10. Jul. 2009
“Der Staat sitzt in der Schuldenfalle”, titelt man in DiePresse. Alleine für die Zinsen werden in ein paar Jahren mehr als 20 Prozent der gesamten Staatseinnahmen draufgehen…
Es sind wirklich Horrorzahlen, die da genannt werden. Die Staatsschulden würden – laut Regierung – von derzeit 169 auf 247 Milliarden Euro im Jahr 2013 steigen. Ja, es ist gewaltig und man fragt sich wirklich, wer das jemals zurückzahlen soll, wenngleich es in der EU Länder gibt, die noch schlechtere Zahlen aufweisen. Apropos EU, gemeinsam werden wir die Sache schon bewältigen, notfalls mit der Notenpresse…
Die Besserwissergesellschaft, allen voran die vereinigten Guten, hat natürlich schnell einen Schuldigen ausgemacht. Der Finanzminister ist der Schuft, oder besser gleich die ganze ÖVP, ist schuld, an dem Desaster. Leider vergessen die Schlauberger, dass der Grundstein für die jetzigen Schulden weit in der Vergangenheit gelegt wurde. “Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, sagt der Volksmund. Diese Regel wurde von den vorangegangenen Regierungen gröblichst missachtet.
Es gab nur eine Regierung, die versucht hat, in guten Zeiten zu sparen. Ja, es war die von Wolfgang Schüssel. Was gab es da aber für ein Geheul von den Guten. Kaputtsparen war ein geflügeltes Wort zu der Zeit. Der Hass gegen den erfolgreichen Schüssel ging soweit, dass die Kerzerlmaschierer jeden Donnerstag ihre Armee gegen die Regierung in die Schlacht schickten. Im Endeffekt wurde Wolfgang Schüssel abgewählt und in der Folge ging das Füllhorn für den Wählerfang wieder auf. Man denke nur an den letzten Wahlkampf, die Krise hätte da schon ein Blinder sehen müssen, als noch schnell ein Haufen Geld zum Fenster hinausgeschmissen wurde.
Der Gipfel bei den Schuldenschuldzuweisungen ist aber, dass es scheinbar niemand gelten lässt, dass die Regierung massiv dazu gedrängt wurde, die Banken mit Staatsgeld zu subventionieren. Die EU und der Halbgott waren da ja ganz vorne, als es darum ging, den Bilderbergern die Volksvermögen zuzutreiben…
Also, Finanzminister Pröll hat sicher seine Fehler (und die nicht zu knapp), für die ausufernden Staatsschulden sind aber andere verantwortlich. Letztendlich sind wir alle nämlich selber die Schuldenbeutel, denn wir haben Schüssel ganz alleine abgewählt…