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9. Sep. 2009

Schön langsam wird mir die OECD wirklich zuwieder, denn es kommt mir so vor, als ob deren Studien vermehrt nur mehr den Zweck haben, den dort beschäftigten Autoren Arbeit und Brot zu sichern…

Jüngst hat man sich auf die Schulsysteme eingeschossen und Österreich kommt dabei nicht so gut weg. Das ist aber nichts neues und wäre nicht weiter erwähnenswert, weil die Regierung eines kleinen Landes ja keinen Druck ausüben kann und mit leeren Kassen lobbyiert es sich auch schlecht (mit schöen Worten alleine kann man heute nirgendwo gute Stimmung machen ;) ). Bemerkenswert bei dieser Studie ist aber, was da alles mitgerechnet wurde, um zum (gewünschten?) Ergebnis zu kommen. Auf ORF.at ist ua folgendes zu lesen:

Gesamtwirtschaftlich betrachtet kostet ein Studium in Österreich 70.000 Euro. Die Studenten tragen fast die Hälfte dieser Last selbst. Neben tatsächlichen Auslagen liegt allein das Einkommen, auf das Studenten verzichten, im Schnitt bei 25.000 Euro.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ein Student “zahlt” sich also 25.000 Euro jährlich für sein Studium selber, weil er 25.000 Euro verdient hätte, wenn er statt dem Studieren arbeiten gegangen wäre. Nach dem Motto der OECD-Zahlenakrobaten ist also der saufende, arbeitsscheue Strotter ein Gewinn für den Staat. Er “zahlt” ja auch 25.000 Euro für die Allgemeinheit ein, indem er nichts arbeitet… :)

7. Sep. 2009

Unsere Schminkkaiserin echauffiert sich, weil über ihre Bankvergangenheit schlecht geredet wird. In der an die Wand gefahrenen Kommunalkredit wäre ja alles Kritikwürdige erst nach ihrer Vorstandstätigkeit passiert meint sie und beruft sich dabei auf das Deloitte-Gutachten

Die Frau Schmied war, wie sie selbst sagt, von 2004 bis Jänner 2007 in verantwortlicher Position in der Kommunalkredit. Das Institut hat angeblich schon 2003 begonnen, überdurchschnittliche Risiken einzugehen. Ab 2004 wurden das Volumen dieser Hochrisikoanlagen (hauptsächlich über die zypriotische Tochter des Intitutes, wo Frau Schmied Aufsichtsrat war) vervielfacht. Beim Ausscheiden von Claudia Schmied waren ca 7 Milliarden Euro im Zockerkasino und etwa Mitte 2007 war dann die Bank in einer “existenzbedrohenden Lage” (umgangssprachlich würde man “pleite” sagen).

Das müssen ja dann mächtig schnelle und exorbitant tölpelhafte Geschäfte gewesen sein, die da in der Kommunalkredit nach Schmieds Abgang abgewickelt wurden. Man hat es in nur 5 Monaten (Jänner 2007 laut Schmied noch alles in Ordnung und Mitte des Jahres dann die Pleite) geschafft, die Bank in den Ruin zu wirtschaften. Na ja, uns kann sie es ja erzählen, die Frau Schmied… :)

7. Sep. 2009

Gestern habe ich zufällig im ORF der Diskussion in Sport am Sonntag über die Sauren Wiesen in Sachen Olympia zugesehen. Eine bemerkenswerte Äußerung ist dabei hängen geblieben…

Ich verfolge Sportsachen an und für sich nicht so und bin somit über die Macheloikes dort eher uninformiert. Man kann sich allerdings vorstellen, dass es da nicht anders zugeht, als im wirklichen Leben auch. Geld (hauptsächlich öffentliches) zum Verschieben ist ja auch im Umfeld des Sports allemal genug vorhanden.

Ich habe also eher lustlos der Diskussion gelauscht und dabei mitbekommen, dass der Olympiaberater Erwin Roth ein interessanter Mann ist – ein begnadeter Entertainer. Der von ihm abgelieferte Unterhaltungswert war dann ja auch der Grund, warum ich die Sendung bis zum Ende angesehen habe.

Irgendwann wurde Herr Roth vom Moderator gefragt, ob er bei seiner Tätigkeit auch schon Schmiergelder bezahlt, oder von Schmiergeldzahlungen gehört habe. Die Antwort war bemerkenswert. Leider weiß ich den Wortlaut nicht mehr genau, aber Herr Roth verneinte mit der Bemerkung (in der etwas Entrüstung mitschwang), er sei ja kein Lobbyist. Das klingt so, als hätte er nur niemanden bestochen, weil er kein Lobbyist wäre. Hmm – umgekehrt heißt das dann wohl, dass Schmiergeldzahlungen (=Korruption) zu den gewöhnlichen Alltagstätigkeiten von Lobbyisten gehören.

Ob der Herr Roth bei der Diskussion die Wahrheit gesagt hat, weiß ich natürlich nicht. Die Nebenbeiaussage über den Lobbyismus nehme ich ihm aber ungeschaut ab:)

6. Sep. 2009

Franz Voves, störrischer SPÖ-Landeshauptmann in der Steiermark, macht Schluss mit lustig. Zwei fliegen, einer wurde vergessen…

Wie, wahrscheinlich durch eine Indiskretion (was ja heutzutage schon der Normalfall ist… ;) ), bekannt wurde, bildet der Landeshauptmann sein Regierungsteam um. Die Maßnahme dürfte im stillen Kämmerlein in kleinem Kreis beschlossen worden sein, denn viele steirische SPÖ-Funktionäre reagieren überrascht und scheinen nicht so recht zu wissen, was sie dazu sagen sollen (sind offenbar noch nicht gebrieft worden… :) ).

An und für sich ist mir die steirische Landespolitik ja wurscht, aber dass auch der Anti-Rauch-Missionar Helmut Hirt hinausgeworfen wurde, freut mich dann schon irgendwo. Als Landesamtsdirektor kann er mit seinem Raucherhass ja nun nicht mehr so großen Schaden anrichten… ;) .

Über den bald Ex-Sozial- und Kulturlandesrat Kurt Flecker weiß nichts zu schreiben, aber einen hat der Voves sicher vergessen. Ich hätte nämlich den mit merkwürdigem Rechtsverständnis ausgestatteten Feinstaub-Tempo-Maker-of-the-Year, Manfred Wegscheider, auch gleich mitgehen lassen. Der gute Mann hat in der Steiermark wahrscheinlich schon mehr Leute verärgert, als irgendwer sonst… :)

Ob die radikale Regierungsumbildung dem Franz Voves wirklich was bringt, wird die Zukunft weisen. Jedenfalls aber hat er mit der Aktion gezeigt, wer in der SPÖ Steiermark sagt was Sache ist. Und in Zeiten, wo man von Politikern idR zu oft nur lauwarmes Gelaber hört, tut es gut, auch so etwas zu sehen…

6. Sep. 2009

Sie wurde bei ihrem Quereinstieg in die Politik als erfolgreiche Bankerin beweihraucht, unsere Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Ob das jetzt auch noch so gesehen wird?

Die frischgebackene Unterrichtsministerin hat dann auch keine Zeit verloren. Innerhalb kürzester Zeit hat sie es geschafft, alle im Schulsystem Mitwirkenden (Lehrer, Eltern, Schüler) zutiefst zu verärgern. Das war zwar eine reife Leistung und die Ministerin hat auch sonst nicht viel auf den Weg gebracht, aber einer weiteren politischen Karriere wird das alleine wohl nicht im Wege stehen… ;)

Jetzt tauchen aber Geister aus ihrer ach so erfolgreichen Zeit als Bankerin auf. Frau Schmied war ja von 2004 bis 2006 im Vorstand der beinahe Pleite gegangenen Kommunalkredit-Bank. Und just in diesem Zeitraum wurde dort offenbar wie wild gezockt (und dafür von den Managern horrende Boni eingestreift). Die Frau Ministerin wusste davon natürlich nichts, obwohl doch die Masse der Zockergeschäfte über die Zypern-Tochter des Institutes durchgeführt wurden und Frau Schmied dort im Aufsichtsrat saß. Von den fetten Boni wird sie sowieso nichts bemerkt haben…

Mist, die Schule beginnt auch gerade wieder, das Geld für die Reform ist noch immer nicht herbeigezaubert, der Lehrerstandpunkt ist auch unverändert striktest gegen unbezahlte Mehrarbeit und Gesprächsklima gibt es mit denen auch keines mehr. Schwierige Zeiten dämmern also für die Schminkprinzessin herauf und oft ist Flucht die beste Verteidigung… :)

6. Sep. 2009

Verkehrsstrafen, insbesonders für Fahren unter Alkhololeinfluss, werden ja schon seit geraumer Zeit schier in unendliche Höhen lizitiert. Gerade eben ist wieder derartiges in Kraft getreten. Aber bringt das (außer einem guten Geschäft für die Deppendocktorlobby und die Straßenerhalter) wirklich was?

Eben ereilt uns die Nachricht über einen tragischen Verkehrsunfall in der Steiermark. Die Informationen sind zwar noch dürftig, aber anscheinend ist ein etwa 19-jähriger Lenker, ohne Führerschein und heftig alkoholisiert, in eine Personengruppe gefahren und dabei wurden zwei Menschen getötet und mehrere verletzt. Der Lenker hat noch Fahrerflucht begangen und ist dann gefasst worden.

Es ist unfassbar und ich möchte zunächst mein Beileid an die Hinterbliebenen ausdrücken und den Verletzten gute Besserung wünschen.

Solche und ähnliche Unfälle werden immer zur Rechtfertigung hergenommen, wenn es darum geht, Strafen zu erhöhen. Und dabei sind gerade die schrecklichsten Verkehrsunfälle mit Abschreckung nicht zu verhindern. Bei solch tragischen Vorfällen kommen immer mehrere Umstände zusammen (hier vielleicht Dunkelheit, Alkoholisierung, Ausgelassenheit), wobei dann der Unfall letztendlich aber erst durch Blödheit (Unaufmerksamkeit) ausgelöst wird. Raserei oder Alkoholisierung lösen also niemals von sich aus Unfälle aus, sondern bereiten nur den Boden für diese auf. Initiiert werden Unfälle (fast) immer durch die Unaufmerksamkeit des Lenkers.

Und gerade das unfallskausale Verhalten ist bei uns vollkommen straflos. Man darf sich während der Fahrt nach belieben wurstsemmelessend, colatrinkend, in Gedanken schwelgend die Gegend anschauen (solange man angeschnallt ist und nicht freisprecheinrichtungslos handytelefoniert ;) ). Vom Verkehr rundherum braucht man sich nicht ablenken zu lassen, die Verursachung eines Unfalles ist sowieso nicht strafbar, die Autos sind sicher und im Falle des Falles zahlt ja eh die Vollkasko-Versicherung den Schaden. Wen wundert es da, dass es massig unvernünftige Lenker gibt? Und das allerbeste daran ist, dass sich genau diese noch als die Guten fühlen dürfen. Sie sind ja immer angeschnallt, fahren nicht zu schnell, telefonieren und saufen nicht.

Auf jene Unglücklichen, die erwischt werden, wenn sie mit 3 Achteln intus, 30 km/h schnell ein paar hundert Meter nach Hause fahren und dabei weder jemanden verletzt, gefährdet oder behindert haben, kommen jetzt wahrscheinlich noch härtere Zeiten zu. Legionen von Verkehrspsychologen werden wieder nach höheren Strafen für Zuschnellfahrer und Alkolenker schreien. Selbstverständlich werden auch wieder längere Führerscheinentzüge und Verkehrs-Coachings, schon ab 0,5 Promille, gefordert werden, obwohl doch der Unfalllenker offenbar gar keinen Führerschein hatte. Das wird der Deppendoktormafia aber wurscht sein, er hätte ja einen haben können und gut für´s Geschäft ist´s allemal…

4. Sep. 2009

Werbung ergänzt oft unbeabsichtigt den Inhalt eines Mediums in schon fast genialer Weise…

So wurde heute für kurze Zeit bei einem kurzen Artikel auf DiePresse-online über das erdrutschartige Schwinden der Zustimmung zum Lissabon-Vertrag in Irland, ohne ein zusätzliches Wort zu schreiben, lediglich mit einem Werbebild gleich die Begründung dafür mitgeliefert:

Irland-Glühbirnenverbot

Dämliche Verbote – wie das der Glühbirnen – sind nämlich genau die Sachen, mit denen sich die EU ad absurdum führt. Die Iren als privilegierte EU-Bürger, die über den Vertrag abstimmen dürfen, werden hoffentlich noch vor der Abstimmung mehrheitlich überreissen, dass mit dem Lissabon-Vertrag die EU in jeden Lebensbereich des Einzelnen (um den Konzernen dienlich zu sein) ungehindert wüten kann…

Noch ein Link für alle, die was tun möchten: www.no-means-no.eu
Ich weiß, viel ist es nicht, aber immerhin besser als nur zuzuschauen… ;)

Und noch ein Link zum nachgrübeln: www.kaschachtschneider.de

2. Sep. 2009

Angedeutet hatten sie es ja schon, aber Jacques Barrot – Justikommissar der EU – hat jetzt die Katze aus dem Sack gelassen. Und es ist noch schlimmer, als es zunächst schien…

“Brüssel will mit einer neuen Flüchtlingspolitik die illegale Einwanderung eindämmen”. Mit dieser Unterüberschrift wird in einem kurzen Satz auf DiePresse zusammengefasst, worum es geht. Der gute Jacques Barrot und seine Komplizen vermischen völlig Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik. Und das nicht etwa, weil sie zu dumm zum Erkennen von einfachen Sachverhalten sind. Nein, sie machen das mit voller Absicht, um das Volk zu verwirren. Und eben das sollte man sich für spätere Zeiten unbedingt merken, vielleicht kann man dann den Herrschaften ja einmal irgendwie “Dank” abstatten… ;)

Da will uns nun der gelackte Franzose allen Ernstes erklären, dass man einen Strom eindämmen kann, indem man hinderliche Barrieren wegräumt. Es ist eine äußerst merkwürdige Logik, die sich da in den EU-Gremien durchsetzt. Der Justizkommissar will seine kruden Ideen insofern den Staaten verklickern, indem er mit Geld winkt (mit wessen Geld eigentlich?). Die Länder sollen von der EU für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen/Einwanderern (ist ja für die Kommission offenbar eh ein und dasselbe) finanziell belohnt werden.

Es wird also sicherlich ein paar Länder geben, die in das Flüchtlings-/Einwanderergeschäft einsteigen werden – es soll ja EU-Staaten geben, die vor lauter Not den Allerwertesten nicht mehr zusammen halten können. Nur sind aber ganz genau diese Länder betimmt nicht die Zielländer von jenen, die es sich wirtschaftlich verbessern wollen (sonst könnten sie ja im ersten Land, das sie nach der Flucht betreten, bleiben). Und genau da liegt das Problem.

Die EU-Herrscher ignorieren nämlich völlig, dass wir im Schengenverbund leben und dass es innerhalb dessen keine Grenzen und Niederlassungsfreiheit gibt. Es wird nämlich so kommen, dass wenige ärmere Staaten des Geldes wegen massig Flüchtlingseinwanderer aufnehmen und diese sich dann bei Zeiten in die reicheren EU-Staaten vertschüssen werden. Es wird dann so sein, dass diejenigen, die für Barrots Winkelzüge bezahlen, als Dank dann auch noch die Zuwandererflüchtlinge durchfüttern dürfen. Bleibt nur zu hoffen, dass es wenigstens noch einige wenige aufrechte Politiker in den EU-Staaten gibt, die den Barrots deutlich sagen, wo sie sich ihre Ideen hinstecken können. Jetzt ginge das ja noch, der Lissabon-Vertrag ist ja noch nicht in Kraft… ;)
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PS: Ich bin schon gespannt, was Big Sarko zur Idee seines Kommissars zu sagen haben wird… :)

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