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14. Aug. 2009

Ok, sonderlich sympathisch war mir Erwin Rasinger, Gesundheitssprecher der ÖVP im Österreichischen Parlament, schon alleine wegen seiner Einstellung in der Raucherfrage noch nie. Was er aber jetzt zu den “fehlgeschlagenen” Aufnahmetests zum Medizinstudium ablässt, wird wohl kaum mehr zu toppen sein…

Bekanntlich schnitten bei den besagten Tests die männlichen Aspiranten weit besser ab, als die weiblichen. Überall traten weit mehr Frauen zum Test an, aber im Endergebnis lag dann die Frauenquote bei denjenigen, die den Test bestanden hatten, bei nur knapp über 40 Prozent. Für mich sagt das jetzt aber nur aus, dass die Frauen, die sich für den Arztberuf interessieren, schlechter abschnitten, als die Männer, die sich beworben haben. Keinesfalls würde ich meinen, dass Frauen generell weniger für den Beruf geeignet sind, denn wer sagt denn, dass sich die geeignetsten Frauen beworben haben?

Da kommt nun der Erwin Rasinger daher und fordert eine verbindliche 50 prozentige Frauenquote bei den Medizin-Studienanfängern – Test hin oder her. Wo kommen wir denn da hin, wenn auf einmal die besseren den Platz bekommen? Das kann doch niemals gendergerecht sein…

Ob es nur das Sommerloch ist oder dem Guten sonst nichts mehr einfällt (recht viel hörte man ja in letzter Zeit von ihm nicht), weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass jede Form von Quotenregelung ein Leistungshemmnis ist und gerade der Arztberuf sich am allerwenigsten für Quotenspielereien eignet. Ein Menschenklempner muss voll da sein und da darf es keine Kompromisse geben.

Aber als ob das alles nicht reichte, legt der Erwin noch ein Schäuferl nach. Er wünscht sich auch noch “Extraquoten” für “Vertreter von Minderheiten und Menschen mit Behinderungen, die bei den Auswahlverfahren sonst nie eine Chance hätten” (Zitat DiePresse). Wie er das jetzt meint, ist mir überhaupt schleierhaft. Welchen Nachteil sollten Angehörige von Minderheiten oder Menschen mit Behinderungen bei standardisierten Test denn haben? Den können doch Kroaten, Slowenen, Ungarn, Gehbehinderte usw, so sie das geistige Zeug dazu haben, ganz genauso machen. Oder meint der ÖVP-Gesundheitssprecher hier etwa ungebildete Angehörige aus einem Minderheitenghetto oder geistig Behinderte? Möchte er solche Leute durch das Studium quotieren, um sie dann auf die Menschheit loszulassen? Ich glaube kaum, dass es ihm selber im Falle des Falles recht gefallen würde, wenn etwa ein legasthenischer Arzt seine Befunde auswertet und dann eine Entscheidung trifft… :)

2 Kommentare »

  1. Stauni schreibt:

    Zitat:
    …wenn etwa ein legasthenischer Arzt seine Befunde auswertet und dann eine Entscheidung trifft…..

    Möglicherweise war er schon bei so einem Arzt und dieser hat ihn behandelt. Darum kommt er jetzt auf so erstaunliche Ideen.
    MfG
    Stauni

    15. Aug. 2009 | #

  2. kritikus.at » Blog Archiv » Herr Sobotka und der Lebensstil schreibt:

    [...] Sobotka, und Erwin Rasinger bemüßigt, ihren Senf dazu zu geben. Während sich der Gesundheits-Erwin noch auf nichtssagendes Gelaber – Forderung nach einer nationalen Präventionsstrategie – [...]

    10. Dez. 2009 | #

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