6. Sep. 2009
Verkehrsstrafen, insbesonders für Fahren unter Alkhololeinfluss, werden ja schon seit geraumer Zeit schier in unendliche Höhen lizitiert. Gerade eben ist wieder derartiges in Kraft getreten. Aber bringt das (außer einem guten Geschäft für die Deppendocktorlobby und die Straßenerhalter) wirklich was?
Eben ereilt uns die Nachricht über einen tragischen Verkehrsunfall in der Steiermark. Die Informationen sind zwar noch dürftig, aber anscheinend ist ein etwa 19-jähriger Lenker, ohne Führerschein und heftig alkoholisiert, in eine Personengruppe gefahren und dabei wurden zwei Menschen getötet und mehrere verletzt. Der Lenker hat noch Fahrerflucht begangen und ist dann gefasst worden.
Es ist unfassbar und ich möchte zunächst mein Beileid an die Hinterbliebenen ausdrücken und den Verletzten gute Besserung wünschen.
Solche und ähnliche Unfälle werden immer zur Rechtfertigung hergenommen, wenn es darum geht, Strafen zu erhöhen. Und dabei sind gerade die schrecklichsten Verkehrsunfälle mit Abschreckung nicht zu verhindern. Bei solch tragischen Vorfällen kommen immer mehrere Umstände zusammen (hier vielleicht Dunkelheit, Alkoholisierung, Ausgelassenheit), wobei dann der Unfall letztendlich aber erst durch Blödheit (Unaufmerksamkeit) ausgelöst wird. Raserei oder Alkoholisierung lösen also niemals von sich aus Unfälle aus, sondern bereiten nur den Boden für diese auf. Initiiert werden Unfälle (fast) immer durch die Unaufmerksamkeit des Lenkers.
Und gerade das unfallskausale Verhalten ist bei uns vollkommen straflos. Man darf sich während der Fahrt nach belieben wurstsemmelessend, colatrinkend, in Gedanken schwelgend die Gegend anschauen (solange man angeschnallt ist und nicht freisprecheinrichtungslos handytelefoniert
). Vom Verkehr rundherum braucht man sich nicht ablenken zu lassen, die Verursachung eines Unfalles ist sowieso nicht strafbar, die Autos sind sicher und im Falle des Falles zahlt ja eh die Vollkasko-Versicherung den Schaden. Wen wundert es da, dass es massig unvernünftige Lenker gibt? Und das allerbeste daran ist, dass sich genau diese noch als die Guten fühlen dürfen. Sie sind ja immer angeschnallt, fahren nicht zu schnell, telefonieren und saufen nicht.
Auf jene Unglücklichen, die erwischt werden, wenn sie mit 3 Achteln intus, 30 km/h schnell ein paar hundert Meter nach Hause fahren und dabei weder jemanden verletzt, gefährdet oder behindert haben, kommen jetzt wahrscheinlich noch härtere Zeiten zu. Legionen von Verkehrspsychologen werden wieder nach höheren Strafen für Zuschnellfahrer und Alkolenker schreien. Selbstverständlich werden auch wieder längere Führerscheinentzüge und Verkehrs-Coachings, schon ab 0,5 Promille, gefordert werden, obwohl doch der Unfalllenker offenbar gar keinen Führerschein hatte. Das wird der Deppendoktormafia aber wurscht sein, er hätte ja einen haben können und gut für´s Geschäft ist´s allemal…