Seiten

Kategorien

Archive

Meta

Schlagwörter

Ärztekammer ÖBB ÖVP Übergewicht bawag Die Grünen Donnerbauer EU EU-Parlament Experten FPÖ Hirt Internetsperren Jarolim Komasaufen Nova Rock Obama ORF Rauchen Schwarzenegger Selbstbehalt SPÖ Vorsorge

Links

2. Okt. 2009

Dass es in er Politik wahre Wunderwuzzis (= überall gleich gut einsetzbare Universalgenies) zu Hauf gibt, ist bekannt. Unser Außenminister, der gleichzeitig oberster schwarzer Arbeitnehmervertreter ist, meint, mit einem Zeitwertkonto den großen Wurf gemacht zu haben…

Laut dem Außenminister sollen künftig Überstunden nicht mehr zwingend ausbezahlt werden müssen und stattdessen vom Arbeitnehmer auf einem sogenannten Zeitwertkonto (in Geldwert und verzinst) angespart werden können. Der Arbeitnehmer könne dann das Zeitguthaben bei Bedarf (zur Kindererziehung zB) konsumieren.

Klingt eigentlich auf den ersten Blick ganz gut. Aber nur auf den Ersten Blick, denn bei näherer Betrachtung kommt es einem so vor, als habe der Herr Minister ein paar unbedeutende Kleinigkeiten übersehen:

    Heutzutage wird ein Arbeitnehmer nur sehr selten gefragt, wann er Freizeit haben will. Vielmehr bestimmt der Arbeitgeber alleine, wann Guthaben aufzubrauchen sind.
    Die Frage ist auch, wer das Zeitwertkonto verwalten soll. Sind das die Firmen (deren Halbwertszeiten kontinuierlich hinunter gehen) selber, oder eine andere Organisation (die auch in irgendeiner Form bezahlt werden muss)? Wenn es erstere sind, können Zeitansparer bei Pleiten recht schnell durch die Finger schauen und bei zweiterem wird durch den bürokratischen Aufwand wohl die Suppe teurer kommen, als das Fleisch.
    Auch wäre interessant, ob durch die ministerlich genannte Verzinsung das Zeitguthaben steigt, dh, ob ein Arbeitnehmer nach vielen Jahren dann mehr Stunden am Konto hat, als Überstunden gemacht wurden.
    Kann der Minister sicherstellen, dass nicht in schlechteren Zeiten (besser werden die ja nicht…) im Falle einer Firmenpleite die Zeitguthaben vor der Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung zwingend zu verbrauchen sind? Könnte das nämlich passieren, hätten sich die Arbeitnehmer mit ihren Überstunden lediglich eine neue Art Ersatzarbeitslosenversicherung bezahlt, um die bestehende Arbeitslosenversicherung zu schonen.
    Wie ist das mit der Freiwilligkeit? Kann der Außenminister sicherstellen, dass die erhalten bleibt oder müssen wir befürchten, dass künftig Überstunden überhaupt nicht mehr ausbezahlt werden dürfen? Oder ist das letztendlich eh geplant?
    Warum sollte eine Firma überhaupt an derartigen Zeitkonten interessiert sein? Sie müsste ja die Überstunden genauso bezahlen und bekäme als Dank dafür nur Arbeitnehmer mit vermehrten Freizeitwünschen. Auch mit steuerlichen Anreizen bliebe das für einen ordentlich geführten Betrieb ein Draufzahlergeschäft. Anders sähe die Sache aber aus, wenn die geleisteten Überstunden gar nicht mit wirklichem, sondern lediglich mit virtuellem Geld bezahlt werden würden. Das wäre für die Firmen lukrativ, im Falle des Falles aber für jemand anderen (entweder für den Arbeitnehmer, der seine Ansprüche verliert, oder für den haftenden Staat) recht teuer.

Ich würde meinen, dass so ein Zeitwertkonto so notwendig ist, wie ein Kropf. In einem ordentlich geführten Betrieb bedarf es außerdem so einer Maßnahme überhaupt nicht. Da funktioniert das mit dem Zeitausgleich ohne Außenminister auch jetzt für alle halbwegs zufriedenstellend (dass man Zeitausgleich nicht unbedingt dann bekomment, wenn die Firma die meiste Arbeit hat, leuchtet ja jedem Dodl ein). Und wenn ein Unternehmen schon jetzt keine Überstunden ausbezahlt (etwa wegen All-In-Verträgen), dann werden sie auch in einen neuen Topf sicher nichts einzahlen…

Warum bloß drängt sich mir so penetrant die Vermutung auf, dass mit den Spindeleggerkonten die Arbeitnehmer wieder ein Stück weiter über den Tisch gezogen werden? ;)
.
.
.
.
.
PS: Ich bin schon gespannt, ob (und und vor allem was) die schwer darniederliegende SPÖ zu den Zeitwertkonten etwas zu sagen hat oder ob sie in ihrem linksreligiösen, agonieähnlichen Umverteilungswahn mit zusätzlichem Sesselkampf auf die arbeitenden Leute schon gänzlich vergisst…

1 Kommentar »

  1. kritikus.at » Spindelegger-Rulez - Kritik zum Schmunzeln – nicht objektiv, dafür aber höchst subjektiv … schreibt:

    [...] ist als ÖAAB-Obmann der oberste Arbeitnehmervertreter der ÖVP. Bei den Ideen, die er zweilen hat, kommt es einem so vor, als wäre er ein Maulwurf… Von kritikus | Kommentare [...]

    1. Aug. 2010 | #

Kommentar schreiben

Bitte den Sicherheitscode in die Textbox schreiben

RSS-Feed für diese Kommentare. | TrackBack URI