1. Jan. 2010
Wenn das Geld ausgeht, muss man sich halt um neue Einnahmequellen umsehen. So macht das auch die ASFINAG und die deutschen Autofahrer müssen als Ausrede herhalten…
Es wird ja schon lange darüber geklagt, dass deutsche Autofahrer, welche in Österreich zu schnell fahren, nicht belangt werden können. Hierorts werden nämlich die Delinquenten von hinten fotografiert und das reicht für eine erfolgreiche Geldeintreibung in Deutschland nicht aus. Dort muss der Lenker auf dem Foto erkennbar sein. Das ist sicher unbefriedigend, wenngleich der Schaden nicht sooo riesengroß sein wird. Die meisten ausländischen Schnellfahrer rutschen ja sowieso durch, weil es mit sehr vielen Staaten ja überhaupt kein Abkommen, dh überhaupt keine Verfolgung gibt.
Außerdem ist der Umstand schon lange bekannt und Lösungsmöglichkeiten hätte es aber die Jahre über sicherlich schon genug gegeben. So schwer wird es ja nicht sein, die Radargeräte umzudrehen und von vorne zu fotografieren. Und warum die Lasergeräte (Handgeschwindigkeitsmessgeräte) in Zeiten, wo fast jedes elektronische Gerät schon eine Digitalkamera integriert hat, ohne jeglichen Beweis auskommen müssen, sollte auch einmal jemand erklären. Am einfachsten wäre es wahrscheinlich, mit den deutschen Freunden ein ordentliches Abkommen auszuhandeln, mit dem beide Seiten leben können. Aber ich weiß schon, dass es besser ist, wenn unsere Führer nicht zum Verhandeln anfangen – da zahlen wir eh nur wieder drauf…
Die ASFINAG (sollte eigentlich SuaPVAG – Schuldenauslagerungs und ausrangierte Politiker-Versorgungs AG heißen
) ist nun draufgekommen, wie man aus dem unbefriedigenden Zustand ein Geschäft macht, ohne diesen zu lösen. Es sollen auf Transitrouten sündteure Anlagen installiert werden, die von vorne fotografieren. Finanziert werden die Anlagen von der ASFINAG, die auch die Strafgelder einkassieren darf. Es wird also hier von Gesetzes wegen lediglich eine Einnahmequelle für die schwer schuldengeplagte ASFINAG erschlossen, denn einerseits werden die vollautomatischen Cash-Cows keinesfalls ausschließlich deutsche Schnellfahrer fotografieren und andererseits werden die paar neuen Anlagen das Kraut sicher nicht fett machen (das Gros der Überwachungsgeräte bleibt ja deutschlanduntauglich).
Künftig werden wahrscheinlich auch gewöhnliche Betrüger ein gutes Geschäft mit dem Verkehr machen können, denn den Überwachungsdschungel wird bald niemand mehr durchschauen. Schnellfahr-Strafen können zB jetzt schon von der normalen Polizei, von den verschiedensten Gemeindeorganen oder von den Feinstaubwegelagerern stammen. Und jetzt kommt die ASFINAG auch noch dazu. Wenn dann ein Betrüger ein paar zehntausend Fakes einfach per eMail verschickt, wird wohl ein guter Teil der “Belangten” sicherheitshalber zahlen…
Richtig problematisch dürfte aber die Tatsache sein, dass hier einer Firma per Gesetz gestattet wurde, hoheitsstaatliche Angelegenheiten zu einem privaten Geschäft zu machen. Wo wird das enden? Sollen etwa die Raubritter wieder eingeführt werden? Wird künftig Blackwater die Verhaftungen für die Polizei auf Provisionsbasis durchführen?