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16. Jun. 2009

Othmar Karas ist nicht zu beneiden. Trotz 100.000 Vorzugsstimmen bleibt er, wie zu erwarten war, die #2 der ÖVP in Europa.

Gestern war in der Causa Karas anscheinend High Noon bei der ÖVP. Der BigBoss himself erklärte kurzerhand die Debatte, ob Othmar Karas oder Ernst Strasser die ÖVP-Delegation leiten solle, für beendet und Othmar Karas verlautete, er werde nicht dafür kandidieren. Um das Ganze abzurunden, absolvierten die Handelnden Personen einen Rundgang durch die Medien, der für Karas schwer nach Kanossagang aussah. Der arme Mann musste wieder und wieder beteuern, dass er nicht an Ämtern hängen und, trotz der moralichen Legitimation durch 100.000 Vorzugsstimmen, nicht für den Delegationsvorsitz kandidieren würde. Und so weiter und so fort…

Und bei so einem Herumgeeiere wundert man sich über die zunehmende Politikverdrossenheit? Wer will denn schon so einen Schmarren hören bzw sehen? Die Partei hat Othmar Karas (aus welchen Gründen immer) einen Lobbyisten vor die Nase gesetzt und dieser hat sich mit einem Vorzugsstimmenwahlkampf erfolgreich gewehrt, konnte aber die Partei trotzdem nicht überzeugen. Wäre es so schlimm gewesen, wenn er sich einfach hingestellt und gesagt hätte, er wäre gerne Delegationsleiter geworden, sei aber trotz der vielen Vorzugsstimmen in der Partei damit nicht durchgekommen? Das wäre eine gerade, ehrliche Sache gewesen und die Leute hätten es verstanden… ;)

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