschlossen das für mich kleinste Übel rauszusuchen und dort mein Kreuzerl hinzumalen.
Vielleicht ist das eine Alternative zur Qual der (EU)Wahl ?
MfG
Stauni
28. Mai. 2009 | #
“…kleinste Übel rauszusuchen…”
Das ist nicht “eine”, sondern wohl die einzige Alternative. Es befriedigt mich nur nicht, denn ich als Positivdenker würde lieber die Besten wählen…
Und außerdem hatte ich so gehofft, dass sich wenigstens im EU-Wahlkampf jemand findet, der den Lissabonvertrag verständlich erklärt. Das ist für mich die wirkliche Enttäuschung des Wahlkampfes und disqualifiziert eigentlich alle Wahlwerber. Es wundert mich daher nicht, wenn so wenige wählen gehen wollen (obwohl ich trotzdem gar nicht oder ungültig wählen für den größten Fehler halte).
28. Mai. 2009 | #
[...] kritikus.at Kritik zum Schmunzeln – nicht objektiv, dafür aber höchst subjektiv … « Wer die Wahl hat, hat die Qual… [...]
3. Jun. 2009 | #