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5. Mai. 2009

Walter Wippersberg hat in DiePresse einen ausführlichen Artikel zum Raucherthema geschrieben, der das Zeug zum Kultartikel hat…

Hier einige Auszüge:

Als vor etlichen Jahrzehnten in Amerika einige puritanische Tugendbolde den Heiligen Krieg gegen die Raucher ausriefen, da mussten sie zuerst Raucher und Nichtraucher, die bis dahin friedlich miteinander lebten, gegeneinander ausspielen. Die Raucher mussten als asozial und unverantwortlich dargestellt werden. Die Nichtraucher mussten – bis dahin unbekannt – Angst vor den Rauchern kriegen. Strategiepapiere, in denen diese Taktik vorgeschlagen wird, sind bekannt.

Tabak galt (wie Kaffee, Tee oder Schokola- de) lange Zeit als Genussmittel. Man kommt, erst einmal daran gewöhnt, nicht leicht los davon. Der „Surgeon General“, der höchste Funktionär im US-Gesundheitswesen, schrieb 1964, im Zusammenhang mit Tabak solle von Gewohnheitsbildung gesprochen werden, „klar zu unterscheiden von Sucht, da die biologischen Effekte von Tabak, ebenso wie von Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken, nicht vergleichbar sind mit denen von Morphin, Alkohol, Barbituraten und anderen starken süchtigmachenden Drogen“. Im Jahr 1988 spricht ein neuer „Surgeon General“ im Zusammenhang mit Tabak von Abhängigkeit. Hat die Wissenschaft inzwischen neue Erkenntnisse gewonnen, die das rechtfertigen? Nein, das nicht, man hat einfach die Begriffe Abhängigkeit und Sucht neu definiert. So war’s von nun an sozusagen amtlich: Rauchen macht süchtig.

Den Tugendbolden bringt es viel: Sie können die Raucher nun als hilflos ihrer Sucht ausgelieferte Kranke hinstellen, denen – notfalls gegen ihren nikotinumnebelten Willen – geholfen werden muss, die man – notfalls mit Gewalt – zu ihrem gesundheitlichen Glück zwingen muss. Das hat, wie so vieles in diesem Krieg gegen die Raucher, religiöse Dimensionen.

Der fanatische Kampf gegen das Rauchen trägt unverkennbar religiöse Züge. Geführt wird er von fundamentalistischen Anhängern der Gesundheitsreligion. Der studierte Theologe und praktizierende Psychiater Manfred Lütz hat das Erscheinungsbild dieser neuen Religion so beschrieben: „Alle Riten der Altreligionen sind inzwischen ins Gesundheitswesen übergegangen: Halbgötter in Weiß, Wallfahrten zum ultimativen Experten, Krankenhäuser als die neuen Kathedralen, die ein ,Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit‘ erzeugen, das nach Friedrich Schleiermacher Religion charakterisiert.

Wie gesagt, das sind nur Auszüge. Der Artikel ist etwas umfangreich, aber das Lesen zahlt sich auf alle Fälle aus. Ich selber würde dort fast alles unterschreiben und habe zusätzlich noch den tollen Begriff – “Tugendbold” – kennengelernt… :)

Hier gehts >>>zum Artikel>>>
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PS: Aufrichtigen Dank möchte ich auch an dieser Stelle an User “Pflanze” aus dem Presse-Forum richten. Ohne ihn wäre mir dieser Kultartikel glatt verborgen geblieben… ;)

3. Mai. 2009

Sich Möglichkeiten über Vermögenssteuern zu überlegen, ist derzeit wieder voll trendy. Merkwürdig, dass sich gerade die SPÖ da so hervor tut…

Staatssekretär Andreas Schieder nimmt gerade die Stiftungen ins Visier. Er ortet Potential, Stiftungen höher zu besteuern – und da ist er nicht alleine in der SPÖ. Auch der oberösterreichische SPÖ-Chef Erich Haider, der Steirer Franz Voves und Gabi Burgstaller aus Salzburg treten wehement für höhere Vermögenssteuern ein.

Genau weiß man ja noch nicht, was die Steuererfinder wollen, aber auf Stiftungen scheinen sie alle loszugehen – auch der Oberösterreicher. Mhmm – gerade Erich Haider also. Der ist doch mit seiner SPÖ-OÖ selber so ein steuerschonender Stifter. Kapitalisten übelsten Ranges sind das, die erst vor ein paar Jahren ihre “Sozialdemokratische Partei Oberösterreich Privatstiftung” zur Gewinnmaximierung in “L36” umverschleierten.

Aber selbst da steht Erich Haider in der SPÖ nicht alleine da. Auch die SPÖ-Steiermark ist ein Stifter. Man will ja sein Geld nicht für Steuern verplempern und außerdem, “die Reichen sollen zahlen“. Mich würde gar nicht wundern, wenn auch die salzburger SPÖ Stiftungen betreiben würde, denn Gabi Burgstaller tritt ja auch sooo für Vermögenssteuern ein…

Es stellt sich jetzt die Frage, ob es sich bei den roten Stiftern um aufrechte Sozialisten handelt, die den Sozialismus derart ausleben, dass sie sich dafür selber mit voller Absicht ins Knie Schießen, oder dass nur die Linke nicht weiß, was die Rechte tut. Ersteres dürfte wohl eher unwahrscheinlich sein… :)

1. Mai. 2009

verspricht Big Sarko seinen Untertanen und senkt in Frankreich die Mehrwertsteuer für Restaurants von dzt 19,6 Prozent auf 5,5 Prozent.

Was ganau da dahinter steckt, ist natürlich nicht bekannt. Die kolportierten Gründe – 40.000 neue Jobs und Ankurbelung des Konsums – werden es wohl alleine nicht sein. Auch wäre die Frage zu klären, wie man bei den neuen Jobs auf die Zahl von 40.000 gekommen ist. Sind etwa gar genau so viele durch das strikte Rauchverbot in Frankreich verloren gegangen? ;)

Dass die Mehrwertsteuersenkung für die Allgemeinheit genau nichts (außer einem Bugdetloch natürlich ;) ) bringen wird, scheint einem normal denkenden Menschen von vorneherein klar. Die Wirte werden die Steuersenkung, wenn überhaupt, nur ganz am Anfang an die Gäste weitergeben. Nach ein paar Monaten werden die Preise wieder dasselbe Niveau haben, die Kassen der Wirte etwas voller und selbige des Finanzministers noch etwas leerer sein. Und die 40.000 Jobs? Ja die – die sind sowieso nur virtuell. Wer sollte denn die schaffen? Die Wirte ganz bestimmt nicht, denn die werden ihren zusätzlichen Rewag sicher nicht freiwillig abgeben und größeren Arbeitskräftebedarf werden sie sowieso nicht haben. Mit wieder angepassten Preisen werden Konsum und Gästefrequenz nämlich auch nicht steigen… :)

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