Pyramidenspiele werden von kleinen (Kettenbriefe etc) bis zu großen Gaunern (zB Madoff) betrieben und haben gemeinsam, dass die ersten reich und die letzten arm werden. Ein für sehr lange angelegtes, gigantisches Pyramidenspiel ist aber noch gar nicht ruchbar worden…
Wenn man unser Pensionssystem genauer betrachtet, kommt man ins Grübeln. Ist doch das Umlagesystem eigentlich nichts anderes, als ein Pyramidenspiel. Es baut darauf auf, dass immer mehr Junge immer mehr Alte erhalten und ein Zusammenbruch war von Anfang an absehbar. In den Wirtschaftswunderjahren war das natürlich kein Thema, obwohl vorausblickenden Zeitgenossen auch damals schon hätte klar sein müssen, dass so ein System nicht in alle Ewigkeit weitergehen kann (man kann die Bevölkerung nicht unbegrenzt vermehren, denn das führt unweigerlich irgendwann zum Kollaps). Aber gut, am Anfang hat es funktioniert und die Gewaltigen waren nicht unmittelbar gezwungen, zu handeln.
Die Notbremse hätte man aber jedenfalls vor Jahrzehnten ziehen müssen, als die Geburtenzahlen massiv einzubrechen begannen. Da hätte schon ein Blinder mit dem Krückstock erkennen müssen, wohin fallende Einnahmen in Verbindung mit steigenden Ausgaben zwangsläufig führen. Genau damals begann bereits die Fahrlässigkeit im Umgang mit unserer Pensionssicherheit. Die Herren Khol und Blecha bräuchten also nicht groß fordern und kritisieren. Sie selber hätten es in der Hand gehabt, rechtzeitig etwas zu tun…
Dann müssten nämlich nicht jetzt “Experten” wie der IHS-Mann Ulrich Schuh durch die Gegend tönen “kein Pensionsantritt mehr vor 65” (DiePresse). Es ist zwar lobenswert, wenn sich der gute Mann Gedanken macht, aber er sollte dann schon ganzheitlich denken und wenigstens eine Idee haben, wo die Arbeitsplätze für die alten Wracks herkommen sollen. Jeder Alte, der länger im Job bleibt, versitzt nämlich einem Jungen den Arbeitsplatz und in Zeiten steigender Jugendarbeitslosigkeit (einhergehend mit jugendlicher Orientierungslosigkeit) wird das auch nicht das Gelbe vom Ei sein. Angeblich sind im Vorjahr in Österreich 120.824 Personen mit einem Durchschnittsalter von 58 in Pension gegangen. Würden also plötzlich alle erst mit 65 in Pension gehen, dann müssten in den nächsten 7 Jahren ca 850.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden – fröhliches Schaffen, kann ich da nur wünschen!
Außerdem kann mit dem Hinaufschieben des Pensionsantrittsalters das Pyramidenspiel nicht vor dem Zusammenbruch gerettet werden, ein solcher kann damit lediglich hinausgeschoben werden. Die guten alten Zeiten, wo immer mehr Junge die Alten erhalten konnten, sind endgültig vorbei (und dass das die Zuwanderer ausgleichen würden, dürfte wohl auch nur ein romantisches Märchen gewesen sein
). Tatsache ist, dass jetzt immer weniger Junge immer mehr Alte erhalten müssen und wer jetzt noch – aus welchen Gründen immer – an diesem System festhält, der handelt wohl nicht mehr fahrlässig sondern eher schon vorsätzlich… ![]()
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PS: Einige Leser werden jetzt wohl meine Lösungsansätze vermissen. Zurecht, denn ich habe nämlich keine. Ich bin kein Experte und werde auch nicht so bezahlt, dass ich für Probleme, die seit Jahrzehnten bestehen, Lösungen aus den Ärmeln schütteln können müsste…
[...] Zuwanderung von jährlich 20.000 Personen benötigen. Ganz schön viel Aufwand, um das Pyramidenspiel, mit dem wir seit Jahrzehnten bei Laune gehalten (um nicht zu sagen betrogen) werden, aufrecht zu [...]
9. Aug. 2010 | #
[...] mitzureden. Nur behirnt haben wir das noch nicht… . . . . . . PS: Ja, es stimmt, dass das Pyramidenspiel irgendwann crashen wird. Und ja, es stimmt auch, dass Kohl und Blecha sich am allerwenigsten mucken [...]
4. Okt. 2010 | #