Krise hin oder her – im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wirtschaften gar nicht so wenige ohne Risiko mit fremden Vermögen in die eigene Tasche…
In einem Artikel in DiePresse steht ua folgendes:
Der Untersuchung zufolge haben neun große US-Banken im vergangenen Jahr 32,6 Milliarden Dollar (23 Milliarden Euro) Prämien an ihre Mitarbeiter ausgeschüttet. Die betreffenden Banken haben allerdings auch 175 Milliarden Dollar an Staatshilfen erhalten. Einige Institute hätten gar Prämien ausgezahlt, die ihre Nettogewinne überstiegen, kritisierte Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo.
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die ehrenwerten Bankster betteln also um Staatshilfe, um sich diese dann zum nicht unerheblichen Teil untereinander aufzuteilen. Die allerfeinsten Herrschaften der Zunft nehmen sich offenbar sogar mehr, als sie dem Unternehmen (mit Zuschuss vom Steuerzahler) Gewinn erwirtschaften. Letzteres heißt im Klartext dann wohl, dass “in die eigene Tasche wirtschaften” (=Veruntreuung) als Beschreibung für das Verhalten nicht mehr ausreicht. Vielmehr werden die Unternehmen hier eher bestohlen worden sein…
Prämien sind ein Teil des Gehalts (vor allem in den USA, das hat was mit den Steuern zu tun). Und ich hab noch nie gehört, dass sich jemand darüber beklagt hat, dass eine Firma mehr für Gehälter ausgibt als sie Gewinn macht.
31. Jul. 2009 | #
Ist mir schon klar, dass in den USA Prämien zum Gehalt gehören. Ob das gut oder schlecht ist, möchte ich gar nicht beurteilen. Jedenfalls wird es aber so sein, dass dadurch in guten Zeiten viele Mitarbeiter einen größeren Anteil am Unternehmensgewinn erhalten, als sie mit fixen Gehältern lukreieren hätten können. Mehr Gewinnmöglichkeit bedeutet aber im allgemeinen auch mehr Risiko und da passen Boni von einer Million aufwärts nicht so gut ins Bild, wenn sie in Summe den (oft nur durch die Staatshilfe möglichen) Unternehmensgewinn übersteigen.
Und ich denke mal, Generalstaatsanwalt Cuomo wird auch wissen, wovon er redet…
1. Aug. 2009 | #