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16. Jun. 2009

Die humorlosen Zwangsweltverbesserer werden nicht früher Ruhe geben, bis wirklich alles, was Spaß macht, unter Strafe gestellt oder zumindest verbannt ist. Interessieren würde mich da nur, womit die Tugendbolde dann ihren Lebensunterhalt verdienen wollen? :)

Jetzt haben “Experten” der Siegmund Freud Universität (SFU) das Computerspielverhalten von Jugendlichen “untersucht” und dabei herausgefunden, dass mehr als 12 Prozent der 14- bis 15-Jährigen dabei schon ein problematisches (pathologisches, suchtartiges) Verhalten an den Tag legen. Gnädigerweise gestehen die “Experten” den Spielern etwas mehr als zwei stunden täglich zu, ohne als krankhaft zu gelten – immerhin etwas ;) . Bei 4,5 Stunden am Tag gilt man dann aber als gefährdet, ab 6 Stunden als abhängig – also krank.

Bei der Präsentation der Studie sagte der Studienleiter, Dominik Batthyany, auch ganz unverblümt, um was es bei der Sache wirklich geht. Eine weitere Maßnahme wäre nämlich die Übernahme der Therapiekosten durch die Krankenkassen, meinte der Gute. Na, da schau her – er will bloß ein Geschäft machen, der Herr Batthyany! Er wäre ganz sicher nicht abgeneigt, die Therapien (vorzugsweise auf Regimentskosten – da wird nicht so viel nach dem Preis gefragt… ;) ) gleich selber anzubieten. Tolles Geschäftsmodell…

Vielleicht sollte jemand die Suchtmacher einmal fragen, wie sie sich das mit der Krankenkassenfinanzierung vorstellen. Wir sind ja jetzt schon alle mehrfachsüchtig. Man denke nur an die Leute, die täglich mindestens 8 Stunden arbeiten, schwerstpathologische Selbstständige oft sogar 16 Stunden, und 6 Stunden Fernsehen pro Tag bringt wahrscheinlich jeder 2. Pensionist locker zusammen. Und dann wären da noch die Raucher, die Alkoholtrinker, die Pilleneinwerfer, die Schokoladenesser, die Überhaupt-zu-viel-Esser, die Läufer… (die Liste könnte man beliebig lang fortsetzen, aber mehr fallen mir jetzt auf die Schnelle nicht ein). Aber um solche Fragen, wer das dann alles bezahlen soll, können sich wahre Weltverbesserer (oder sollte man doch besser weltverbessernde Geschäftemacher sagen…? :) ) ja nicht auch noch kümmern…

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